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Leere Ränge bei Bayern-Spielen? So bewerten die Bosse die Asien-Reise
FCBinsideFCBinside·VonVjekoslav Keskic

Leere Ränge bei Bayern-Spielen? So bewerten die Bosse die Asien-Reise

Der FC Bayern zieht ein positives Fazit seiner Asien-Tour. Dabei lief längst nicht alles nach Plan: Sowohl beim Test gegen Jeju SK als auch beim Duell mit Aston Villa blieben Plätze frei. Marketing-Vorstand Rouven Kasper kündigt deshalb eine genaue Aufarbeitung an.

Mit dem 2:1-Testspiel-Erfolg gegen Aston Villa endet für den FC Bayern die Audi Summer Tour durch Asien. In den vergangenen knapp sieben Tagen präsentierte sich der deutsche Rekordmeister zunächst auf der südkoreanischen Insel Jeju und anschließend in Hongkong. Neben den sportlichen Einheiten und Testspielen standen zahlreiche Termine mit Fans, Partnern und Sponsoren auf dem Programm.

Aus Sicht der Verantwortlichen war die Reise insgesamt ein voller Erfolg. Ein kleiner Schönheitsfehler bleibt allerdings: Anders als man es bei internationalen Auftritten des FC Bayern gewohnt ist, waren die Stadien bei den Testspielen nicht komplett gefüllt.

Beim 2:1 gegen Jeju SK waren offiziell rund 22.000 Zuschauer im Stadion. Die Arena bietet Platz für ungefähr 26.000 Fans. Dabei waren die Münchner ursprünglich davon ausgegangen, vor ausverkauftem Haus zu spielen.

„Normalerweise sind die Stadien voll, wenn wir wohin reisen – da widerspreche ich nicht“, erklärte Marketing-Vorstand Rouven Kasper gegenüber der BILD. Allerdings sei dieses Phänomen in diesem Sommer nicht ausschließlich beim FC Bayern zu beobachten: „Es ist aber recht interessant zu sehen, dass alle Vorbereitungsspiele diesen Sommer in Asien nicht ausverkauft sind.“

Kasper räumt Probleme beim Ticketverkauf ein

Beim Spiel in Jeju spielten offenbar auch Besonderheiten des örtlichen Ticketsystems eine Rolle. „Wir haben für dieses Spiel im Vorfeld gesagt bekommen, dass das Stadion ausverkauft ist. Dort gibt es aber die Möglichkeit, spontan Tickets zurückzugeben – das gibt es bei uns in Deutschland gar nicht“, erklärte Kasper.

Beim zweiten Tour-Test gegen Aston Villa sah die Situation ähnlich aus. Auch das Duell im deutlich größeren Stadion in Hongkong war nicht ausverkauft. Laut Klub-Angaben waren knapp 38.000 Zuschauer vor Ort. Der Kai Tak Sports Park hat jedoch eine Kapazität für rund 50.000 Fans.

Der Bayern-Boss macht kein Hehl daraus, dass sich die Münchner davon mehr erhofft haben. „Es gilt, nachher aufzuarbeiten, was auch wir da noch besser machen können. Wir haben viel Promotion gemacht und das Interesse ist medial da, aber dem müssen wir noch einmal nachgehen.“

Ein möglicher Grund sind die vergleichsweise hohen Ticketpreise. Für das Testspiel gegen Aston Villa wurden je nach Kategorie zwischen 42 und 296 Euro verlangt. Bereits in Südkorea hatte es Kritik an der Preisgestaltung des örtlichen Veranstalters gegeben.

Grundsätzlich sieht Kasper die Bayern dennoch auf Augenhöhe mit anderen europäischen Spitzenklubs, die während der Vorbereitung ebenfalls durch Asien reisen. „Für uns ist es insgesamt positiv, wir fallen in keiner Weise ab, wenn wir uns mit anderen Klubs vergleichen“, betonte der Marketing-Vorstand.

Hainer schwärmt von besonderer Bayern-Nähe zu den Fans

Tom Bischof
Foto: IMAGO

Abseits der Zuschauerzahlen in den Stadien fällt die Bilanz des Rekordmeisters deutlich positiver aus. Gerade bei öffentlichen Trainingseinheiten und Marketingveranstaltungen war das Interesse an Manuel Neuer, Luis Díaz und Co. groß.

„Wir haben sieben Tage richtig hereingehauen. Wir haben 1000 Content-Pieces (Text- und Videobeiträge) in zehn Sprachen um die Welt geschickt. Und wir haben damit 150 Millionen Menschen erreicht“, erklärte Kasper zufrieden. „Wir haben im Merchandising einen neuen Umsatzrekord erzielt.“

Präsident Herbert Hainer hob insbesondere den direkten Kontakt zwischen Spielern und Anhängern hervor. „Das Highlight war, dass unsere Spieler nach den öffentlichen Trainingseinheiten Autogramme gegeben haben“, erklärte der 72-Jährige.

Nach Ansicht Hainers haben sich die Münchner damit von anderen europäischen Topklubs abgehoben, die ebenfalls in der Region unterwegs waren. „Wenn man hier die Medienberichte in den vergangenen Tagen gelesen hat, kam ganz klar heraus, dass kein anderer Klub das hier gemacht hat. Das ist genau, was den FC Bayern auszeichnet.“

Auch wirtschaftlich scheint sich die Reise gelohnt zu haben. Neben der Pflege bestehender Sponsoring-Partnerschaften konnten die Münchner neue Deals in Asien abschließen. Weiterhin verzeichnete der Verein nach eigenen Angaben einen neuen Umsatzrekord beim Merchandising in Südkorea und Hongkong. Konkrete Zahlen veröffentlichten die Verantwortlichen allerdings nicht.

Im Endeffekt überwiegen bei den Bayern-Bossen damit die positiven Eindrücke. Gleichzeitig zeigen die nicht ausverkauften Testspiele, dass selbst die enorme internationale Strahlkraft des deutschen Rekordmeisters keine Garantie für volle Stadien ist.

Quelle: FCBinsideZum Original

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