Der Treffer von BVB-Profi Felix Nmecha beim 1:1 der deutschen Nationalmannschaft gegen die Niederlande sorgt auch nach Abpfiff für Diskussionen. Nachdem Oranje-Kapitän Virgil van Dijk das deutsche Führungstor als „Schande“ bezeichnet hatte, hat Bundestrainer Jürgen Klopp die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen.
Bei seinem Debüt als Bundestrainer musste sich Jürgen Klopp mit einem Unentschieden begnügen. Borussia Dortmunds Felix Nmecha hatte die DFB-Auswahl in Amsterdam in der 32. Minute in Führung gebracht, ehe Cody Gakpo in der Nachspielzeit zum 1:1-Endstand traf.
Für reichlich Gesprächsstoff sorgte allerdings vor allem die Entstehung des deutschen Treffers.
Der niederländische Angreifer Brian Brobbey hatte sich zuvor verletzt und saß auf dem Rasen. Die deutschen Spieler setzten ihren Angriff dennoch fort. Nach einer Flanke von Philipp Treu landete der Ball schließlich bei Nmecha, der aus kurzer Distanz einschob. Anschließend kam es zu einer Rudelbildung, weil die Niederländer den Treffer als unsportlich empfanden.
Klopp verteidigt Nmecha-Tor: „Vollkommen legitim“
Auf der anschließenden Pressekonferenz machte Klopp deutlich, dass er die Aufregung nicht nachvollziehen könne. „Die Regel ist, der Schiedsrichter unterbricht das Spiel, nicht die Spieler“, erklärte der 59-Jährige. Seine Mannschaft habe lediglich schneller auf die Situation reagiert als der Gegner.
Auch im umgekehrten Fall hätte Klopp von seinen Spielern erwartet, bis zum Pfiff weiterzumachen: „Wäre das uns passiert, würde ich meiner Mannschaft sagen: Ihr müsst weiterspielen. Vor allem in der Verteidigung musst du weiterspielen.“
Stattdessen hätten die Niederländer kurzzeitig abgeschaltet, was die DFB-Elf eiskalt ausnutzte: „Wir haben es ganz toll genutzt mit einer ganz tollen Aktion. Gute Flanke, guter Laufweg – Felix Nmecha war da, wo er sein muss, und haut den Ball rein.
Kein Verständnis für Van Dijks Vorwurf
Besonders deutlich wurde Klopp angesichts der Kritik seines ehemaligen Liverpool-Kapitäns Virgil van Dijk. Dieser hatte das deutsche Führungstor nach der Partie als „Schande“ bezeichnet.
Der Bundestrainer zeigte zwar Verständnis für die Emotionen unmittelbar nach dem Gegentreffer, widersprach seinem früheren Schützling jedoch entschieden: „Es war sicher keine Schande, aber aus der Emotion heraus ist erst mal alles erlaubt zu sagen.“

Seiner Ansicht nach habe auch die Reaktion der niederländischen Spieler und Zuschauer gezeigt, dass die Situation nicht über die gesamte Partie hinweg für Empörung gesorgt habe.
Abschließend stellte Klopp unmissverständlich klar: „Das Tor ist vollkommen legitim. Ich habe kein schlechtes Gewissen und ich hätte eins, wenn es nicht legitim wäre. Ich hätte es trotzdem genommen, aber hätte ein schlechtes Gewissen, und das habe ich nicht.“










Kommentare