Zwischen sportlichem Ehrgeiz und Belastungssteuerung: Borussia Dortmund sucht offenbar das Gespräch mit dem griechischen Verband, um einen seiner Shootingstars zu schützen.
Der BVB soll den griechischen Fußballverband kontaktiert haben, um ihn zu bitten, Konstantinos Karetsas beim Spiel gegen Deutschland dosiert einzusetzen. Das berichtet „Sky„. In allen drei bisherigen Partien der laufenden Nations-League-Phase stand der Offensivspieler für Griechenland von Beginn an auf dem Platz, beim historischen Sieg gegen die deutsche Nationalmannschaft sogar über die vollen 90 Minuten. Nun hat Borussia Dortmund offenbar Kontakt zum griechischen Verband aufgenommen und darum gebeten, den Youngster im anstehenden Rückspiel etwas vorsichtiger einzusetzen.
Der Grund für diese Bitte liegt im engen Terminplan der Dortmunder. Bereits am kommenden Freitag wartet in der Bundesliga das nächste Spiel gegen Werder Bremen auf die Borussia. Danach wird es für den BVB über mehrere Wochen besonders intensiv: Gleich dreimal steht die Champions League auf dem Programm, ehe im Anschluss das DFB-Pokal-Duell gegen eben jenes Team aus Bremen sowie der Klassiker beim FC Bayern München folgen. Für dieses dichte Programm benötigt Dortmund seinen jungen Offensivspieler fit und in bestmöglicher Verfassung.
Für Griechenland selbst steht in dieser Nations-League-Kampagne allerdings einiges auf dem Spiel. Nach drei von sechs Partien führt die griechische Mannschaft ihre Gruppe an, in der auch Deutschland, die Niederlande und Serbien vertreten sind. Aktuell liegt Griechenland zwei Punkte vor den punktgleichen Niederländern. Selbst bei einer Niederlage gegen Deutschland würde für die Griechen im schlimmsten Fall nur Rang zwei bleiben – und auch dieser Platz würde für den Einzug ins Viertelfinale der Nations League reichen. Mit einem Sieg gegen den DFB hätten die Griechen sogar sechs Punkte Vorsprung auf den dritten Platz, bei dann nur noch zwei ausstehenden Spielen wäre ihnen der Einzug in die nächste Runde kaum noch zu nehmen.
BVB-Star Konstantinos Karetsas ein gefragter Mann
Vor diesem Hintergrund dürfte der griechische Verband nur wenig Interesse daran haben, auf einen seiner wichtigsten Spieler in einem derart entscheidenden Spiel zu verzichten oder ihn frühzeitig auszuwechseln. Zumal den Griechen mit Giorgos Tzolis ohnehin schon ein weiterer Leistungsträger gegen Deutschland fehlen wird. Ein kompletter oder weitgehender Verzicht auf Konstantinos Karetsas würde die ohnehin schon geschwächte griechische Offensive zusätzlich schwächen – ausgerechnet in der vermutlich wichtigsten Partie der gesamten Gruppenphase.

Damit steckt der BVB in einem echten Dilemma: Einerseits möchte der Verein seinen Youngster angesichts des kommenden Mammutprogramms schonen, andererseits dürfte der griechische Verband kaum bereit sein, auf seinen Schlüsselspieler in diesem wichtigen Spiel zu verzichten. Sowohl sportlich als auch terminlich treffen hier also zwei nachvollziehbare, aber gegensätzliche Interessen aufeinander. Wie sich Nationaltrainer Ivan Jovanović in dieser Situation letztlich entscheidet, bleibt vorerst abzuwarten. Fest steht aber: Sollte Konstantinos Karetsas erneut über die volle Distanz spielen, dürfte das beim BVB mit Blick auf das enge Programm der kommenden Wochen für zusätzliche Sorgenfalten sorgen.










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