Borussia Dortmund erlebte unter Peter Bosz einen rasanten Absturz. Jahre später macht der Ex-BVB-Trainer eine Spielerrevolte dafür mitverantwortlich.
Mehr als acht Jahre nach seinem Aus bei Borussia Dortmund hat Peter Bosz über einen entscheidenden Moment seiner kurzen BVB-Amtszeit gesprochen. Der heutige Trainer der PSV Eindhoven macht interne Widerstände innerhalb der Mannschaft dafür mitverantwortlich, dass Dortmund nach einem starken Saisonstart 2017 zunehmend die Kontrolle verlor.
Bosz hatte den BVB im Sommer 2017 als Nachfolger von Thomas Tuchel übernommen. Zunächst lief es hervorragend. „Wir haben die ersten fünf Ligaspiele gewonnen. Wir standen an der Tabellenspitze und hatten fünf Punkte Vorsprung auf Bayern München“, erinnerte sich der Niederländer in einer Masterclass von Omroep Brabant. Zum Wendepunkt wurde aus seiner Sicht das Champions-League-Duell mit Real Madrid. Dortmund unterlag dem spanischen Topklub vor heimischer Kulisse mit 1:3.
Danach sollen mehrere Führungsspieler begonnen haben, Bosz‘ offensiv ausgerichtete Spielweise grundsätzlich infrage zu stellen. Der Trainer schilderte, dass sich Innenverteidiger Sokratis Papastathopoulos mit dem Torhüter und einem defensiven Mittelfeldspieler zusammengesetzt habe. Ihre Reaktion auf die Niederlage sei deutlich gewesen: „Der Trainer ist völlig verrückt. Wir spielen viel zu offensiv. Seht nur: Wir haben drei Gegentore kassiert.“
BVB unter Peter Bosz: Nach Real Madrid begann der Absturz
Bosz zufolge blieb diese Kritik nicht ohne Folgen. „Das hat dazu geführt, dass die Mannschaft auseinander fiel“, erklärte der 62-Jährige. Lediglich Sokratis nannte er dabei ausdrücklich. Die Identität der beiden anderen Profis ließ Bosz offen. Gegen Real standen damals Roman Bürki im Tor und Nuri Sahin im defensiven Mittelfeld.

Sportlich geriet der BVB anschließend tatsächlich immer stärker ins Straucheln. Nach der Real-Niederlage gelangen Dortmund unter Bosz nur noch zwei Siege in 14 Pflichtspielen. Anfang Dezember 2017 endete seine Amtszeit nach lediglich wenigen Monaten. Heute bewertet Bosz vor allem seinen eigenen Umgang mit den damaligen Kritikern als Fehler.
Statt die Auseinandersetzung zu suchen, hätte er nach eigener Einschätzung wesentlich konsequenter handeln müssen. „Ich hätte kein Gespräch mit ihnen anfangen sollen, aber ich hätte sie sofort rausschmeißen müssen“, sagte Bosz rückblickend. Nach seinem Dortmunder Aus trainierte der Niederländer unter anderem Bayer Leverkusen und Olympique Lyon. Seit 2023 steht er bei der PSV Eindhoven an der Seitenlinie.












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