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Rodri, Yamal und ein großes Problem: So startet Barca in die neue Saison
fussball-news.defussball-news.de·VonLukas Hetterich

Rodri, Yamal und ein großes Problem: So startet Barca in die neue Saison

Zwei Meisterschaften in Serie, eine Mannschaft voller Talent und jetzt auch noch Rodri: Der FC Barcelona geht wieder als Favorit in die neue La-Liga-Saison. Aber im Sturm steht Hansi Flick vor einer Frage, die kurz vor dem Start noch immer nicht beantwortet ist.

In seinen ersten beiden Jahren in Barcelona hat Flick die nationale Hackordnung verändert. 2025 führte der Deutsche die Katalanen zurück auf den spanischen Thron, im letzten Mai folgte die Titelverteidigung. Mit drei noch ausstehenden Spielen machte Barca seine insgesamt 29. Meisterschaft ausgerechnet durch einen Sieg gegen Real Madrid perfekt. Flick wurde danach mit einem neuen Vertrag bis 2028 belohnt.

Von Zufriedenheit ist beim 61-Jährigen trotzdem wenig zu spüren. In Barcelona richtet sich der Blick schon wieder auf das nächste Ziel und das heißt: Ein dritter Meistertitel in Folge. Vor allem aber soll die Mannschaft endlich auch in der Champions League den nächsten Schritt machen.

Rodri und Pedri: Barca bekommt ein Traum-Mittelfeld

Dafür erhält Flick einen der prominentesten Neuzugänge des gesamten Sommers, denn kurz vor Saisonstart machte Barcelona die Verpflichtung von Rodri offiziell. Der 30-Jährige kommt von Manchester City und unterschrieb einen Vertrag bis 2030. Medienberichten zufolge fließen zunächst rund 60 bis 70 Millionen Euro nach England, weitere Bonuszahlungen können dazukommen.

Rodri
Foto: Getty Images

Der Transfer verändert Barcas Mittelfeld erheblich. Flick kann künftig auf eine Achse aus Rodri und Pedri setzen, dahinter beziehungsweise daneben stehen unter anderem Gavi, Dani Olmo, Fermin Lopez und Frenkie de Jong zur Verfügung. Rodri bringt internationale Erfahrung und Titel mit, die dem weiterhin jungen Kader bisher teils fehlte.

Der Ballon-d’Or-Gewinner von 2024 führte Spanien in diesem Sommer als Kapitän zum WM-Titel und wurde zum besten Spieler des Turniers gewählt. Davor gewann er mit Manchester City unter anderem die Champions League und viermal die Premier League. In Barcelona soll er in Busquets-Manier zum Fixpunkt zwischen Defensive und Offensive werden.

Der Umbau beschränkt sich aber nicht nur auf das Zentrum. Mit Anthony Gordon und Karim Adeyemi hat Barca zusätzlich Geschwindigkeit für die Außenbahnen verpflichtet. Gordon kam für rund 70 Millionen Euro von Newcastle United, Adeyemi für deutlich weniger Geld aus Dortmund. Dazu kommt das belgische Talent Jesse Bisiwu.

Gordon feierte am letzten Sonntag beim 5:2 im Test gegen den FC Basel sein Debüt. Adeyemi steuerte dabei einen Treffer und eine Vorlage bei, Bisiwu traf sogar doppelt. Die neuen Flügelspieler geben Flick viele Möglichkeiten und sollen gleichzeitig einige Abgänge auffangen.

Lewandowski weg: Wer schießt jetzt die Tore?

Denn so spektakulär Barcas Offensive auf den ersten Blick aussieht, so offensichtlich ist ihre größte Baustelle, denn Robert Lewandowski ist nicht mehr da. Der Pole verließ die Katalanen nach vier Jahren und wechselte zu Chicago Fire in die MLS. Auch Ferran Torres ist nach seinem Wechsel zu Paris Saint-Germain weg.

Lewandowski Flick
Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire

Damit verliert Barcelona auf einen Schlag enorm viel Torgefahr. Allein unter Flick kamen Lewandowski und Torres zusammen auf mehr als 100 Treffer. Einen klassischen Nachfolger für den Polen hat Barca nicht verpflichtet, der große Wunschspieler ist seit Monaten Julian Alvarez. Der Argentinier würde gerne nach Barcelona wechseln, Atletico Madrid hat bisher aber wenig Interesse daran gezeigt, einen seiner wichtigsten Spieler an einen direkten Konkurrenten abzugeben.

