Luis Díaz gehörte in der vergangenen Saison zu den Leistungsträgern des FC Bayern. Zum Start in die neue Spielzeit läuft es beim Kolumbianer allerdings noch nicht rund. Vor allem vor dem gegnerischen Tor fehlt dem 29-Jährigen derzeit die Selbstverständlichkeit.
Besonders deutlich wurde das beim 2:1-Erfolg gegen die SV Elversberg. Díaz kam erst in der zweiten Halbzeit ins Spiel und hatte kurz darauf die große Gelegenheit zur Führung. Nach einer Vorlage von Michael Olise tauchte er nahezu frei vor dem Tor auf, übersah den ebenfalls freistehenden Harry Kane und versuchte es stattdessen mit der Hacke. Torhüter Nicolas Kristof parierte.
Die Reaktion seiner Mitspieler fiel deutlich aus. Kane konnte die vergebene Möglichkeit kaum fassen, Josip Stanisic machte seinem Ärger lautstark Luft. Gerade weil es zu diesem Zeitpunkt 1:1 stand, sorgte die verspielte Aktion für reichlich Unverständnis.
Nach Informationen von SPORT1 ist die aktuelle Situation des Flügelspielers mittlerweile auch innerhalb des Vereins ein Thema. Bereits nach dem 0:0 auf Schalke soll es in höchsten Führungskreisen einen gewissen Unmut gegeben haben, der sich allerdings nicht ausschließlich gegen Díaz richtete.
Kompany nimmt Díaz erstmals aus der Startelf
Vincent Kompany reagierte in Elversberg erstmals deutlich. Während Díaz zuvor in jedem Pflichtspiel von Beginn an aufgelaufen war, musste er beim Aufsteiger zunächst auf der Bank Platz nehmen. Der Plan schien klar: Der Kolumbianer sollte später mit seiner Geschwindigkeit und Energie für neue Impulse sorgen.
Doch auch diese Maßnahme brachte nicht den gewünschten Effekt. Die große Chance kurz nach seiner Einwechslung ließ Díaz leichtfertig liegen.
Kompany sieht dennoch keinen Grund, grundsätzlich an seinem Offensivspieler zu zweifeln. „Es geht nur um den Abschluss. Seine Energie führt immer wieder zu Gefahr. Man muss diese Chancen auch erst bekommen und das macht er immer wieder mit seinen tiefen Läufen und mit seiner Aktivität“, erklärte der Bayern-Coach nach der Partie.
Auch Max Eberl nahm Díaz in Schutz. „Lucho hat momentan nicht das Momentum. Er überlegt wahrscheinlich auch: Nehme ich ihn jetzt direkt oder nehme ich ihn noch einmal an?“, erklärte der Sportvorstand.
Braucht Díaz jetzt eine längere Pause?

Das Problem ist offensichtlich: Díaz kommt weiterhin regelmäßig in gefährliche Situationen. Seine Intensität, seine Läufe und sein Einsatz stimmen. Sobald es aber um die letzte Aktion geht, fehlt momentan die Leichtigkeit.
Hinzu kommt die hohe Belastung. In der kommenden Länderspielphase stehen für Díaz mit Kolumbien voraussichtlich zwei Partien in den USA an. Im November wartet zudem Australien als Gegner. Lange Reisen, Zeitverschiebungen und zusätzliche Spiele sind nicht unbedingt ideale Voraussetzungen, um neue Frische zu gewinnen.
Laut SPORT1 könnte deshalb auch eine längere Pause für Díaz zum Thema werden. Dass eine kurze Auszeit Wirkung zeigen kann, haben die Bayern mit ihm bereits erlebt.
Im Dezember 2025 war Díaz aufgrund einer Rotsperre in der Champions League und seiner fünften Gelben Karte in der Bundesliga für einige Tage aus dem Spielbetrieb heraus. Kompany erklärte damals, der Kolumbianer sei „mal ein paar Tage weg“. Nach der Winterpause präsentierte er sich anschließend wieder in starker Verfassung.
Ob die Bayern diesmal einen ähnlichen Weg einschlagen, ist offen. Klar ist aber: Aus ein paar vergebenen Chancen ist inzwischen ein echtes Formthema geworden. Kompany hält demonstrativ an Díaz fest – muss nun aber einen Weg finden, seinem Offensivstar die verlorene Selbstverständlichkeit zurückzugeben.










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