Thomas Müller und der FC Bayern – über viele Jahre war diese Verbindung kaum voneinander zu trennen. 2015 hätte die gemeinsame Geschichte allerdings beinahe eine überraschende Wendung genommen. Manchester United wollte den damaligen Weltmeister unbedingt verpflichten und war bereit, mehr als 100 Millionen Euro zu bezahlen.
Im Podcast The Late Run hat Müller nun noch einmal ausführlich über den möglichen Wechsel nach England gesprochen. Ganz abgeneigt war der damalige Bayern-Star einem Transfer offenbar nicht.
Eine entscheidende Rolle spielte Louis van Gaal. Der Niederländer trainierte zu diesem Zeitpunkt Manchester United und kannte Müller bestens aus seiner Zeit beim FC Bayern. Unter van Gaal hatte der Offensivspieler in München einst seinen Durchbruch geschafft.
Müller dachte über United-Wechsel nach
„Ich hatte damals durchaus die Idee, vielleicht zu wechseln, weil mein erster Trainer Louis van Gaal bei United war. Aber gleichzeitig war ich auch froh darüber, dass Bayern Nein gesagt hat“, verriet Müller.
Manchester United hinterlegte demnach ein Angebot von mehr als 100 Millionen Euro. Für Bayern kam ein Verkauf jedoch nicht infrage. Diese Haltung der Münchner empfand Müller rückblickend als enorme Wertschätzung.
„Es war für mich eine große Anerkennung, dass sie ein Angebot über 100 Millionen abgelehnt und gesagt haben: ‚Okay, du bist unser Mann.‘“
Dennoch beschäftigte sich Müller ernsthaft mit der sportlichen Herausforderung Premier League. „Es kommt immer darauf an, wie du dich bei deinem Verein fühlst. In meiner Situation habe ich mich bei Bayern wohlgefühlt, aber das Angebot war sehr gut. Gleichzeitig sah ich die Chance, wieder mit meinem Mentor zusammenzuarbeiten. Ich war Mitte 20 und hatte das Gefühl, dass ich vielleicht bereit für die Premier League wäre.“
Müller war damals 25 Jahre alt, Weltmeister und längst einer der wichtigsten Spieler des FC Bayern. Dennoch gab es in seiner Karriere auch Phasen, in denen er seine eigene Entwicklung hinterfragte.
„Wenn du 20 bist und dir deinen Platz erst verdienen musst, bist du dir selbst noch nicht völlig sicher. Selbst meine erste Saison war beeindruckend, aber du fragst dich trotzdem: Kann ich das wiederholen? Bin ich wirklich so gut?“
„Bei Bayern hast du eigentlich alles“

2015 sah die Situation anders aus. Müller fühlte sich bereit für eine neue Herausforderung. „Es gibt immer Zweifel. In diesem Moment damals fühlte ich mich bereit. Aber gleichzeitig war ich auch glücklich darüber, dass Bayern einfach Nein sagte.“
Für einen Verbleib in München sprachen aus seiner Sicht ohnehin zahlreiche Argumente. „Denn wenn du beim FC Bayern bist, hast du eigentlich alles. Du hast große Konkurrenz, spielst jedes Jahr um die Champions League, hast eine großartige Stadt und bist die Nummer eins in Deutschland. Als deutscher Nationalspieler stehst du dort immer im Rampenlicht.“
Gerade diese besondere Rolle beim deutschen Rekordmeister habe Müller geschätzt. „Ich habe es immer genossen, im Rampenlicht zu stehen, diesen Druck zu spüren und für die Fans etwas mehr Verantwortung zu tragen als andere.“
Damit erledigte sich der mögliche Wechsel zu Manchester United schließlich endgültig. Nur wenige Monate später setzte Müller ein deutliches Zeichen für seine Zukunft beim Rekordmeister: Im Dezember 2015 verlängerte er seinen Vertrag beim FC Bayern bis 2021.











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