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Erkenntnisse nach Stuttgart: Drei Bayern-Stars geben Kompany zu denken
FCBinsideFCBinside·VonSebastian Mittag

Erkenntnisse nach Stuttgart: Drei Bayern-Stars geben Kompany zu denken

Der FC Bayern startet mit einem überzeugenden 5:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart in die neue Bundesliga-Saison. FCBinside liefert drei Erkenntnisse zur Partie.

Die Münchner feiern zum Bundesliga-Auftakt einen deutlichen Heimsieg gegen Stuttgart und knüpfen damit an den erfolgreichen Supercup gegen Borussia Dortmund an. Das Spiel lieferte folgende Erkenntnisse:

1. Kim rüttelt an der Hierarchie

Noch vor wenigen Wochen galt Minjae Kim als Verkaufskandidat beim FC Bayern. Nach dem ersten Bundesliga-Spieltag stellt sich vielmehr die Frage, ob der Südkoreaner nicht sogar ein ernsthafter Kandidat für die erste Elf ist.

Schon die Entscheidung von Vincent Kompany gegen Stuttgart war bemerkenswert. Jonathan Tah war fit und hatte eine Woche zuvor im Supercup noch von Beginn an gespielt. Trotzdem setzte Kompany beim Bundesliga-Auftakt auf Kim neben Dayot Upamecano. Natürlich spielte dabei auch die Belastungssteuerung eine Rolle. Doch dass der Bayern-Coach schon zu diesem frühen Zeitpunkt einen eigentlich gesetzten Innenverteidiger herausrotiert, zeigt, wie sehr er Kim inzwischen vertraut.

Der 29-Jährige zahlte dieses Vertrauen zurück. Kim verteidigte aufmerksam, fing mehrere Bälle ab und präsentierte sich in den Zweikämpfen kompromisslos. Damit bestätigte er seine starken Eindrücke aus der Vorbereitung.

Kompany hatte schon während der Asienreise deutlich gemacht, dass er die vermeintlich klare Rangordnung mit Upamecano und Tah vor Kim nicht unbedingt so sieht. „Lasst nicht alles so absolut sagen“, erklärte der Belgier damals. Kim lässt seinen Trainer derzeit auf dem Platz Taten sprechen.

Noch ist es zu früh, Tah oder Upamecano den Stammplatz abzusprechen. Aber die Hierarchie in Bayerns Innenverteidigung scheint nicht mehr so eindeutig zu sein wie in der vergangenen Saison. Kim ist längst mehr als nur die Nummer drei.

2. Davies greift wieder an

Bei Alphonso Davies ist in den vergangenen eineinhalb Jahren einiges zusammengekommen: Schwere Verletzungen, immer neue Rückschläge und schließlich der Verlust seines Stammplatzes. Im Sommer verpflichtete der FC Bayern mit Nathaniel Brown für viel Geld auch noch einen neuen Konkurrenten.

Gegen Stuttgart erinnerte Davies erstmals seit langer Zeit wieder an den Spieler, der die linke Abwehrseite beim FC Bayern über Jahre nahezu konkurrenzlos besetzt hatte. Der Kanadier war enorm aktiv, schaltete sich immer wieder mit Tempo in die Offensive ein und sorgte für Gefahr. Auch das 3:1 leitete er entscheidend ein: Nach seiner Hereingabe bugsierte Josha Vagnoman den Ball kurios ins eigene Tor.

Vor allem aber wirkte Davies wieder weniger gehemmt. Nach seinen zahlreichen Verletzungen hatte er selbst eingeräumt, sich aus Angst vor einem erneuten Rückschlag teilweise zurückgehalten zu haben. Gegen Stuttgart setzte er wieder seine größten Waffen ein: Dynamik, Geschwindigkeit und seinen enormen Vorwärtsdrang.

Interessant ist dabei auch die Situation mit Brown. Der Neuzugang wurde eigentlich als neuer Konkurrent für Davies verpflichtet, wird von Kompany momentan aber auf der Zehn gebraucht. Davies liefert seinem Trainer nun Argumente, ihn wieder häufiger auf seiner angestammten Position aufzubieten.

Ein starkes Spiel ist noch keine endgültige Trendwende. Doch Davies hat gezeigt: Bleibt er fit und findet dauerhaft zu dieser Unbekümmertheit zurück, kann er beim FC Bayern weiterhin eine wichtige Rolle spielen.

3. Saibari meldet Ansprüche auf der Zehn an

Nathaniel Browns neue Rolle auf der Zehn hilft momentan Davies. Doch wie lange Brown im offensiven Zentrum tatsächlich erste Wahl bleibt, ist nach dem Stuttgart-Spiel zumindest fraglich.

Denn Ismael Saibari hat bei seinem Bundesliga-Debüt eindrucksvoll gezeigt, warum seine bevorzugte Position im Zentrum liegt. Der Neuzugang kam nach 61 Minuten für Brown und brachte sofort deutlich mehr Schwung in das Münchner Offensivspiel.

Ismael Saibari
Foto: IMAGO

Vor dem 4:1 behauptete Saibari mit starkem Körpereinsatz den Ball und legte mit viel Übersicht für Aleksandar Pavlovic auf. Wenig später folgte das nächste Ausrufezeichen: Mit einem Traumpass setzte er Luis Diaz vor dem 5:1 in Szene.

Damit gelangen dem 25-Jährigen bei seinem Bundesliga-Debüt gleich zwei Assists. Seit Beginn der Datenerfassung 2004/05 ist Saibari erst der sechste Spieler, dem das gelungen ist. Vor ihm schafften das Luis Diaz, Robbie Kruse, Shinji Ono, Toni Kroos und Diego.

Der direkte Vergleich mit Brown fiel an diesem Abend deutlich aus. Während der gelernte Linksverteidiger auf der Zehn über weite Strecken unauffällig blieb, verlieh Saibari dem Bayern-Spiel dort sofort neue Impulse. Kompany dürfte damit bei der Besetzung der Zehnerposition schon vor dem nächsten Spiel ins Grübeln kommen.

Zumal ungewiss ist, wann Jamal Musiala wieder dauerhaft zur Verfügung steht. Solange der Nationalspieler fehlt, dürfte Saibari nach diesem Auftritt gute Chancen auf die Zehnerposition haben. Nach seiner Verletzung und dem Trainingsrückstand bleibt allerdings abzuwarten, wann er diese Intensität auch über 90 Minuten zeigen kann.

Seine Bundesliga-Premiere war jedenfalls ein echtes Bewerbungsschreiben.

 

Quelle: FCBinsideZum Original

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