Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic sind beim FC Bayern gesetzt, doch Tom Bischof macht Druck. Für Vincent Kompany eröffnen sich neue Möglichkeiten.
Im zentralen Mittelfeld des FC Bayern zeichnet sich ein spannender Konkurrenzkampf ab. Dabei muss es allerdings gar nicht zwingend darum gehen, wer sich am Ende durchsetzt – sondern vielmehr darum, wie Vincent Kompany die Spielzeit zwischen Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof verteilt.
Kimmich ist dabei aktuell der Fixpunkt. Der 31-Jährige lenkt das Bayern-Spiel aus dem Zentrum und ist unter Kompany praktisch gesetzt. Neben ihm hat sich Pavlovic festgespielt. Abgesehen vom Pokalspiel gegen den VfL Osnabrück stand der 22-Jährige in jedem bisherigen Pflichtspiel in der Startelf.
Dabei war die Ausgangslage vor Saisonbeginn spannend. Bischof gehörte zu den Gewinnern der Vorbereitung und machte Druck auf Pavlovic. Der gebürtige Münchner ließ sich davon bislang allerdings nicht verdrängen und überzeugte mit starken Leistungen.
Bischof wiederum zeigte zuletzt beim 7:0 gegen Union Berlin, warum er trotzdem eine wichtige Rolle spielen kann. Nach seiner Einwechslung in der 63. Minute bereitete der 21-Jährige gleich zwei Treffer von Michael Olise vor.
Kompany kann drei verschiedene Kombinationen nutzen
Genau hier liegt Kompanys eigentliches Luxusproblem. Auf dem Papier stehen im zentralen Mittelfeld meistens nur zwei Plätze zur Verfügung. Angesichts der enormen Belastung mit Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal dürfte daraus aber kaum eine dauerhafte Entscheidung zwischen Pavlovic und Bischof entstehen.
Vielmehr kann Kompany zwischen unterschiedlichen Kombinationen wechseln. Kimmich und Pavlovic sind aktuell das eingespielte Duo. Bischof könnte aber ebenso an der Seite Kimmichs beginnen und mit seiner Dynamik und Kreativität andere Akzente setzen.
Besonders interessant ist eine dritte Variante: Pavlovic und Bischof gemeinsam. Diese Kombination würde es Kompany ermöglichen, auch Kimmich gezielt Pausen zu verschaffen. Gerade beim 31-Jährigen dürfte die Belastungssteuerung im Laufe der Saison noch eine wichtige Rolle spielen.
Bisher musste Bayern auf seinen Mittelfeldchef kaum verzichten. Mit einem weiter erstarkenden Bischof könnte sich das ändern, ohne dass Kompany dafür die Qualität im Zentrum erheblich reduzieren müsste.
Die Frage lautet deshalb weniger: Pavlovic oder Bischof? Vielmehr muss Kompany entscheiden, welche Kombination für welches Spiel am besten geeignet ist – und wie er die Belastung so verteilt, dass alle drei regelmäßig auf ihre Minuten kommen.
Spannend wird diese Rollenverteilung nun zunächst bei der deutschen Nationalmannschaft. Auch Jürgen Klopp muss sich Gedanken darüber machen, wie er mit dem Bayern-Trio umgeht.

Kimmich gehört zum ersten Teil des XXL-Kaders und wird von Klopp ausdrücklich als Mittelfeldspieler eingeplant. Pavlovic stößt dagegen erst für den zweiten Block mit den Nations-League-Spielen gegen Serbien und Griechenland dazu. Auch Bischof wird dann zur A-Nationalmannschaft wechseln, nachdem er zuvor als Kapitän mit der U21 unterwegs ist.
Klopp und Kompany haben sich über Bischofs Belastung sogar direkt ausgetauscht. „Tom wird in der zweiten Gruppe mit uns sein. In der ersten Gruppe wird er mit den U21s als ihr Kapitän sein. Das wurde auch mit Vincent Kompany abgesprochen. Er spielt auch nicht jede Woche drei Spiele, also wird er zuerst mit der U21 spielen und dann zu uns stoßen“, erklärte Klopp.
Damit bekommt Kompany nach der Länderspielphase möglicherweise drei zentrale Mittelfeldspieler zurück, die auf ganz unterschiedliche Weise Spielpraxis gesammelt haben. Wie er anschließend die Rollen verteilt, könnte zu einer der interessantesten Personalfragen der kommenden Bayern-Wochen werden.










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