Der FC Bayern sortiert seine sportliche Führung. Nach Jan-Christian Dreesen und Max Eberl soll auch Sportdirektor Christoph Freund einen neuen Kontrakt erhalten. Eine Unterschrift des Österreichers steht dem Vernehmen nach kurzfristig an.
Dreesen und Eberl haben bereits Papiere bis 2029 unterzeichnet. Freunds Vertrag ist bislang bis 2027 datiert. Während die Zukunft des Sportvorstands über Monate hinweg öffentlich verhandelt wurde, verlief die Frage nach dem 49-Jährigen deutlich geräuschloser, größere Bedenken soll es intern nicht geben.
Makellos ist die Arbeit des Sportdirektors in München allerdings nicht. An den Winterzugängen Sacha Boey und Bryan Zaragoza aus der Spielzeit 2023/24 war er maßgeblich beteiligt, beide blieben hinter den Erwartungen zurück. Zaragoza ist inzwischen an Espanyol Barcelona ausgeliehen, Boeys Perspektive beim Klub ist weiterhin ein Thema.
Freund: Verweis auf die ruhige Art
Öffentliche Kritik bekam Freund dennoch deutlich seltener ab als Eberl. Sport1-Chefreporter Stefan Kumberger führt das im Podcast „Die Bayern-Woche“ auf dessen Auftreten zurück: „Das liegt daran, dass er ein Teamplayer ist und als ruhiger Zeitgenosse gilt. Er drängt nicht in die Öffentlichkeit und versucht – wie man hört – nicht, irgendwem das Wasser abzugraben.“

Im September 2023 kam Freund von Red Bull Salzburg an die Säbener Straße; seither wirkt er überwiegend abseits der Bühne. Intern gilt er als fester Bestandteil der sportlichen Leitung. Berichte über Spannungen mit Eberl hatten die Verantwortlichen entschieden dementiert, von einem belasteten Verhältnis ist mittlerweile keine Rede mehr.
Ein weiterer Punkt zu seinen Gunsten soll die Nähe zum Vorstandsvorsitzenden sein. Kumberger beschreibt die Konstellation so: „Freund profitiert von seinem guten Verhältnis zum CEO. Sie arbeiten gut und eng zusammen. Dreesen sitzt als Mann der Zahlen auf der Schatzkiste des FC Bayern und muss die finanziellen Wünsche der sportlichen Leitung auf Sinnhaftigkeit prüfen.“
Neben dem Transfergeschäft kümmert sich Freund um die Nachwuchsabteilung und die Entwicklung des Campus. Eigene Talente spielen in der Kaderplanung der Münchner eine größere Rolle als zuletzt. Nach dem Schließen des Transferfensters hatte der Sportdirektor betont, der Kader sei bewusst schlank gehalten worden, damit junge Spieler den Sprung zu den Profis schaffen können.
Mit einer Ausweitung des bis 2027 laufenden Vertrags hätte der FC Bayern nach Dreesen und Eberl die nächste Position in der Führungsebene geklärt. Ob und wann unterschrieben wird, ist bislang nicht bestätigt.










Kommentare