Harry Kane gehört nach seiner herausragenden vergangenen Saison zu den Anwärtern auf den Ballon d’Or. Während andere Kandidaten öffentlich offensiver mit ihren Ambitionen umgehen, möchte der Bayern-Star allerdings keinen persönlichen Wahlkampf betreiben.
Im Gespräch mit dem Standard wurde Kane auf Spieler wie Lamine Yamal und Kylian Mbappé angesprochen, die öffentlich für ihre Chancen auf die prestigeträchtige Auszeichnung werben. Der 33-Jährige hat damit grundsätzlich kein Problem, verfolgt selbst aber einen anderen Ansatz.
„Jeder hat das Recht, in einer solchen Situation so zu handeln, wie er es möchte. Offensichtlich hat der Ballon d’Or in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen, vor allem aufgrund der sozialen Medien, des ganzen Trubels und der vielen Diskussionen darüber.“
„Definitiv im Rennen um den Titel“
Für Kane passt es schlicht nicht zu seiner Art, öffentlich die Werbetrommel für sich selbst zu rühren. Gleichzeitig möchte der Engländer seine eigenen Leistungen keineswegs kleinreden.
„Aus meiner Sicht entspricht es einfach nicht meiner Persönlichkeit, in diesem Zusammenhang über mich selbst zu sprechen. Ich bin dennoch sehr stolz auf das, was ich erreicht habe. Und grundsätzlich weiß ich, dass das, was ich letztes Jahr erreicht habe, genauso gut war wie das von jedem anderen.“
Dass er selbst zu den ernsthaften Kandidaten gehört, steht für Kane außer Frage: „Ich glaube, ich bin definitiv im Rennen um den Titel, ohne Zweifel. Die Zeit wird es zeigen – die Wähler werden für denjenigen stimmen, den sie wollen.“
Der Bayern-Torjäger räumt durchaus ein, dass eine offensive Selbstvermarktung die öffentliche Diskussion beeinflussen kann. Ob sie auch Auswirkungen auf die eigentliche Abstimmung hat, kann Kane allerdings nicht einschätzen.
Kane setzt lieber auf Lob von anderen

„Ob es einen Einfluss darauf hat, ob [andere Anwärter] mehr oder weniger Interviews geben, hat natürlich Auswirkungen auf die öffentliche Wahrnehmung und auf die Debatte darum, ganz sicher.“
Bei den Wahlberechtigten erwartet Kane dagegen vor allem eine Bewertung der sportlichen Leistungen: „Ich denke, die Wähler werden für denjenigen stimmen, von dem sie glauben, dass er es verdient, und sie werden die Informationen und die Statistiken haben und dann entscheiden.“
Auch der Zeitpunkt der Ballon-d’Or-Wahl ist für den Bayern-Star nicht optimal. Während längst die neue Saison läuft, drehen sich die Diskussionen weiterhin um die Leistungen der vergangenen Spielzeit. Dennoch macht Kane keinen Hehl daraus, welchen Stellenwert die Auszeichnung für ihn hätte: „Aber aus meiner Sicht wäre es unglaublich, ihn zu gewinnen – ich wäre extrem stolz darauf.“
Eigenwerbung bleibt trotzdem nicht sein Weg. „Aus meiner Sicht macht es mich stolzer, wenn andere über mich sprechen, wenn andere Teamkollegen oder ehemalige Spieler oder wer auch immer es ist – Menschen, die mir Komplimente für das machen, was ich erreicht habe. Ich glaube, das macht mich stolzer, als wenn ich versuche, selbst darüber zu sprechen.“
Kanes Botschaft ist damit klar: Der Bayern-Star sieht sich selbst im Rennen um den Ballon d’Or. Die Argumente dafür möchte er aber weiterhin vor allem auf dem Platz liefern.










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