Der FC Bayern ist am vergangenen Samstag an Loris Karius verzweifelt. Trotz 15 Abschlüssen und eines Expected-Goals-Werts von 1,70 gelang den Münchnern beim 0:0 auf Schalke kein Treffer. Damit endete eine beeindruckende Serie von 59 Pflichtspielen in Folge, in denen der Rekordmeister mindestens einmal getroffen hatte.
Viel Zeit, sich über die verpassten Chancen zu ärgern, bleibt der Mannschaft von Vincent Kompany allerdings nicht. Bereits am Donnerstag beginnt gegen Bodø/Glimt die neue Champions-League-Saison. Und ausgerechnet dort wartet die nächste schwierige Torwart-Hürde.
Nikita Haikin machte in der vergangenen Saison mit außergewöhnlichen Leistungen auf sich aufmerksam. Der Keeper von Bodø/Glimt verbuchte in zwölf Champions-League-Spielen insgesamt 74 Paraden. Kein anderer Torhüter kam auf mehr. Zum Vergleich: Real-Star Thibaut Courtois folgte mit 53 Paraden, Bayern-Kapitän Manuel Neuer kam auf 37.
Haikin absolvierte alle zwölf Partien seines Teams und stand dabei insgesamt 1.110 Minuten zwischen den Pfosten. Im Schnitt wehrte der 30-Jährige damit rund 5,5 Bälle pro 90 Minuten ab.
Haikin glänzte gegen Europas Topklubs
Dass diese Zahlen nicht durch einzelne Ausreißer zustande kamen, zeigen Haikins Auftritte gegen mehrere europäische Schwergewichte.
Gegen Juventus parierte er zwölf der 15 Schüsse, die auf sein Tor kamen. Bodø/Glimt verlor zwar mit 2:3, Haikin verhinderte aber eine deutlich höhere Niederlage.
Auch Borussia Dortmund machte Bekanntschaft mit dem starken Keeper. Beim 2:2 im Signal Iduna Park brachte der BVB neun Abschlüsse auf Haikins Tor, sieben davon wehrte er ab. Dortmund ging zweimal in Führung, doch die Norweger schlugen jeweils zurück.
Beim überraschenden 2:1-Erfolg bei Atlético Madrid folgten sieben Paraden bei acht Schüssen aufs Tor. Auch beim 3:1 gegen Manchester City spielte Haikin eine wichtige Rolle und entschärfte vier von fünf Versuchen.
Später schaltete Bodø/Glimt sogar Inter aus der Champions League. Nach einem 3:1 im eigenen Stadion gewannen die Norweger auch im San Siro mit 2:1. Haikin sammelte in diesen beiden Begegnungen weitere sieben Paraden.
Auch in der neuen Saison ist der 30-Jährige die unangefochtene Nummer 1. Haikin bestritt alle vier Champions-League-Qualifikationsspiele von Beginn an. In der norwegischen Liga stand er ebenfalls in allen bisherigen Partien im Tor und blieb in 19 Einsätzen bereits zehnmal ohne Gegentreffer.
Schon gegen Lazio wurde Haikin zum Helden

Dass Haikin auch unter maximalem Druck bestehen kann, hatte er bereits 2025 auf europäischer Bühne bewiesen. Gegen Lazio verbuchte er innerhalb von 120 Minuten acht Paraden. Im anschließenden Elfmeterschießen hielt er zudem den entscheidenden Versuch von Taty Castellanos.
Bodø/Glimt zog dadurch als erster norwegischer Verein überhaupt ins Halbfinale eines großen UEFA-Männerwettbewerbs ein.
Für Bayern ergibt sich vor dem Champions-League-Auftakt damit eine kuriose Konstellation. Am Samstag beendete Karius die 59 Spiele andauernde Münchner Torserie. Nur fünf Tage später trifft die Kompany-Elf auf einen Keeper, der in der vergangenen Champions-League-Saison mehr Paraden verbuchte als jeder andere.
Nach der Nullnummer auf Schalke steht Bayerns Offensive damit direkt vor der nächsten Bewährungsprobe. Kane, Olise, Diaz und Co. müssen am Donnerstag ausgerechnet den Torhüter überwinden, der Europas Topklubs zuletzt regelmäßig zur Verzweiflung brachte.










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