Lennart Karl gehörte bei der ersten Länderspielphase unter Jürgen Klopp zu den zahlreichen Bayern-Profis im DFB-Aufgebot. Ursprünglich hatte der Bundestrainer mit dem 18-Jährigen allerdings ganz andere Pläne. Erst ein Anruf aus München sorgte für eine kurzfristige Änderung.
Karl war eigentlich für den ersten Teil des Lehrgangs und damit für die Spiele gegen die Niederlande und Griechenland vorgesehen. Der Offensivspieler arbeitete zu diesem Zeitpunkt nach seiner Verletzung allerdings noch an seinem Comeback. Die medizinische Abteilung des FC Bayern schaltete sich deshalb ein.
„Lennart Karl war eingeplant für die erste Woche. Dann hat die medizinische Abteilung von Bayern München mich angerufen und gesagt, sie würden ihn lieber noch ein bisschen länger im Individualtraining haben“, verriet Klopp.
Der Bundestrainer kam dem Wunsch der Münchner nach. Karl blieb zunächst an der Säbener Straße, arbeitete dort weiter individuell und stieß erst zum zweiten DFB-Aufgebot.
Klopp pflegt engen Austausch mit Bayern
Der Vorgang zeigt, wie eng der Austausch zwischen dem neuen Bundestrainer und dem deutschen Rekordmeister bereits funktioniert. Klopp bestand nicht auf seinem ursprünglichen Plan, sondern berücksichtigte die Einschätzung der Bayern-Verantwortlichen.
Dass die Kommunikation zwischen beiden Seiten einen hohen Stellenwert besitzt, hatte sich bereits kurz nach Klopps Amtsantritt gezeigt. Der 59-Jährige besuchte persönlich die Säbener Straße und tauschte sich mit den Verantwortlichen aus.

Dabei dürfte Klopp auch seine jahrelange Erfahrung als Vereinstrainer helfen. Er kennt die Perspektive der Klubs und weiß, wie sensibel der Umgang mit angeschlagenen oder gerade erst zurückkehrenden Spielern während einer Länderspielphase sein kann.
Das bedeutet allerdings nicht, dass der Bundestrainer künftig jeden Wunsch aus München erfüllen wird. Klopp muss in erster Linie die Interessen der Nationalmannschaft vertreten. Der Umgang mit Karl zeigt jedoch, dass DFB und Bayern aktuell auf einen engen und direkten Austausch setzen.
Medizinische Verbindung zwischen DFB und Bayern hilft
Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Verzahnung im medizinischen Bereich. Dr. Jochen Hahne arbeitet derzeit sowohl als Teamarzt für den FC Bayern als auch für die deutsche Nationalmannschaft. Sein Mentor ist der langjährige Bayern-Mannschaftsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt.
Gerade bei der Belastungssteuerung und der Rückkehr verletzter Spieler kann diese Verbindung von Vorteil sein. Im Fall Karl wurde dadurch eine Lösung gefunden, mit der sowohl Bayern als auch der DFB leben konnten.
Der Youngster erhielt in München zusätzliche Zeit für sein Individualtraining und bekam anschließend dennoch seine Chance bei der Nationalmannschaft. Beim 0:0 gegen Griechenland stand Karl sogar in der Startelf.
Für die Bayern dürfte Klopps bisheriger Umgang mit ihren Spielern ein positives Signal sein. Der Fall Karl zeigt: Verein und Verband stimmen sich eng miteinander ab – und der neue Bundestrainer ist durchaus bereit, bei seiner Planung auf die Bedürfnisse der Münchner Rücksicht zu nehmen.










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