Gleich 44 Spieler nominierte Jürgen Klopp für seinen ersten DFB-Kader. Das Fazit für die 15 potenziellen Debütanten fällt größtenteils positiv aus.
Elf Akteure nahmen zum ersten Mal überhaupt an einem Lehrgang der Nationalmannschaft teil, vier weitere durften zwar unter Julian Nagelsmann schonmal reinschnuppern, absolvierten bis dato aber kein Länderspiel. In den ersten vier Partien unter dem neuen Bundestrainer konnten sich einige Neulinge für weitere Berufungen empfehlen, einige andere müssen sich steigern. Wir machen den Check.
Eigenwerbung geglückt! Diese DFB-Debütanten dürfen wiederkommen
Nur ein einziger Spieler stand in drei der vier ersten Länderspiele unter Klopp in der ersten Elf: Philipp Treu. Der Freiburger übernahm den Part hinten rechts in der Viererkette und weckte mit seinen Leistungen die Hoffnung, dass die ewige Baustelle im DFB-Team endlich behoben werden kann. Der 25-Jährige überzeugte mit seiner Dynamik in der Vorwärtsbewegung, arbeitete diszipliniert gegen den Ball und entschied das Duell mit Stuttgarts Josha Vagnoman deutlich für sich.
Auch auf dem offensiven Flügel sammelte ein Freiburger DFB-Neuling Pluspunkte. Derry Scherhant schaffte etwas überraschend den Sprung in Klopps Kader und durfte gegen Serbien und Griechenland gleich zweimal von Beginn an ran. Der ehemalige Herthaner gefiel mit seinem Tempo, attackierte konsequent die Tiefe und verkörperte damit genau den Typ Außenstürmer, den der Bundestrainer besonders schätzt. Ein erstes Länderspieltor war dem umtriebigen Flügelspieler nicht vergönnt, weitere Gelegenheiten dürfte er dazu aber noch erhalten.

Zwischen den Pfosten durfte Jonas Urbig in der zweiten Hälfte der Länderspielphase ran. Die Nominierung des Bayern-Keepers durfte durchaus kritisch beäugt werden, da er im Verein weiterhin nur die zweite Wahl ist. Bei seinen ersten beiden Länderspielen zeigte der 23-Jährige jedoch, dass er mittelfristig einer der Top-Kandidaten für die Nummer eins sein kann. Besonders beim 0:0 in Thessaloniki konnte sich der Ex-Kölner mit einem tollen Reflex in der zweiten Minute auszeichnen.
Ordentliche Auftritte von Ebnoutalib und Conté
Frankfurt-Stürmer Younes Ebnoutalib debütierte gegen die Niederlande unverhofft früh, als er schon nach einer halben Stunde für den verletzten Kai Havertz eingewechselt wurde. Im Duell mit Virgil van Dijk schlug sich der 23-Jährige wacker, beim folgenden Startelfeinsatz gegen Griechenland blieb er dagegen blass. Da die Personaldecke im Sturm dünn ist und Spieler wie Deniz Undav und Nick Woltemade derzeit ihre Form suchen, kann Ebnoutalib auch ohne Tor als Gewinner der Länderspiele bezeichnet werden.
Das gilt auch für Bambasé Conté, der gegen die Elftal noch aus dem Spieltagskader gestrichen wurde. Bei den nächsten drei Spielen kam der Hoffenheimer, dessen „Ballklau-Mentalität“ Pressing-Fanatiker Klopp sehr schätzt, jeweils zum Einsatz. Conté hatte mit und gegen den Ball viele gute Aktionen, verrannte sich allerdings auch einige Male. Dennoch fällt das Fazit aus Sicht des 23-jährigen Mittelfeldspielers positiv aus.
Optionen für die Zukunft: Neue Gesichter mit Steigerungspotenzial
Etwas hinter den Erwartungen zurück blieb dagegen Said El Mala. Das Supertalent des 1. FC Köln kam zu zwei Jokereinsätzen, konnte allerdings weder gegen Serbien noch gegen Griechenland für Highlights sorgen. Mit seinem unverkennbaren Talent wird der 20-Jährige sicher eine große Zukunft mit der Nationalmannschaft haben, vorerst muss er sich angesichts der enormen Konkurrenz auf der offensiven Außenbahn aber hinten anstellen.

Mit Yannick Engelhardt (Freiburg), Mika Baur (Celtic), Hennes Behrens (FC Augsburg) und Vitaly Janelt (Brentford) feierten vier weitere Akteure ihren Einstand mit dem Adler auf der Brust. Baur sicherte sich als 1000. Nationalspieler gleich mal einen Eintrag in den Geschichtsbüchern und zeigte einige gute Ansätze. Auch Linksverteidiger Behrens sowie die Mittelfeldspieler Engelhardt und Janelt bleiben auf ihren Positionen in Klopps Blickfeld, gelten auch aufgrund der Konkurrenzsituation aber nur als Außenseiter für eine erneute Berücksichtigung im November.
Elversberg-Premiere vertagt: Fünf Klopp-Neulinge müssen weiter warten
Fünf der 15 potenziellen DFB-Debütanten kamen in der XXL-Länderspielpause gar nicht zum Einsatz. Noah Atubolu (Eintracht Frankfurt) blieb im zweiten Kader nur die Rolle des Ersatzkeepers. Auch Augsburgs Torhüter Finn Dahmen saß auf der Bank, der 28-Jährige zählte sogar bei allen vier Spielen zum DFB-Tross.

Neben den Schlussmännern reisten auch drei Feldspieler ohne Einsatz wieder ab. Max Rosenfelders Nominierung war bereits eine große Überraschung, in Freiburg muss sich der Innenverteidiger schleunigst seinen Stammplatz zurückerobern, um wieder auf eine Berufung hoffen zu dürfen. Auch Stuttgarts Abwehrtalent Finn Jeltsch blieb auf der Ersatzbank, dem 20-Jährigen gehört dennoch die Zukunft in der DFB-Abwehr. Die historische Länderspielpremiere der SV Elversberg fiel ebenfalls ins Wasser. Felix Keidel stand beim 2:0 gegen Serbien nicht im Spieltagskader und wurde beim 0:0 gegen Griechenland nicht mehr eingewechselt.









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