Flick macht aus seinem Wunsch nach einem weiteren Angreifer keinen Hehl. Auch nach der Verpflichtung von Rodri ist die Kaderplanung noch nicht abgeschlossen. Barca beobachtet den Markt und könnte bis zum Ende des Transferfensters noch einmal zuschlagen. Bis dahin muss die vorhandene Power die Tore auffangen. Und damit rückt zwangsläufig ein Spieler noch stärker ins Zentrum.

Yamal längst mehr als nur das Wunderkind

Lamine Yamal geht trotz seiner gerade einmal 19 Jahre schon in seine vierte Saison bei den Profis. Von einem Talent kann mittlerweile keine Rede mehr sein, der Rechtsaußen ist das Gesicht dieser Barca-Generation und spätestens nach dem WM-Sieg mit Spanien einer der größten Stars des Weltfußballs.

Seine Entwicklung zeigt sich auch in den Zahlen. Inzwischen kommt Yamal auf mehr als 150 Pflichtspiele für Barcelona und hat dabei fast 50 Tore erzielt. In der vergangenen Saison steigerte er seine Scorer trotz Verletzungsprobleme noch einmal. Nach dem Abschied von Lewandowski wächst seine Bedeutung. Er muss dabei natürlich nicht selbst zum Mittelstürmer werden, doch ein noch größerer Teil der offensiven Verantwortung liegt in Zukunft bei ihm. Ähnliches gilt für Raphinha, der unter Flick zu einem der wichtigsten Spieler der Mannschaft geworden ist.

Kylian Mbappe, Lamine Yamal
Foto: Getty Images

Auch innerhalb der Kabine verändert sich die Hierarchie. Nach den Abgängen mehrerer Routiniers bestimmte Flick Raphinha zunächst zum ersten Kapitän. Klar wird dabei, dass die neue Generation unter Flick noch mehr Verantwortung übernehmen soll.

Araujo weg: Auch die Defensive wird jünger

Das gilt besonders für Pau Cubarsi. Ronald Araujo wechselte auf Leihbasis zum FC Liverpool, der sich eine Kaufoption sicherte. Damit fehlt Flick ein weiterer erfahrener Innenverteidiger. Cubarsi dürfte deshalb trotz seiner erst 19 Jahre noch stärker zum Abwehrchef aufgebaut werden. Der spanische Nationalspieler ist Stammkraft und sammelte auch bei der WM wichtige Erfahrung. Neben ihm stehen Flick mit Andreas Christensen und Eric Garcia verschiedene Optionen zur Verfügung, auch Jules Kounde kann wieder ins Zentrum rücken.

Gerade defensiv bleibt das riskant, weil Flick an seinem aggressiven Ansatz mit einer extrem hoch stehenden letzten Linie festhält. Funktioniert das Pressing davor nicht, entstehen zwangsläufig Räume hinter der Abwehr. Selbst beim 5:2 gegen Basel zeigte sich, dass Barcelona trotz seiner offensiven Qualität verwundbar bleibt. Rodri könnte deshalb auch hier entscheidend werden.

Real rüstet auf

Ein Selbstläufer wird die nächste Meisterschaft nicht, denn vor allem Real Madrid hat reagiert. Jose Mourinho ist zurück bei den Königlichen und soll aus dem noch hochkarätigeren Kader wieder eine funktionierende Einheit formen. Auch Atletico Madrid geht mit großen Ambitionen in die Saison. Barcelona startet trotzdem als Titelverteidiger und damit als Mannschaft, die es zu schlagen gilt.

Der Ligastart steht am Sonntagabend auswärts beim FC Elche (21.30 Uhr) an. Schon vier Tage später steht gegen Athletico Bilbao (21 Uhr) das erste Heimspiel der neuen Saison im Camp Nou auf dem Programm. Dann beginnt für Flick und seine Mannschaft die Jagd auf den Titel-Hattrick.

Quelle: fussball-news.deZum Original

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