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Atletico als lachender Dritter? Die Verfolger in La Liga wollen angreifen
fussball-news.defussball-news.de·VonManuel Behlert

Atletico als lachender Dritter? Die Verfolger in La Liga wollen angreifen

Am Wochenende startet La Liga in die neue Saison, noch ohne den FC Barcelona und Real Madrid. Die Katalanen und die Königlichen sind derzeit die heißesten Kandidaten auf den Titelgewinn, aber das sind sie im Prinzip jedes Jahr. Die Frage, die sich stellt, lautet wieder einmal: Wer kann diese Teams gefährden?

Viele Kandidaten kommen dafür nicht in Frage. Und wie jedes Jahr ist klar: Ein solches Team, das wirklich die Chance haben will, die Phalanx der beiden Großmächte zu durchbrechen, braucht eine perfekte Saison. Und Angebote von Barca und Real.

Was hat sich aber nun hinter den beiden Topteams getan? Und wer ist vor Saisonstart wie gut drauf? Wir liefern die Antworten auf diese Fragen.

Simeone-Revolution bei Atletico?

Das Team, das man immer nennen muss, wenn es um einen Angriff auf die beiden Spitzenklubs geht, ist Atletico Madrid. Die Colchoneros landeten in der Vorsaison zwar nur auf Platz vier, aber es hat sich im Sommer einiges getan. Morten Hjulmand, Kang-in Lee und Alejandro Grimaldo kamen für über 100 Millionen Euro zum Simeone-Team, ein beinharter Innenverteidiger, nämlich Cristian Romero, soll noch folgen.

Die Abgänge hielten sich derweil in Grenzen. Bisher wurde der Kader gut und den Bedürfnissen entsprechend verstärkt. Kompromisslosigkeit in der Defensive, aber eben auch technische Finesse wurde hinzugefügt. Grimaldo kann über die linke Seite Druck machen, Situationen auf engstem Raum lösen und hervorragende Standards schießen. Lee ist ein Straßenfußballer, ein Zocker, wie er im Buche steht.

Kang-in Lee
Foto: IMAGO

Gibt es also ein neues, fluideres Atletico zu sehen? Mit Spielern wie Julian Alvarez, Alex Baena und co. sollte das eigentlich möglich sein. Simeone wird seinem Grundstil aber dennoch treu bleiben. Das ermöglicht ihm das Zurückgreifen auf Automatismen, aber eben trotzdem eine Anpassung an die Anforderungen im modernen Fußball.

Es ist weder zu erwarten, dass Atletico plötzlich Champagnerfußball spielt noch sollte man davon ausgehen, dass die Mannschaft von Diego Simeone wieder in die Zeiten größter Destruktivität zurückkehrt. Ob der Mittelweg am Ende ausreicht, um ganz oben anzugreifen, darf nach aktuellem Stand bezweifelt werden. Dafür müsste bei Atletico schon wirklich alles funktionieren.

Villarreal will erneut überraschen

In der Saison 2025/26 landete der FC Villarreal etwas überraschend, aber am Ende verdient auf dem dritten Platz. In der neuen Saison will das Team erneut angreifen und das bestmögliche an Leistung aus sich herausholen. Gelingen soll das mit einem neuen Trainer, Inigo Perez. Und das ist auch gleich schon die große Unbekannte, wenn man bei Villarreal auf die nächste Spielzeit schaut.

Perez ist nun kein Unbekannter. Er spielte lange in La Liga, unter anderem für den Athletic Club. 113 Spiele absolvierte er als Chefcoach für Rayo Vallecano, leistete dort weitgehend gute Arbeit. Aber ob er das Team stabilisieren und noch einmal weiter verbessern kann, das ist noch völlig offen. Zumal Villarreal nun finanziell auch nicht auf Rosen gebettet ist.

Es tat sich nämlich gar nicht so viel. Peter Gulacsi wurde von RB Leipzig verpflichtet, ansonsten wurde der Kader mit Spielern aus der eigenen Jugend aufgefüllt. Gesamtausgaben bisher? 1,5 Millionen Euro. Nach einem Großangriff trotz UEFA Champions League hört sich das nicht gerade an.

Und so sieht es auch nicht aus. Villarreal hat zwar den Markt im Blick, setzt aber auf Eingespieltheit. Die Stars heißen Pape Gueye, Carlos Romero, Alberto Moleiro oder Georges Mikautadze, alle wissen, wie sie untereinander funktionieren und harmonieren können. Trotzdem: Unter den gegebenen Umständen muss Villarreal eher schauen, nicht überholt zu werden.

Und sonst? Das hat La Liga noch zu bieten

Teams wie Valencia oder der FC Sevilla, die früher oftmals in den Topregionen mitspielten, sind nicht ganz weit oben zu erwarten. Spannende Teams und interessante Entwicklungen gibt es aber trotzdem. Real Sociedad mit Trainer Pellegrino Matarazzo sollte auf keinen Fall unterschätzt werden. Schon gar nicht nach dem Titel in der Copa del Rey in der Vorsaison.

Schlüsselspieler wie Benat Turrientes, Mikel Oyarzabal oder Takefusa Kubo sind geblieben, die eigene Jugend bleibt stark und nennenswerte Abgänge gab es auch nicht zu verzeichnen. Nicht viel anders sieht es bei Real Betis aus. Die individuelle Klasse mit Isco, Antony, Marc Bartra oder Cucho Hernandez ist hoch, Fran Garcia und Facundo Bernal sind clevere und spannende Ergänzungen. Betis und La Real kann man ein Eingreifen in den Kampf ganz vorne durchaus zutrauen.

Eine große Unbekannte ist derweil der Athletic Club unter Edin Terzic. Der neue Coach muss erst einmal damit zurechtkommen, im Prinzip keine Transfers tätigen zu können, weil alle Spieler im Kader Basken sein müssen. Trotzdem stellt sich Terzic der Herausforderung mit viel Schwung und Elan. Hier wird man erst im Laufe der Saison sehen, wo die Reise hingeht.

Quelle: fussball-news.deZum Original

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