Jürgen Klopp hat auf die Kritik von Uli Hoeneß an seiner neuen Struktur beim DFB reagiert. Vor dem Bundesliga-Auftakt zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart wurde der neue Bundestrainer bei Sky auf die Aussagen des Bayern-Patrons und insbesondere auf die Rolle seines langjährigen Vertrauten Marc Kosicke angesprochen.
Hoeneß hatte die Einbindung Kosickes zuletzt kritisch hinterfragt. Der langjährige Berater und Wegbegleiter Klopps soll zwar kein klassischer Angestellter des DFB werden, nach Aussagen von DFB-Präsident Bernd Neuendorf aber weitreichenden Zugang erhalten.
Für Hoeneß ist diese Konstellation problematisch. „Ich weiß nicht genau, was er da machen soll. Das halte ich für ein Problem“, hatte der 74-Jährige bei Sky/RTL erklärt. Noch deutlicher wurde er mit Blick auf die gesamte Neuaufstellung: „Das ist eine freundschaftliche Übernahme. Klopp und Co. haben den DFB übernommen und das halte ich für falsch.“
Klopp reagiert gelassen auf Hoeneß-Kritik
Klopp selbst kann mit der Kritik offenbar wenig anfangen. Auf die Frage, wie die Aussagen des Bayern-Ehrenpräsidenten bei ihm angekommen seien, antwortete er: „Ja, gar nicht. Ist auch völlig egal. Ich verstehe das total. Alles in Ordnung. Die Leute beurteilen Dinge, bevor wir irgendwas gemacht haben.“
Dass vor allem Kosicke kritisch betrachtet wird, überrascht den 59-Jährigen nicht. Schließlich wurde beim DFB eine Konstellation geschaffen, die es in dieser Form bislang nicht gegeben hat.
„Bei mir gibt es tendenziell von den meisten vielleicht so ein bisschen Vorschusslorbeeren. Und Marc wird so ein bisschen kritisch beäugt, weil es die Rolle nicht gab“, erklärte Klopp.
Der Bundestrainer verwies zudem auf die Diskussionen vor seinem Amtsantritt. Damals sei immer wieder gefordert worden, dass ein bloßer Trainerwechsel nicht ausreiche, um beim DFB nachhaltig etwas zu verändern.
Klopp konterte deshalb: „Im Vorfeld habe es geheißen: ‚Man kann nicht nur den Trainer wechseln.‘ Dann wechseln wir nicht nur den Trainer und dann sagen sie: ‚Das hätte man ja jetzt auch nicht machen müssen.‘“
„In einem Jahr“ soll Kosickes Einfluss sichtbar sein

Klopp hat keinerlei Zweifel daran, dass die Einbindung seines langjährigen Vertrauten die richtige Entscheidung ist. „Ich bin mir sicher: Wir werden in einem Jahr nicht mehr über seine Rolle diskutieren, weil dann der Einfluss erkennbar sein wird“, stellte der neue Bundestrainer klar.
Klopp und Kosicke arbeiten bereits seit rund zwei Jahrzehnten zusammen. Der frühere Liverpool- und Dortmund-Coach sieht seinen Wegbegleiter dabei keineswegs nur als persönlichen Vertrauten, sondern als jemanden, der Fähigkeiten mitbringt, die ihm selbst fehlen.
„Ich bin ein Spezialist für bestimmte Bereiche. Und in anderen Bereichen gibt es bessere Menschen. Einer davon ist Marc Kosicke. Deshalb ist er dabei“, erklärte Klopp.
Kosicke ist dabei nur ein Teil des neuen Teams rund um den Bundestrainer. Auch Sven Bender, Peter Krawietz und Pepijn Lijnders gehören zum Stab.
Die Kritik aus München dürfte die Verantwortlichen beim DFB damit vorerst weiter begleiten. Klopp selbst möchte die neue Struktur jedoch offenbar an Ergebnissen messen lassen. Spätestens in einem Jahr, so seine klare Prognose, soll sich die Diskussion um Kosickes Rolle von selbst erledigt haben.










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