Footy
Ballon-d’Or-Zoff? Eberl kontert Yamal nach Kane-Spitze
FCBinsideFCBinside·VonLukas Neth

Ballon-d’Or-Zoff? Eberl kontert Yamal nach Kane-Spitze

Der Kampf um den Ballon d’Or wird zunehmend auch verbal ausgetragen. Nachdem Lamine Yamal zuletzt erklärt hatte, warum Tore und Titel für ihn nicht automatisch ausschlaggebend sein sollten, hat Bayern-Sportvorstand Max Eberl nun auf die Aussagen des Barcelona-Stars reagiert.

Yamal hatte im Gespräch mit Movistar seine persönliche Definition des besten Spielers der Welt erläutert. Dabei nannte der 19-Jährige keinen Konkurrenten namentlich, seine Aussage über einen Spieler mit besonders vielen Toren ließ sich allerdings auch als Anspielung auf Harry Kane verstehen.

„Ich denke, der Ballon d’Or sollte an den besten Spieler der Welt gehen, Punkt. Nicht an einen Spieler, der 80 Tore geschossen hat, denn wenn du 80 Tore schießt, bekommst du dafür den ‚Torschützenkönig‘-Award. Das sind zwei sehr unterschiedliche Dinge, die die Leute nicht verstehen“, erklärte Yamal.

Nach dem furiosen 7:0-Erfolg des FC Bayern gegen Union Berlin wurde Eberl auf die Aussagen angesprochen. Der Sportvorstand reagierte knapp – und konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen.

Eberl kontert die Yamal-Aussagen

„Es muss ja Wahlkampf gemacht werden. Am Besten sind die Spieler, die keinen Wahlkampf brauchen“, erklärte Eberl.

Eine direkte Attacke gegen Yamal formulierte der Bayern-Boss damit zwar nicht. Im Kontext der Ballon-d’Or-Diskussion ist seine Botschaft dennoch deutlich: Eberl hält wenig davon, die eigenen Chancen auf die prestigeträchtige Auszeichnung öffentlich mit Argumenten zu untermauern.

Das passt gleichzeitig zur Strategie von Kane. Der Engländer hatte zuletzt mehrfach betont, dass die Entscheidung nicht in seiner Hand liege und er sich auf seine Leistungen auf dem Platz konzentrieren wolle.

Genau dort lieferte der Bayern-Torjäger am Freitagabend erneut Argumente.

Kane schreibt erneut Bundesliga-Geschichte

Harry Kane
Foto: Getty Images

Beim 7:0 gegen Union erzielte Kane einen Doppelpack. In der 39. Minute verwandelte er einen Elfmeter zum zwischenzeitlichen 2:0 und erreichte damit einen historischen Meilenstein.

Es war Kanes 100. Bundesliga-Tor – und das in gerade einmal 98 Einsätzen. Damit stellte der 33-Jährige einen neuen Bundesliga-Rekord auf. Nach der Pause legte der Engländer per Kopf direkt Treffer Nummer 101 nach.

Kane selbst wollte anschließend dennoch keinen großen Wirbel um seine persönliche Bestmarke machen. „Ich bin stolz darauf, dies erreicht zu haben. Ich genieße jede Sekunde seitdem ich hier bin. Ich kann mich nur bei dem Team und dem Klub für die Unterstützung bedanken“, erklärte der Angreifer nach der Partie bei Sky.

Bayern-Star bleibt bescheiden

Auch in der Ballon-d’Or-Debatte gab sich der Engländer nach dem Spiel bescheiden: „Ballon d’Or? Ich rede nicht gern über mich selbst. Ich konzentriere mich auf meine Leistung auf dem Platz. Jeder hat seine eigene Meinung dazu, und das ist auch in Ordnung.“

Auf die Frage, ob er die Aussagen von Lamine Yamal als Seitenhieb gegen ihn auffasst habe, blieb Kane gelassen: „Ich weiß nicht, wie er es gemeint hat. Yamal ist ein unglaublicher Spieler. Er hatte eine großartige Saison, genau wie viele andere. Mbappé, Michael Olise, Rodri. Es gibt viele Kandidaten.“

Abschließend fasst der Bayern-Torjäger zusammen: „Jeder hat das Recht, sich so auszudrücken, wie er möchte. Das geht mich nichts an. Ich persönlich genieße es sogar ziemlich. Ich warte einfach ab, was passiert. Ich werde auf dem Platz mein Bestes geben und dann sehen wir weiter.“

Damit bleibt Kane weiterhin auf seinem Kurs, keine große Kampagne zu fahren oder Ansagen zu machen. Eberls Aussage nach dem Union-Spiel dürfte genau darauf abzielen. Aus Sicht des Bayern-Bosses braucht es für außergewöhnliche Leistungen offenbar keinen großen „Wahlkampf“.

Kane liefert seine Argumente stattdessen weiterhin auf dem Rasen – gegen Union mit den Bundesliga-Toren 100 und 101.

Quelle: FCBinsideZum Original

Kommentare