Florian Wirtz wird erneut mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht. Doch ausgerechnet die Entwicklung der Münchner wirft eine entscheidende Frage auf.
Florian Wirtz und der FC Bayern – dieses Transfer-Thema scheint einfach nicht zu verschwinden. Im Sommer 2025 bemühten sich die Münchner intensiv um den deutschen Nationalspieler und wären für ihren damaligen Wunschspieler sogar zu einer Investition jenseits der 100 Millionen Euro bereit gewesen. Wirtz entschied sich jedoch für den FC Liverpool, der rund 125 Millionen Euro an Bayer Leverkusen zahlte.
15 Monate später ist die Situation eine andere. Wirtz konnte die enormen Erwartungen in England bislang nicht erfüllen. Zuletzt berichtete Football Insider, dass Liverpool mit einem möglichen Bayern-Angebot rechnet. TEAMtalk hatte zuvor ebenfalls vermeldet, dass die Münchner seine Entwicklung weiterhin verfolgen.
Aus Deutschland kommen allerdings gegenteilige Signale. Nach Informationen von BILD-Fußballchef Christian Falk plant Bayern aktuell keinen neuen Vorstoß. Trainer Vincent Kompany soll schlicht keinen Bedarf für einen weiteren hochkarätigen Spielmacher sehen.
Und genau hier liegt die entscheidende Frage: Wo würde Wirtz in dieser Bayern-Mannschaft überhaupt spielen?
Musiala, Olise, Kane: Wo wäre noch Platz für Wirtz?
Schon beim ersten Bayern-Werben um Wirtz war die Rollenverteilung nicht völlig klar. Jamal Musiala hatte langfristig verlängert und sollte eigentlich das offensive Zentrum prägen. Zwischenzeitlich gab es deshalb Überlegungen, Musiala und Wirtz gemeinsam in einer Art Doppelzehn einzusetzen.
Inzwischen hat sich Bayerns Offensive weiterentwickelt. Musiala ist nach seinen gesundheitlichen Problemen auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Michael Olise spielt auf Weltklasse-Niveau und kann sowohl von rechts als auch aus dem Zentrum Spiele entscheiden. Harry Kane ist im Sturm gesetzt und soll seinen bis 2027 laufenden Vertrag verlängern.
Auf der linken Seite spielt Luis Díaz. Der Kolumbianer steckt zwar derzeit in einem Formtief, hat seine Qualität in München aber bereits gezeigt. Wirtz könnte grundsätzlich ebenfalls auf den Flügel ausweichen. Ob das seine optimale Position wäre, ist allerdings fraglich. Auch bei der enttäuschenden WM der deutschen Nationalmannschaft konnte er auf der linken Seite kaum Akzente setzen.
Damit würde ein Wirtz-Transfer womöglich eine neue Baustelle schaffen, statt eine bestehende zu schließen. Einer der hochkarätigen Offensivspieler müsste seinen Platz räumen oder Kompany sein System verändern.
Auch Lothar Matthäus sieht deshalb aktuell keinen zwingenden Grund für einen Bayern-Transfer. „Ich sehe da keinen Handlungsbedarf“, erklärte der Rekordnationalspieler beim Schiedsrichter-Gipfel des DFB in München mit Blick auf die Besetzung mit Díaz, Musiala und Olise hinter Kane.
Hinzu kommt Wirtz‘ schwierige Entwicklung in Liverpool. Dietmar Hamann fällte bei derselben Veranstaltung ein deutliches Urteil über den 23-Jährigen: „Ich sehe einen Spieler, der sehr viel Geld gekostet hat, letztes Jahr schlecht gespielt hat und dieses Jahr wieder schlecht gestartet ist.“
Der frühere Liverpool-Profi sieht Wirtz bislang nicht in jener Rolle, für die er verpflichtet wurde: „Er hat schon ein Jahr Zeit gehabt. Er ist bis hierher noch nicht besser geworden und deswegen fehlt mir ein bisschen die Fantasie, warum das jetzt nach 14 oder 15 Monaten besser werden sollte. Über die 15 Monate war es einfach zu wenig“.
Trotzdem bringt ausgerechnet Hamann Bayern wieder ins Spiel. „In Liverpool werden die Stimmen jetzt lauter: Dass wenn es so weitergeht, dass man eine Lösung finden muss. Und ja, die Bayern wollten ihn ja schon mal haben“, sagte der 53-Jährige und ergänzte: „Wenn sie das Geld haben und wenn sie noch wollen, dann wer weiß …“
Wirtz-Transfer wäre sicher nicht preiswert
Matthäus schreibt Wirtz dagegen keineswegs ab: „Wir wissen, was Florian Wirtz kann, er muss das Potenzial ausschöpfen. Er hat in Liverpool nicht mehr das Umfeld aus Mitspielern, die ihm jeden Ball zuspielen […] Er muss sich freischwimmen und wenn er das schafft, dann wird er auch wieder diese Leistungen bringen und der Unterschiedsspieler sein, der er bei Bayer Leverkusen war.“
Genau darin liegt für Bayern die Abwägung. Wirtz hat natürlich weiter riesige fußballerische Qualitäten. Findet er wieder zu seiner Leverkusener Form, gehört er zu den außergewöhnlichsten Offensivspielern Europas.
Ein Transfer dürfte deshalb vor allem eine Frage des Preises sein. 2025 war Bayern bereit, für Wirtz eine dreistellige Millionensumme zu investieren. Heute ist die Ausgangslage eine andere: Musiala ist langfristig gebunden, Olise hat sich zum Superstar entwickelt und die Offensive verfügt über zahlreiche hochkarätige Optionen.
Für einen Preis in der Größenordnung der damaligen Liverpool-Ablöse wäre ein neuer Bayern-Anlauf deshalb nur schwer zu begründen. Sollte Liverpool irgendwann zu einem erheblichen Preisnachlass bereit sein, könnte die Rechnung anders aussehen. Die sportliche Qualität von Wirtz steht grundsätzlich außer Frage – der Bedarf beim FC Bayern inzwischen deutlich mehr.











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