Die deutsche Nationalmannschaft start in Kürze in das Kapitel Jürgen Klopp. Am morgigen Donnerstag wird der finale Kader für die Nations League nominiert.
Dabei wird sich der neue Bundestrainer nicht nur auf die 23 Spieler beschränken, die eigentlich zum Kader gehören sollen, sondern mehr Akteure nominieren, um auch mehreren Spielern die nötige Spielpraxis zu bescheren und die Schlüsselspieler trotzdem nicht zu verheizen.
Der Klopp-Fahrplan bringt einen Vorteil mit sich: Die Nations League ist zwar nicht unwichtig, aber sie dient dazu, Dinge einzuüben, Automatismen zu generieren. Etwas, wovon man dann bei der EM-Qualifikation profitieren könnte. Und die startet im Jahr 2027 erst.
Großer Kader, großer Vorteil?
Der Gedankengang von Klopp ist sicher nicht schlecht. Dass er deutlich mehr als 23 Spieler nominiert hat nämlich vor allem auch einen psychologischen Effekt. Es gibt weniger Spieler, die eine Enttäuschung erleben. Auch kommunikativ ist es einfacher für ihn. Es ist zweifellos besser, Spielern zu sagen, dass sie nur für zwei der vier Spiele eingeplant sind als ihnen gänzlich abzusagen.

Zudem wird die Klopp-Entscheidung auch dafür sorgen, dass der ein oder andere Vereinstrainer beruhigt ist. Niemand würde es gerne sehen, wenn einer seiner wichtigsten Spieler viermal binnen kürzester Zeit eingesetzt wird. Natürlich agiert Klopp nicht nur so, um die Vereine zu besänftigen. Auch für ihn is des natürlich besser, gleich mehrere Spieler im Training und auch im Wettkampf sehen zu können.
Klopp: Auch die Grenzfälle sollten nominiert werden
Nach einer Saison, in der bisher noch nicht allzu viel passiert ist, gibt es natürlich auch Grenzfälle. Sprich Spieler, die gerade erst aus einer Verletzung kommen oder noch nicht richtig in ihrem Rhythmus sind. Nico Schlotterbeck hat bisher zum Beispiel nur ein Spiel absolviert. Jamal Musiala ist nach seinen gesundheitlichen Problemen noch nicht bei 100 %. Und auch Lennart Karl muss sich noch steigern.
Doch diese Spieler jetzt nicht zu nominieren wäre auch nicht richtig. Die Dynamik dieser langen Länderspielphase von drei Wochen bietet dem Bundestrainer die Möglichkeit, genau diese Spieler zu nominieren, sie in die gesamte Gruppe zu integrieren, ihre Belastung individuell zu steuern und ihnen Praxis zu geben. Und das völlig unabhängig davon, ob sie nun in einem, zwei oder drei Spielen zum Einsatz kommen.
Schlotterbeck, Musiala und Karl brauchen jetzt genau zwei Dinge: Klare Abläufe und Spielpraxis. Dazwischen wäre Regeneration sicher nicht falsch, aber genau das kann ihnen der Bundestrainer im Rahmen dieser vier Spiele geben. Deswegen sollten sie auch definitiv nominiert werden.









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