Dem FC Bayern droht mittelfristig der Verlust eines seiner wichtigsten Wirtschaftspartner. Der Volkswagen-Konzern denkt offenbar über einen umfassenden Rückzug aus seinen Engagements im Profifußball nach. Davon wäre über die Tochter Audi auch der deutsche Rekordmeister unmittelbar betroffen.
Wie die BILD berichtet, hat sich der VW-Aufsichtsrat auf einen entsprechenden Plan verständigt, der den angeschlagenen Automobilkonzern wirtschaftlich für die Zukunft aufstellen soll. Besonders brisant ist dabei Punkt 10.9 des Beschlusses. Dort heißt es: „Beteiligungen an Fußballvereinen sind grundsätzlich nicht Teil des Zielmodells für 2030.“
Die möglichen Konsequenzen wären enorm. Über Audi hält der Volkswagen-Konzern 8,33 Prozent an der FC Bayern München AG. Darüber hinaus besitzt Porsche 10,4 Prozent am VfB Stuttgart und Audi 19,9 Prozent am FC Ingolstadt. Besonders einschneidend wäre ein Rückzug beim VfL Wolfsburg, der eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Volkswagen AG ist.
Audi-Vertrag bringt mehr als 50 Millionen Euro pro Jahr
Beim FC Bayern geht es allerdings nicht nur um die Beteiligung von Audi. Der Autobauer gehört seit vielen Jahren zu den wichtigsten Sponsoren des Rekordmeisters.
Die Münchner hatten ihre Zusammenarbeit mit Audi vorzeitig um vier Jahre bis 2029 verlängert. Gleichzeitig wurde das finanzielle Volumen der Partnerschaft erheblich aufgestockt. Statt zuvor rund 30 Millionen Euro soll Audi mittlerweile geschätzt mehr als 50 Millionen Euro pro Jahr an den FC Bayern zahlen.
Sollte der Volkswagen-Konzern seinen geplanten Kurs tatsächlich konsequent umsetzen, könnte diese Zusammenarbeit nach 2029 enden. Laut BILD wird derzeit damit gerechnet, dass der Sponsorenvertrag nicht noch einmal verlängert wird. Eine vorläufige Entscheidung über das weitere Vorgehen soll bereits im kommenden Sommer fallen.
Für die Bayern wäre ein Aus nach 2029 finanziell durchaus relevant. Bei einem jährlichen Volumen von mehr als 50 Millionen Euro müsste der Klub einen der größten Sponsoring-Posten neu besetzen.
Wie genau mit dem 8,33-Prozent-Anteil von Audi an der FC Bayern München AG verfahren werden könnte, ist derzeit ebenfalls offen. Der Beschluss des VW-Aufsichtsrats deutet jedoch darauf hin, dass auch Beteiligungen an Fußballklubs langfristig nicht mehr zum gewünschten Geschäftsmodell des Konzerns gehören sollen.
Bayern betont Zufriedenheit mit Audi

Beim FC Bayern hält man sich angesichts der aktuellen Entwicklung zunächst zurück. Auf Anfrage der BILD erklärte der Rekordmeister, dass man mit der langjährigen Partnerschaft mit Audi sehr zufrieden sei.
Kurzfristig ändert sich für die Münchner ohnehin nichts. Der bestehende Sponsorenvertrag läuft noch bis 2029. Auch eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Zusammenarbeit ist bislang nicht gefallen.
Dennoch könnte sich im kommenden Sommer bereits abzeichnen, ob eine der traditionsreichsten Partnerschaften des FC Bayern ihrem Ende entgegengeht. Audi ist nicht nur Sponsor, sondern seit vielen Jahren auch Anteilseigner des Klubs.
Sollte Volkswagen seinen Fußball-Rückzug wie geplant vorantreiben, müssten sich die Bayern deshalb gleich mit zwei wichtigen Fragen beschäftigen: Was passiert mit Audis 8,33-Prozent-Beteiligung – und wer könnte ab 2029 die millionenschwere Rolle des Autobauers als Sponsor übernehmen?
Für den Moment bleibt Audi an Bord. Die Zeichen für eine Fortsetzung über 2029 hinaus stehen nach den jüngsten VW-Plänen allerdings offenbar deutlich schlechter.










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