Nicht alle Klubs der Bundesliga können entspannt in die neue Saison starten. Manche Trainer stehen vor einer Bewährungsprobe.
Beim Hamburger SV steht das schwierige zweite Jahr in der Bundesliga bevor, RB Leipzig ist mit der Trennung von Ole Werner ein Risiko eingegangen. Doch auch bei drei anderen Vereinen darf sich der Trainer keinerlei Anlaufzeit in der Saison 2026/2027 erlauben.
Polanski hofft auf Kleindienst-Effekt
Da wäre zum einen Eugen Polanski. Der 40-Jährige wurde nach dem Klassenerhalt in seinem Amt bestätigt und führt Borussia Mönchengladbach auch in die neue Saison. Im vergangenen November hatte der Ex-Profi nach der Trennung von Gerardo Seoane zunächst interimsweise übernommen, lange blieb unklar, wie lange Polanski weitermachen darf.
Nun bekommt der frühere polnische Nationalspieler die Chance, seine Mannschaft während einer Sommervorbereitung zu formen und seinen Spielstil zu etablieren. Jetzt muss Polanski auch liefern. Eine weitere Saison im Abstiegskampf wollen die Fohlen unbedingt vermeiden, nach durchwachsenen Jahren soll ein klarer Positivtrend zu erkennen sein.
Bleibt die Entwicklung jedoch aus und der Traditionsverein rutscht wieder in den Tabellenkeller, könnte es für den 40-Jährigen schnell eng werden. Hoffnung macht die Rückkehr zweier Leistungsträger. Mit Robin Hack und Tim Kleindienst stehen dem Trainer zwei langzeitverletzte Schlüsselspieler wieder zur Verfügung.
Nach Verlust der Leistungsträger: Schwieriges Jahr für den HSV
Merlin Polzin sitzt beim Hamburger SV deutlich fester im Sattel. Der 35-Jährige hat den einstigen Bundesliga-Dino zurück in Liga eins und in der vergangenen Saison souverän zum Klassenerhalt geführt. Die zweite Spielzeit im Oberhaus könnte nun jedoch zur größten Bewährungsprobe in Polzins Trainerlaufbahn werden.

Der HSV hat mit Luka Vuskovic und Fabio Vieira seine zwei besten Spieler nach ihren Leihen wieder ziehen lassen müssen. Jetzt ist der Trainer gefragt, aus dem vorhandenen Personal eine neue Achse zu formen, die den HSV in der Liga hält. Von Null anfangen muss Polzin dabei aber nicht. Albert Sambi Lokonga, Nicolas Capaldo und Nicolai Remberg bilden das Rückgrat der Mannschaft, Königstransfer Martin Adeline könnte Vieira ersetzen, falls eine Festverpflichtung des Arsenal-Stars scheitert.
Demichelis soll Zweifel an Werner-Aus beseitigen
Auf ein neues Gesicht in der Bundesliga treffen die Zuschauer in Leipzig. Zumindest als Trainer ist Martin Demichelis erstmals im deutschen Oberhaus aktiv. Als Spieler lief der Argentinier allerdings acht Jahre lang für den FC Bayern auf. In Leipzig steht der 45-Jährige, der in der vergangenen Saison mit dem RCD Mallorca aus La Liga abstieg, direkt unter Zugzwang.
Das Aus seines Vorgängers Ole Werner kam durchaus überraschend. Der ehemalige Bremer hatte die Sachsen zuvor auf Rang drei und damit zurück in die Champions League geführt. Die Art und Weise, wie die Mannschaft unter Werner auftrat, gefiel jedoch nicht allen Entscheidungsträgern im RB-Kosmos.
Die Zweifel, ob der Trainer mit seiner Elf den nächsten Entwicklungsschritt gehen kann, überwogen letztendlich das positive Abschneiden: „Wir sind zu der Überzeugung gelangt, dass eine inhaltliche Weiterentwicklung und eine veränderte Herangehensweise für die vor uns liegenden Aufgaben erforderlich sind“, begründete Geschäftsführer Marcel Schäfer die Entscheidung.
Demichelis muss daher nicht nur erneut die Qualifikation für die Königsklasse wiederholen, sondern auch beweisen, dass er den intensiven, schnellen RB-Fußball zurückbringen kann. Dass alles mit der Dreifachbelastung und ohne Unterschiedsspieler Yan Diomande. Keine einfache Aufgabe für den neuen Trainer.
Nach Rettung: Köln und Bremen bauen weiter auf die Feuerwehrmänner
Von solchen „Problemen“ träumen der 1. FC Köln und Werder Bremen nur. Die beiden Traditionsklubs entledigten sich im Frühjahr erst spät der letzten Abstiegssorgen. Beide wechselten nach der Winterpause den Trainer und gehen nun mit ihren Rettern in die erste komplette Saison.
Bei Werder steht weiterhin Daniel Thioune an der Seitenlinie. Die „etwas holprige Vorbereitung“, wie der 52-Jährige einräumte, will er Basis nutzen. In Bremen soll etwas Neues entstehen, zahlreiche Neuzugänge sollen die Abgänge von Eckpfeilern wie Romano Schmid und Mio Backhaus vergessen machen. In einer Liga, die in der unteren Tabellenhälfte ausgeglichen wie selten wirkt, muss Thioune seine neue Elf möglichst schnell ans Laufen bringen.

Das gilt auch für Rene Wagner beim 1. FC Köln. Der 38-Jährige rückte im März als Nachfolger von Lukas Kwasniok vom Co- zum Cheftrainer auf. In sieben Spielen gelang unter dem gebürtigen Dresdner nur ein einziger Sieg, der Klassenerhalt konnte dennoch gefeiert werden. Mit der TSG Hoffenheim und dem VfB Stuttgart stehen zwei harte Aufgaben zum Saisonstart an, ehe mit Bremen und Hamburg zwei mögliche direkte Konkurrenten warten. Rutscht der Effzeh in den ersten Woche der Spielzeit in den Tabellenkeller, könnte es für Wagner schnell ungemütlich werden.









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