Kritik an FIFA-Präsident Gianni Infantino kommt aus vielen Richtungen. Nun hat sich auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf zu Wort gemeldet. Eine Zukunft für den Schweizer im wohl mächtigsten Amt des Weltfußballs sieht der 65-Jährige nicht.
Laut einem Bericht von Sky Sport, der sich auf ein Interview Neuendorfs mit RTL/ntv beruft, liegen die Gründe für das Urteil des DFB-Präsidenten hauptsächlich im zerrütteten Vertrauensverhältnis zu Infantino. Über wichtige, zukunftsweisende Entscheidungen und Vorhaben wurde Neuendorf als Mitglied des FIFA-Rates demnach nie informiert.
Als Paradebeispiel für diese Strategie Infantinos stehen vor allem die (letztendlich gescheiterten) Investorenpläne in Bezug auf die Fußball-Weltmeisterschaft. Infantino entwarf dabei ein Modell, welches privaten Investoren den Erwerb von Rechten an der WM ermöglicht hätte. Der Schweizer brachte diese Idee im Alleingang an den Start. Eine Entscheidung, die ihn nun die Wiederwahl kosten könnte.
Neuendorf selbst bezieht klar Stellung in Bezug auf eine mögliche erneute Amtszeit Infantinos. Es sei ,,wichtig, dass dieses System Infantino auch beendet wird.“ Von ,,zwingend erforderlich“ spricht der 65-Jährige sogar. Mit dieser Ansicht steht er nicht alleine dar. Allen voran die UEFA will den Noch-Präsidenten aus dem Amt entheben.
UEFA droht: Wer wird Infantinos Gegner im Kampf um das Präsidenten-Amt?
Dafür bereitet die von Alexander Ceferin geführte Organisation sogar eine Strafanzeige in der Schweiz gegen Infantino vor. Damit soll bereits der Antritt des Schweizers zur Wiederwahl verhindert werden. Im März 2027 wird über einen neuen Präsidenten abgestimmt. Infantino selbst hat bereits seinen erneuten Antritt verkündet.

Die Frist für eine Kandidatur endet am 18. November. Bis dahin will und muss die UEFA einen geeigneten Kontrahenten präsentieren. Laut Neuendorf kommt es vor allem darauf an, dass ,,es eine integre Persönlichkeit ist.“ Dabei sind auch Kandidaten außerhalb des Fußballkosmos nicht ausgeschlossen.
In jedem Fall ist jetzt schon klar, dass es Infantino schwerer haben wird, als bei seiner letzten Wiederwahl. Insgesamt zehn europäische Fußballverbände haben Infantino bereits ihre Unterstützung entzogen, darunter Frankreich und Österreich. Deutschland mit Neuendorf an der Spitze haben dies zwar noch nicht offiziell getan, dafür aber im Sommer ein Unterstützungsschreiben für Infantino nicht unterschrieben. Ein Wechsel an der Spitze der Fußball-Macht scheint aktuell realistischer denn je. Bernd Neuendorf wird das befürworten.









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