Roman Neustädter sprach im Rahmen des Schalke-Real-Tests über das 4:3 in Madrid und was er den Königsblauen in der Bundesliga zutraut.
Erst Jermaine Jones begrüßen, dann Interview geben. Roman Neustädter hat Prioritäten. Als der 38-Jährige anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Veltins-Arena als Ehrengast zurückkehrt, sucht er zunächst seinen alten Mitspieler auf, bevor er sich Zeit für Fragen nimmt. Eine kleine Geste, die viel über den ehemaligen Sechser Schalkes verrät.
Zwischen 2012 und 2016 absolvierte Neustädter die meisten Pflichtspiele seiner Karriere in Königsblau, darunter vier gegen Real Madrid in der Champions League. Das legendäre 4:3 im Estadio Santiago Bernabéu im März 2015 beschreibt er als eines der größten Spiele seiner Laufbahn. „Wer hat in den vergangenen Jahren denn überhaupt mal in Madrid gewonnen? Da gab es nicht so viele Mannschaften“, sagt er mit einem Schmunzeln. Dass Real anschließend fünf Champions-League-Titel holte, macht den Sieg für ihn im Nachhinein sogar noch wertvoller.
Besonders lebendig werden Neustädters Erinnerungen, wenn er die einzelnen Tormomente beschreibt. Bei Christian Fuchs‘ Treffer rutsche der Ball durch Casillas‘ Hände, Klaas-Jan Huntelaar habe beim 4:3 sogar einen Krampf gehabt und trotzdem getroffen. „Es kam alles zusammen. Wir haben einfach an uns geglaubt.“ Dass Benedikt Höwedes in der 90. Minute noch die Chance zum 5:3 hatte, ist für Neustädter bis heute ein running gag: „Wenn er mir über den Weg läuft, kann er sich das noch mal anhören.“
Das traut Neustädter Schalke und Muslic in der Bundesliga zu
Gegen Ronaldo, Benzema und Bale zu spielen beschreibt er als das Schwierigste, das ihm als Defensivspieler passieren konnte. „Die drei waren alle vom Format absolute Weltklasse.“ Und das zeigten sie in den vier Duellen mit Roman Neustädters Schalke auch. Cristiano Ronaldo erzielte in den vier Begegnungen sieben Tore, Gareth Bale zwei und Karim Benzema drei Treffer.

Seine eigene Rolle als Sechser, die Balance zu halten und anderen zu ermöglichen zu glänzen, habe ihn bisweilen unterschätzt wirken lassen. „Wenn andere mehr geschienen haben als ich, hatte ich meinen Job erledigt“, sagt er ohne Bitterkeit.
Seinen Abschied aus dem aktiven Fußball beim KVC Westerlo hat Neustädter noch nicht vollständig verarbeitet. Er ist inzwischen Co-Trainer beim selben Verein und hat schlicht keine Zeit zum Innehalten. Den Königsblauen traut er in der Bundesliga einiges zu: „Wenn die Mannschaft dieselbe Mentalität wie vergangene Saison zeigt, traue ich ihr einen Platz im Mittelfeld zu.“ Muslic kenne er noch aus Belgien und wisse, wie er arbeite. „Sein Stil passt perfekt zu Schalke.“









Kommentare