Jürgen Klopp muss vor dem Nations-League-Duell gegen Serbien eine weitere wichtige Personalfrage klären. Weil Joshua Kimmich in der zweiten Länderspielwoche wie geplant nicht zum DFB-Kader gehört, benötigt die deutsche Nationalmannschaft vorübergehend einen neuen Kapitän.
Wer die Mannschaft am Donnerstagabend in München auf den Platz führen wird, hat Klopp bislang offengelassen. „Keine Ahnung, darüber habe ich keine Sekunde nachgedacht. Das werde ich auch noch, versprochen. Am Ende wird jemand die Binde tragen“, erklärte der Bundestrainer bei der Vorstellung seiner beiden Aufgebote.
Die bisherigen Stellvertreter stehen ebenfalls nicht zur Verfügung. Kai Havertz war für die zweite Länderspielwoche ohnehin nicht vorgesehen und fällt zudem verletzt aus. Antonio Rüdiger hat seine Nationalmannschaftskarriere nach der Weltmeisterschaft beendet. Damit muss Klopp eine neue Lösung finden.
Gnabry und Wirtz bringen viel DFB-Erfahrung mit
Gemessen an den Länderspielen wäre Serge Gnabry der naheliegendste Kandidat. Der Bayern-Profi kommt auf 61 Einsätze und besitzt damit die meiste internationale Erfahrung im aktuellen Aufgebot.
Allerdings befindet sich der 31-Jährige nach seiner Muskelverletzung weiterhin im Aufbau. In Klopps ersten beiden Partien wurde Gnabry lediglich eingewechselt. Sollte er auch gegen Serbien nicht in der Startelf stehen, dürfte sich die Kapitänsfrage bei ihm ohnehin erledigt haben.

Mit 46 Länderspielen folgt Florian Wirtz. Für den erst 23-Jährigen wäre die Binde eine besondere Auszeichnung. Ob Klopp seinem Offensivstar zusätzlich zu seiner sportlichen Verantwortung auch das Kapitänsamt übertragen möchte, ist allerdings offen.
Wirtz steht bei der Nationalmannschaft ohnehin stark im Fokus. Klopp hatte zuletzt selbst darauf hingewiesen, welchem Erwartungsdruck der Liverpool-Star ausgesetzt ist. Auch deshalb könnte sich der Bundestrainer dafür entscheiden, seinen Spielmacher nicht zusätzlich mit dem Kapitänsamt zu belasten.
Raum und Schlotterbeck kennen die Kapitänsrolle
Zwei weitere Optionen bringen bereits Erfahrung als Führungsspieler auf Vereinsebene mit. David Raum hat 39 Länderspiele absolviert und trägt auch bei RB Leipzig die Kapitänsbinde.
Der 28-Jährige hat mehrfach betont, dass ihm die zusätzliche Verantwortung entgegenkommt. „Zusätzlichen Druck habe ich nicht verspürt. Im Gegenteil: Ich bin daran gewachsen, es hat mir geholfen“, sagte Raum über seine Rolle in Leipzig. Voraussetzung wäre allerdings auch bei ihm ein Platz in der Startelf.
Nico Schlotterbeck gehört ebenfalls zum Kreis der möglichen Kandidaten. Der Dortmunder kommt bislang auf 30 Einsätze für Deutschland und hat beim BVB bereits Verantwortung als Kapitän übernommen. Auch innerhalb der Nationalmannschaft hat der Innenverteidiger zuletzt an Bedeutung gewonnen.
Klopp muss damit zwischen mehreren unterschiedlichen Profilen wählen. Gnabry und Wirtz bringen die größte Länderspielerfahrung mit, Raum und Schlotterbeck kennen die Rolle als Kapitän bereits aus ihren Vereinen. Spätestens vor dem Anpfiff gegen Serbien wird feststehen, wer Kimmich als DFB-Spielführer vertritt.










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