Nick Woltemade hat bei seinem Debüt für Juventus Turin direkt eine wichtige Rolle gespielt. Der DFB-Stürmer leitete in der Nachspielzeit den späten 1:1-Ausgleich gegen die AC Mailand ein.
Mit jeweils sechs Punkten waren Juventus und Milan in das Duell am dritten Spieltag gegangen. Beide Traditionsklubs hatten ihre ersten beiden Partien gewonnen und damit einen perfekten Saisonstart hingelegt. Für besondere Aufmerksamkeit aus deutscher Sicht sorgte derweil Nick Woltemade. Der DFB-Stürmer war erst kurz vor dem Ende der Transferperiode auf Leihbasis von Newcastle United nach Turin gewechselt und nahm gegen Milan zunächst auf der Bank Platz.
Juventus macht das Spiel – Milan offensiv erschreckend harmlos
Juventus erwischte vor heimischem Publikum den besseren Start. Bereits nach zwei Minuten nutzte Kerim Alajbegovic einen Fehler im Mailänder Aufbau und zog aus rund 25 Metern ab, setzte den Ball aber über das Tor. Auch danach blieb die Alte Dame die aktivere Mannschaft. Nicolas Gonzalez bekam im Zentrum zu viel Platz und prüfte Mike Maignan aus der Distanz, der Milan-Keeper hatte mit dem zentralen Abschluss allerdings keine größeren Probleme (11.).
Während Juve immer wieder früh störte und gegen den Ball teilweise in einem 4-4-2 agierte, bekam Milan offensiv überhaupt keinen Zugriff auf die Partie. Goncalo Ramos hing im Sturmzentrum weitgehend in der Luft, auch die dahinter agierenden Adrien Rabiot und Alexis Saelemaekers konnten kaum für Gefahr sorgen. Juventus hatte deutlich mehr vom Spiel, tat sich aber ebenfalls schwer damit, aus der eigenen Überlegenheit zwingende Chancen zu kreieren.

Nach 25 Minuten wurde es erstmals richtig gefährlich. Gonzalez eroberte den Ball hoch und bediente Francisco Conceicao rechts im Strafraum. Der Portugiese zog nach einem Haken ab, Maignan parierte und verhinderte die Führung. Manuel Locatelli fehlten beim Nachsetzen nur wenige Zentimeter. Die Partie passte damit zunächst perfekt in die jüngere Geschichte dieses Duells: Vier der vergangenen fünf direkten Aufeinandertreffen waren torlos geendet.
Conceicao blieb der auffälligste Offensivspieler der Hausherren. In der 38. Minute kombinierte er sich mit Douglas Luiz auf der rechten Seite durch und zog aus spitzem Winkel mit dem Außenrist ab. Maignan war wieder zur Stelle und entschärfte den wuchtigen Versuch am kurzen Pfosten.
Von Milan kam praktisch gar nichts. Juves Torhüter Guglielmo Vicario hatte bis kurz vor der Pause zwar mehrfach den Ball am Fuß, musste aber keine einzige Parade zeigen. Die Rossoneri brachten im gesamten ersten Durchgang keinen Schuss auf das Tor der Hausherren zustande.
Cisse bestraft Juventus eiskalt – Woltemade am Ausgleich beteiligt
Ohne Wechsel ging es in den zweiten Durchgang, am Spielbild änderte sich wenig. Juventus blieb die aktivere Mannschaft und war nach zehn Minuten nur Zentimeter von der Führung entfernt. Conceicao bekam im Zentrum viel Raum, marschierte auf den Strafraum zu und zog aus rund 20 Metern ab. Sein strammer Flachschuss klatschte an den linken Pfosten, Maignan wäre machtlos gewesen (55.).
Ruben Amorim reagierte anschließend auf den schwachen offensiven Auftritt seiner Mannschaft und wechselte gleich dreifach. Samuel Chukwueze, Ruben Loftus-Cheek und der erst 19 Jahre alte Alphadjo Cisse kamen für Rabiot, Saelemaekers und Diego Moreira ins Spiel (61.). Wenig später zog auch Luciano Spalletti erstmals nach und brachte Jeremie Boga sowie Teun Koopmeiners für Alajbegovic und Gonzalez (64.).
Die Wechsel sollten sich vor allem für Milan auszahlen. Und zwar auf maximal effiziente Weise. In der 68. Minute verlagerte Chukwueze das Spiel mit einem starken Diagonalball auf die linke Seite des Strafraums. Dort nahm Cisse die Kugel auf, hatte zwei Gegenspieler im Rücken, bewahrte aber die Ruhe. Der Youngster schlug einen Haken, zog aus spitzem Winkel ab und tunnelte Pierre Kalulu. Vicario konnte nur hinterherschauen, als der Ball flach im langen Eck einschlug.

0:1 und das praktisch aus dem Nichts. Für Milan war es tatsächlich der erste Abschluss auf das Tor von Juventus an diesem Abend. Der eingewechselte Cisse benötigte damit nur wenige Minuten, um eine bis dahin offensiv vollkommen harmlose Rossoneri-Mannschaft in Führung zu bringen.
Spalletti musste reagieren und in der 76. Minute war es dann soweit: Nick Woltemade feierte sein Pflichtspieldebüt für Juventus Turin. Der deutsche Nationalstürmer kam für Douglas Luiz in die Partie und sollte dabei helfen, die drohende Niederlage noch abzuwenden. Juventus erhöhte anschließend zwangsläufig das Risiko, Milan zog sich dagegen immer tiefer zurück. Dann rückte Woltemade immer mehr in den Mittelpunkt. Zunächst machte der DFB-Stürmer unmittelbar vor dem Strafraum den Ball fest und holte gegen Pavlovic einen Freistoß heraus (84.). Der anschließende Versuch von Koopmeiners landete zwar in der Mauer, über Umwege bekam Woltemade aber selbst die Chance zum Abschluss. Aus der Drehung ging er volles Risiko und setzte den Ball über das Tor (85.).
Doch Woltemade sollte noch entscheidenden Anteil am späten Ausgleich haben. In der Nachspielzeit holte der deutsche Nationalspieler gegen De Winter erneut einen Freistoß heraus, der Milan-Verteidiger sah zudem die Gelbe Karte. Juventus führte den Standard zunächst kurz aus, ehe Koopmeiners gefühlvoll an den zweiten Pfosten flankte. Dort setzte sich Federico Gatti ab und wuchtete seinen Kopfball von der Unterkante der Latte zum 1:1 ins Tor (90.+2). Damit rettete die Alte Dame doch noch einen Punkt und verhinderte die erste Saisonniederlage.











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