Jamal Musiala nähert sich beim FC Bayern wieder seiner Topform. Nun könnte der 23-Jährige auch beim Neustart der Nationalmannschaft eine Schlüsselrolle spielen.
Vor wenigen Wochen stand bei Jamal Musiala noch die Frage im Vordergrund, wann er überhaupt wieder regelmäßig Fußball spielen kann. Mittlerweile hat sich die Situation grundlegend verändert. Der 23-Jährige ist beim FC Bayern zurück – und könnte jetzt auch für Jürgen Klopp schneller wichtig werden als zunächst gedacht.
Nach seinen gesundheitlichen Problemen wurde Musiala von Vincent Kompany zunächst vorsichtig aufgebaut. Beim 0:0 auf Schalke sammelte er gut 30 Minuten Spielpraxis, gegen Bodo/Glimt folgte das Startelf-Comeback. Musiala erzielte beim 5:0 das wichtige 1:0, wurde nach 65 Minuten aber noch planmäßig ausgewechselt.
Gegen Union Berlin folgte der nächste und bislang deutlichste Schritt. Beim 7:0 stand Musiala erstmals seit seiner Pause wieder über die kompletten 90 Minuten auf dem Platz. Dabei erzielte er den Führungstreffer und bereitete das 3:0 von Michael Olise vor. Anschließend machte Musiala deutlich, wie wichtig gerade die volle Spielzeit für ihn war.
„Ich fühle mich sehr gut. Jedes Spiel ist ein Schritt nach vorne. Ich weiß, dass es noch Schritte gibt, die ich machen kann, aber wieder 90 Minuten zu spielen, ist ein super Gefühl. Das habe ich lange nicht gemacht und ich freue mich auf das, was weiter kommt“, erklärte er bei Sky.
Klopp über Musiala: „Alles ist geklärt“

Jetzt wartet die nächste Bewährungsprobe. Musiala ist zur deutschen Nationalmannschaft gereist und soll – anders als viele andere Spieler aus Klopps ungewöhnlichem XXL-Aufgebot – die komplette Länderspielphase beim DFB verbringen. Ursprünglich war dabei vor allem vorgesehen, ihm über kontinuierliches Training und dosierte Einsatzzeiten weiteren Rhythmus zu verschaffen.
Doch Musialas Entwicklung könnte diesen Plan bereits verändern. Nach Informationen von Sky fühlt sich der Bayern-Star inzwischen bereit, am Donnerstag gegen die Niederlande direkt in der Startelf zu stehen. Auch die Anpassung seiner Medikation soll sein Körper gut angenommen haben.
Auch Klopp betonte vor dem Spiel, dass Musiala faktisch wieder bei 100 Prozent ist: „Es gibt keinen Grund, mit Jamal darüber zu sprechen oder darüber nachzudenken. Alles ist geklärt. Was wir brauchen, ist Normalität, was der Junge braucht, ist Normalität. Die haben wir hier. Er trainiert völlig normal.“
Bayern-Präsident Herbert Hainer sieht Musiala ebenfalls wieder deutlich näher an seinem früheren Niveau. „Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, weil ich glaube, dass man am Freitag zum ersten Mal wieder den alten Jamal Musiala gesehen hat und auch erahnen kann, was er für ein wertvoller Spieler für uns und für Deutschland ist.“
Für Klopp könnte das zum idealen Zeitpunkt kommen. Der neue Bundestrainer startet gegen die Niederlande in seine Amtszeit und muss einer neu zusammengestellten Mannschaft möglichst schnell eine offensive Identität geben. Musiala bringt dafür Qualitäten mit, die im deutschen Kader nur wenige Spieler besitzen: enge Ballführung, Dribblings auf kleinem Raum und die Fähigkeit, aus dem Zentrum selbst Torgefahr zu entwickeln.
Eine offensive Formation mit Musiala, Kai Havertz und Karim Adeyemi gilt für das Spiel in Amsterdam als mögliche Variante. Klopp könnte dabei im 4-2-3-1 oder 4-3-3 agieren.
Damit hat sich Musialas Ausgangslage innerhalb weniger Wochen bemerkenswert verändert. Beim FC Bayern ging es zunächst darum, den Offensivstar ohne Risiko wieder an sein Leistungsniveau heranzuführen. Jetzt könnte er bereits beim ersten Spiel der neuen DFB-Ära zu einem wichtigen Faktor für Klopp werden.











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