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HSV-Fanszene warnt vor „einer der größten bevorstehenden Entscheidungen"
Nur die RauteNur die Raute·VonYannick Lassmann

HSV-Fanszene warnt vor „einer der größten bevorstehenden Entscheidungen"

Die HSV-Fanszene legt immer wieder den Finger in die Wunde, kritisierte die Vereinsführung teils scharf. Die aktuelle Situation bewertete sie aber weitestgehend positiv.

„Wir, die Fans, haben uns im Verein unsere Stimme zurück erkämpft. Sieben Jahre lang war da jemand – trotz zweiter Liga, bei jedem Wetter, in jeder Tabellenlage, auf eigene Kosten. Dass das inzwischen an vielen Stellen als Stärke dieses Vereins wahrgenommen wird und nicht als Störgeräusch, ist ein Fortschritt, auf den wir stolz sind“, äußerte sich der Förderkreis Nordtribüne erfreut in seinem Statement.

Neben der positiven sportlichen Entwicklung fand er lobende Worte für das HSV-Präsidium um Henrik Köncke, der einst als selbst als Vorsänger auf dem Zaun stand, Michael Papenfuß und Laura Ludwig: „Sie treiben Projekte voran, sie repräsentieren nicht nur, sie arbeiten. Genau dafür haben die Mitglieder sie gewählt, und genau das haben sie bisher geliefert.“

Papenfuß Köncke Ludwig HSV
Foto: IMAGO

HSV bei Kuntz-Trennung „vorbildlich“

Als Aufsichtsratsvorsitzender der HSV Fußball Management AG nahm Papenfuß auch bei der Trennung von Sportvorstand Stefan Kuntz aufgrund als glaubhaft erachteter Vorwürfe der sexuellen Belästigung eine zentrale Rolle ein. Der Förderkreis sah das Vorgehen als „vorbildlich“ an: „Das hat sicher viel Mut, Zeit und Geld gekostet. Doch es war richtig und zeigt: Der HSV kann nach seinen Werten handeln, auch wenn es unbequem werden kann.“

Kritik – in den Vorjahren oftmals in aller Deutlichkeit wegen der hohen Ticketpreise geäußert – gab es dagegen für die Neubesetzung beim Stadioncatering. Einerseits haderte die Fanszene mit der Entscheidung zugunsten Levy Restaurants, andererseits mit der Entstehung: „Ein langer, sorgfältiger Prozess, an dem viele, darunter auch wir, „beteiligt“ waren. Nur in der Auswahl am Ende nicht. So stehen wir also genau wie ihr vor dem Ergebnis und stellen uns Fragen: Warum wird Beteiligung vorgespielt, wenn am Ende doch eh allein entschieden wird? Worin genau liegt der Fortschritt zum bisherigen unbeliebten Caterer – ebenfalls ein US-Konzern?“

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„Über all das hätte man reden können. Vorher“, hieß es weiter. Selbiger Fehler soll bei einer wesentlich bedeutungsvolleren Thematik unbedingt vermieden werden: Der Zukunft des  Volksparkstadions. Trotz der gescheiterten Hamburger Olympia-Bewerbung steht der Bau eines neuen Arena, die bis zu 70.000 Plätze fassen könnte, im Raum. Der Hamburger Innensenator Andy Grote rückte bislang nicht von den ambitionierten Plänen ab.

„Dies ist eine der größten Entscheidungen, die dem HSV bevorsteht. Wenn wir sie ohne gemeinsamen Maßstab angehen, wird sie so laufen wie das Catering. Nur eben für die nächsten fünfzig Jahre“, betonte der Förderkreis Nordtribüne besorgt. Ein Stadion sei nämlich „kein Standort“, sondern „der Ort, an dem der Fußball dieses Vereins sein Zuhause hat“ und mit dem die Fans unzählige Momente mit Emotionen verschiedenster Art verbinden.

Klare Vorstellungen von der HSV-Zukunft

Der Förderkreis Nordtribüne wird auch zukünftig weiter ihre Interessen vertreten, stellte aber auch klar: „Wir fordern nicht, bei jeder kleinen Entscheidung mit am Tisch zu sitzen. Wir sind keine Geschäftsführung und wollen keine sein.“ Stattdessen brauche es „Leitplanken. ein Leitbild, das verbindlich festhält, wofür dieser Verein steht und wie entsprechend gehandelt wird. Nicht als Plakat im Foyer, sondern als Orientierung für alle Handelnden und als Maßstab, an dem sich jede Entscheidung messen lässt, vom Sponsorenvertrag über den Ticketpreis bis zum Stadionneubau.“

Die Leitplanken hätten den Vorteil, dass nicht jedes Thema neu ausgehandelt werden müsse. Daher werde der Förderkreis Nordtribüne weiter mit „Fans, Mitgliedern, Mitarbeitenden, Abteilungen und Entscheidungstragenden“ arbeiten – und falls nötig auch seinen Unmut kundtun, damit der HSV weiter im Sinne seiner treuen Unterstützer handelt.

Foto: Getty Images

Quelle: Nur die RauteZum Original

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