Luis Díaz wartet beim FC Bayern weiter auf Tore. Neue Leistungsdaten zeigen allerdings: Abseits seiner schwachen Chancenverwertung läuft vieles besser als zuvor.
Ein Tor in sieben Pflichtspielen, keine Vorlage und zahlreiche vergebene Großchancen: Die nackte Ausbeute von Luis Díaz liest sich zum Saisonstart alles andere als überzeugend. Beim FC Bayern wurde zuletzt deshalb immer häufiger über ein Formtief des Kolumbianers diskutiert.
Ein genauerer Blick auf seine Leistungsdaten zeichnet allerdings ein anderes Bild. Wie die tz unter Berufung auf Zahlen des Statistikdienstleisters Opta berichtet, kommt Díaz derzeit sogar häufiger und besser in gefährliche Situationen als in seiner starken Vorsaison.
Besonders deutlich wird das bei der Qualität seiner Torchancen. Sein Expected-Goals-Wert pro Spiel ist demnach von 0,51 auf 0,64 gestiegen. Bei den erarbeiteten Torchancen und den Ballaktionen im gegnerischen Strafraum gehört der 29-Jährige im Vergleich mit 1.128 Flügelspielern aus Europas Top-5-Ligen sogar zum absoluten Spitzenbereich.
Auch im Eins-gegen-Eins sucht Díaz häufiger das Duell. Gleichzeitig hat er sich bei seinen Kopfballduellen verbessert. Vieles deutet damit darauf hin, dass aktuell weniger sein gesamtes Spiel als vielmehr der letzte Abschluss das Problem ist.
Díaz lässt so viele Großchancen liegen wie kein anderer
Genau dort sind die Zahlen allerdings drastisch. Neun Großchancen hatte Díaz in dieser Saison bereits – Bundesliga-Bestwert. Acht davon ließ er ungenutzt. Seine Chancenverwertung ist von 43 Prozent in der vergangenen Saison auf aktuell nur noch elf Prozent eingebrochen.
Besonders auffällig ist die Differenz zwischen seinen tatsächlich erzielten Toren und dem Expected-Goals-Wert. Mit minus 3,48 liegt derzeit kein anderer Bundesliga-Profi so deutlich unter seinem statistisch zu erwartenden Wert.
Dass Díaz grundsätzlich weiterhin präzise abschließt, zeigt eine andere Zahl: 67 Prozent seiner Schüsse gehen auf das Tor. In der Vorsaison waren es 64 Prozent. Der Kolumbianer kommt also weiterhin in die richtigen Räume und bringt seine Abschlüsse aufs Gehäuse – nur der Ball landet momentan zu selten im Netz.
Bei den Bayern bleibt man deshalb gelassen. Sportvorstand Max Eberl hatte die Diskussionen um den Offensivstar zuletzt bereits relativiert: „Einige wären froh, wenn sie so eine Delle hätten wie er.“
Auch Díaz selbst sieht vor allem die Chancenverwertung als Problem. „Ich weiß, dass es nur die Chancenverwertung ist. Es fehlt nur der Abschluss – und dann ist es gut“, erklärte er zuletzt bei Sky.
Aktuell bekommt der 29-Jährige eine zusätzliche Verschnaufpause. Kolumbiens Nationaltrainer Néstor Lorenzo verzichtete nach Rücksprache mit Díaz auf eine Nominierung für die anstehende Länderspielphase. Bereits im vergangenen Winter hatte eine kurze Pause einen ähnlichen Effekt: Anschließend spielte Díaz eine starke Rückrunde und beendete seine erste Bayern-Saison mit 26 Toren und 23 Vorlagen in 51 Pflichtspielen.
Die aktuellen Daten sprechen damit weniger für eine grundsätzliche Formkrise als für eine außergewöhnliche Abschlussschwäche. Nach der Länderspielpause bekommt Díaz gegen den FC Augsburg die nächste Gelegenheit, auch seine Torquote wieder den übrigen Leistungswerten anzupassen.










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