Sportlich spielt er bei Galatasaray Istanbul aktuell keine Rolle. Der Platz von Ilkay Gündogan (35) ist auf der Bank. Doch die Verdienste des langjährigen BVB-Profis sind unbestritten.
Champions-League-Sieger, Deutscher Meister und Englischer Supercupsieger: Der Trophäenschrank Gündogans quillt fast schon über. In der Vita des Mittelfeldmannes stehen zudem 85 Länderspiele. Im November 2020 trug der gebürtige Gelsenkirchener erstmals die Kapitänsbinde der deutschen Nationalelf.
In dieser Saison sammelte der Deutsch-Türke in Istanbul erst elf Einsatzminuten. Während seiner Zeit bei Borussia Dortmund von 2011 bis 2016 hatte Gündogan noch ein ganz anderes Standing. Er bestritt 157 Pflichtspiele für die Schwarz-Gelben, in denen er 15 Treffer erzielte und 19 weitere vorbereitete. Vor zehn Jahren legte Manchester City 27 Millionen Euro auf den Tisch, um ihn vom BVB loszueisen und in die Premier League zu lotsen.
„Kein Trainer ist so authentisch wie er“
Während seiner Zeit bei der Borussia sammelte Gündogan Erfahrungen der besonderen Art mit Jürgen Klopp (59). In einem ZEIT-Interview spricht er über einen heftigen Wutausbruch des neuen Bundestrainers. „Jürgen hat mir mal einen Einlauf verpasst“, erinnert sich der 35-Jährige. Auslöser für den Ärger war aus Sicht des damaligen BVB-Coachs, dass der Mittelfeldspieler zu spät auf dem Trainingsgelände erschien, um einen Termin beim Physiotherapeuten wahrzunehmen.
Der einstige DFB-Kapitän schildert anschaulich von Klopps Impulsivität: „Da kam er ins Zimmer gestürmt, schrie mich an, knallte die Tür“. Doch der Fußballlehrer fing sich schnell wieder und zeigte Reue auf seine ganz eigene, emotionale Weise. „Eine halbe Stunde nahm er mich in den Arm und erklärte mir, warum er so streng war. Eigentlich hatte er Recht“, erinnert sich Gündogan. Bis heute schwärmt er von dessen zwischenmenschlichen Qualitäten: „Ehrlich, direkt, sympathisch. Kein Trainer ist so authentisch wie er.“

Dass der Job beim DFB für Klopp kein Selbstläufer werde, liegt für den Routinier, der bei Gala einen Vertrag bis Sommer 2027 besitzt, auf der Hand. „Spanien, Frankreich oder England sind besser besetzt. Das ist nun mal die Realität, kann aber keine Begründung für ein Ausscheiden vor dem Achtelfinale bei großen Turnieren sein“, stellt Gündogan klar. Dennoch blickt er optimistisch auf die Ära unter seinem Ex-Coach: „Ich bin trotzdem froh, dass Jürgen Bundestrainer ist. Er hat auch Liverpool und Dortmund am Boden übernommen und zu Titeln geführt.“










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