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Machtkampf eskaliert: FIFA mit scharfer Kampfansage an Infantino-Kritiker
fussball-news.defussball-news.de·VonVjekoslav Keskic

Machtkampf eskaliert: FIFA mit scharfer Kampfansage an Infantino-Kritiker

Der Machtkampf um FIFA-Präsident Gianni Infantino spitzt sich weiter zu. Während der Druck auf den 56-Jährigen insbesondere aus Europa wächst, stellt sich der Fußball-Weltverband nun demonstrativ hinter seinen Präsidenten. In einem ausführlichen Statement erhebt die FIFA zugleich schwere Vorwürfe gegen Infantinos Kritiker.

Am späten Samstagabend reagierte der Weltverband mit ungewöhnlich deutlichen Worten auf die anhaltende Debatte um seinen Präsidenten. Aus Sicht der FIFA steckt hinter Teilen der Kritik mittlerweile eine gezielte Kampagne.

„Es wird immer deutlicher, dass es gezielte und anhaltende Bemühungen einiger Akteure gibt, die FIFA und ihren Präsidenten zu untergraben“, heißt es in der Stellungnahme.

Diejenigen, die innerhalb der Mitgliedsverbände nicht über die notwendige Unterstützung verfügten, sollten nicht versuchen, „durch Anschuldigungen, Unterstellungen oder Fehlinformationen“ das zu erreichen, was ihnen über die demokratischen Prozesse der FIFA nicht gelinge.

FIFA warnt vor Angriff auf Infantino

Besonders deutlich wird der Weltverband mit Blick auf die Zukunft Infantinos. Die FIFA werde keinerlei Vorgehen unterstützen oder dulden, das gegen ihre Statuten und die vorgesehenen demokratischen Verfahren verstoße.

„Der FIFA-Präsident wurde von den FIFA-Mitgliedsverbänden demokratisch gewählt und übt sein Amt weiterhin im Auftrag dieser Verbände aus“, stellte der Weltverband klar.

Infantino steht seit der Präsentation des inzwischen zurückgezogenen Investorenplans massiv unter Druck. Vor allem aus Europa gibt es heftigen Widerstand. Neben Rücktrittsforderungen steht weiterhin ein möglicher Boykott von FIFA-Wettbewerben durch die UEFA im Raum.

International ergibt sich allerdings ein weniger einheitliches Bild. Mehrere Mitglieder des südamerikanischen Kontinentalverbands CONMEBOL haben Infantino zuletzt den Rücken gestärkt. Auch der afrikanische Verband CAF positionierte sich hinter dem FIFA-Präsidenten.

Im März 2027 steht die nächste Präsidentschaftswahl an. Bislang ist Infantino der einzige öffentlich erklärte Kandidat.

FIFA weist neue Vorwürfe zurück

Gianni Infantino
Foto: Getty Images

Zusätzlichen Druck erzeugten zuletzt neue Medienberichte über Infantinos Zeit als UEFA-Generalsekretär zwischen 2009 und 2016. Der Telegraph berichtete, Infantino habe damals eine hohe Abfindung für eine enge Mitarbeiterin ausgehandelt. Die Zeitung bezeichnete die Frau als seine „Geliebte“. Die UEFA bestätigte auf SID-Anfrage eine Zahlung.

Die FIFA ging in ihrer Stellungnahme nicht konkret auf diesen Fall ein, kritisierte jedoch jüngste Berichte über ihren Präsidenten scharf. Darin seien „unbegründete Behauptungen und nachweislich falsche Anschuldigungen“ enthalten.

„Spekulationen und Andeutungen sollten nicht als Tatsachen dargestellt werden, und eine Wiederholung macht eine Behauptung noch lange nicht wahr“, erklärte der Weltverband.

Zugleich würdigte die FIFA Infantinos jahrzehntelange Arbeit im internationalen Fußball. Veränderungen würden zwangsläufig bestehende Interessen infrage stellen. Meinungsverschiedenheiten rechtfertigten aus Sicht des Weltverbandes jedoch keine Versuche, das demokratische Mandat des Präsidenten zu untergraben.

Die Botschaft aus Zürich ist damit unmissverständlich: Trotz des wachsenden Widerstands denkt die FIFA nicht daran, von Infantino abzurücken. Im Gegenteil – der Weltverband geht nun selbst in die Offensive und kündigt an, aus seiner Sicht irreführende oder falsche Berichterstattung künftig „direkt und energisch“ anzufechten.

Quelle: fussball-news.deZum Original

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