Herbert Hainer hat mit seiner Forderung nach mehr internationalem Engagement der Bundesliga-Klubs eine Debatte ausgelöst. Nun reagiert Borussia Mönchengladbach auf die Aussagen des Bayern-Präsidenten. Sport-Geschäftsführer Rouven Schröder widerspricht Hainer zwar nicht grundsätzlich, macht aber deutlich, dass nicht jeder Verein die gleichen Voraussetzungen wie der FC Bayern besitzt.
Die Audi Summer Tour des FC Bayern durch Südkorea und Hongkong war für die Münchner weit mehr als eine sportliche Saisonvorbereitung. Zahlreiche Sponsorentermine, öffentliche Trainingseinheiten und Fan-Events sollten die Marke des deutschen Rekordmeisters auf dem asiatischen Markt weiter stärken.
Für Bayern-Präsident Herbert Hainer reicht es allerdings nicht aus, wenn vor allem der FCB international Präsenz zeigt. Der 72-Jährige hatte zuletzt mehrfach die Bundesliga-Konkurrenz und auch die Liga selbst aufgefordert, bei der internationalen Vermarktung aktiver zu werden.
„Vom FC Bayern kann nicht erwartet werden, dass er die gesamte Last allein trägt. Wir brauchen viel stärkere Unterstützung von der gesamten Bundesliga, nicht nur von ein oder zwei Vereinen, sondern von der gesamten Liga“, erklärte Hainer.
Hintergrund seiner Forderung: Neben den Bayern sind in diesem Sommer nur wenige deutsche Vereine international unterwegs. Gerade im Vergleich zur Premier League sieht Hainer deshalb weiterhin großen Nachholbedarf bei der weltweiten Vermarktung der Bundesliga.
Schröder: „Habe es eher als Motivation verstanden“
Nun hat sich Rouven Schröder zu Hainers Aussagen geäußert. Der Geschäftsführer Sport von Borussia Mönchengladbach wollte die Worte des Bayern-Präsidenten allerdings nicht als direkten Angriff auf die anderen Bundesligisten verstehen.
„Als Kritik habe ich es gar nicht wahrgenommen, in dem Sinne“, erklärte Schröder gegenüber Sport1 im Rahmen des Gladbacher Trainingslagers am Tegernsee.
Gleichzeitig machte der 50-Jährige deutlich, dass Auslandsreisen nicht für jeden Klub gleichermaßen umsetzbar sind. Neben sportlichen Aspekten spielen dabei auch wirtschaftliche und organisatorische Voraussetzungen eine entscheidende Rolle.
„Es muss jeder Verein für sich wissen. Wenn es die Möglichkeiten gibt und es reinpasst, dann schaut man natürlich über den Tellerrand, das ist ja vollkommen klar. Von daher habe ich es eher als Motivation verstanden“, betonte Schröder.
Der Gladbach-Boss kennt solche Marketingreisen aus seiner eigenen Karriere. „Ich habe in meiner Karriere mit Vereinen auch schon Auslandsreisen gemacht, daher weiß ich auch, wie es sich anfühlt. Es ist eine spannende Reise und muss für jeden reinpassen.“
Nicht jeder Bundesliga-Klub hat Bayerns Möglichkeiten

Damit widerspricht Schröder dem Bayern-Präsidenten nicht grundsätzlich. Auch der Gladbacher sieht einen Mehrwert darin, den deutschen Fußball außerhalb Europas stärker zu präsentieren. Gleichzeitig relativiert er Hainers Forderung deutlich.
Denn eine mehrtägige Reise nach Asien oder in die USA ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Der FC Bayern verfügt nicht nur über eine der weltweit bekanntesten Fußballmarken, sondern besitzt in internationalen Märkten bereits etablierte Strukturen, Partner und eine große Fanbasis. Für kleinere Bundesliga-Klubs stellt sich deshalb wesentlich stärker die Frage, ob der wirtschaftliche und sportliche Nutzen den Aufwand rechtfertigt.
Genau an diesem Punkt treffen unterschiedliche Perspektiven aufeinander. Hainer argumentiert aus Sicht des international ausgerichteten Rekordmeisters und sieht die Bundesliga als Gesamtprodukt in der Pflicht. Schröder betont dagegen die individuellen Möglichkeiten der einzelnen Vereine.
Unstrittig ist, dass die Bundesliga im internationalen Wettbewerb vor einer großen Herausforderung steht. Besonders die Premier League hat sich in den vergangenen Jahren weltweit als Marke etabliert und generiert dadurch enorme Einnahmen.










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