Die lauten „Adeyemi“-Rufe während der 0:1-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen Griechenland sorgten zunächst für Verwunderung. Nun ist klar, was hinter den ungewöhnlichen Zwischenrufen steckte: Karim Adeyemi und weitere DFB-Stars waren von Zuschauern aus dem Block heraus massiv beschimpft worden – ein Fan wehrte sich.
Immer wieder war während der Partie in Augsburg der Name des ehemaligen BVB-Profis zu hören. „Karim, hol ihn dir, Junge!“, rief ein Zuschauer mehrfach in Richtung des Angreifers. Die Rufe waren über die Außenmikrofone deutlich in der TV-Übertragung zu hören und sorgten auch in den sozialen Medien für Aufmerksamkeit.
Dahinter steckte allerdings kein Spott gegen Adeyemi. Der Nürnberger Steven Pawlowicz wollte mit seinen lautstarken Anfeuerungsrufen vielmehr andere Zuschauer übertönen.
„In der ersten Minute kamen aus der dritten Reihe hinter uns wüste Beschimpfungen Richtung der deutschen Spieler, anfangs vor allem gegen Bayern-Spieler. Beleidigungen, die dann umgeschlagen sind, dass es auch in Richtung von Aussehen ging“, schilderte der 32-Jährige.
Auch Zuschauer wurden angegangen
Die verbalen Attacken richteten sich demnach nicht ausschließlich gegen die Nationalspieler. Laut Pawlowicz wurden auch andere Zuschauer beleidigt und teilweise sogar mit Gewalt bedroht. „Es wurden auch andere Zuschauer wüst beleidigt und sogar mit Gewalt bedroht mit Ausrufen wie ‚Komm doch her!‘ oder ‚Was willst du eigentlich?‘“, berichtete der DFB-Anhänger.
Pawlowicz und sein Freund hätten daraufhin einen Ordner informiert. Eine Reaktion blieb nach seinen Angaben jedoch aus. „Wir haben sofort dem Ordner Bescheid gegeben. Es kam aber keine Reaktion – nur ein Achselzucken“, sagte er.
Nach rund 20 Minuten wechselten Adeyemi und Kevin Schade die Seiten. Dadurch spielte der frühere Dortmunder plötzlich unmittelbar vor dem Block, in dem auch die mutmaßlichen Pöbler saßen. Pawlowicz reagierte darauf mit positiven Rufen für den Nationalspieler.
„Jedes Mal, wenn sie etwas Ekliges geschrien haben, habe ich etwas Positives geschrien, aber lauter“, erklärte der Zuschauer. Dass seine Rufe aufgrund eines Außenmikrofons auch im Fernsehen zu hören waren, wusste er zu diesem Zeitpunkt nicht.
„So etwas habe ich bei Länderspielen noch nicht erlebt“
In der zweiten Halbzeit waren die Beschimpfungen offenbar nicht mehr zu hören. Pawlowicz vermutet, dass Zuschauer die Polizei eingeschaltet hatten und die betreffenden Personen den Block verlassen mussten.

Für den langjährigen DFB-Anhänger war der Vorfall dennoch außergewöhnlich. „So etwas habe ich bei Länderspielen noch nicht erlebt“, erklärte Pawlowicz. Die Atmosphäre bei Deutschland-Spielen sei normalerweise eine völlig andere: „Deutschland-Spiele sind eigentlich super entspannt, nicht zu vergleichen mit Spielen in der Bundesliga. Super friedfertige Atmosphäre – egal ob gegen Italien oder Finnland.“
Seine Botschaft an die Fans fällt entsprechend deutlich aus: „Mir geht es darum, dass unsere Grundwerte verkörpert werden. Solche Ausrufe haben in unseren Stadien keinen Platz!“










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