Über viele Jahre hinweg gehörten Reiner Calmund und Uli Hoeneß zu den schillerndsten Figuren der Bundesliga. Während Calmund die Geschicke von Bayer Leverkusen leitete, machte Hoeneß den FC Bayern zum dominierenden Klub in Deutschland. Vor allem rund um den Kampf um die Meisterschaft lieferten sich beide regelmäßig verbale Duelle.
Aus den einst erbitterten Rivalen sind längst enge Vertraute geworden. Wie groß der gegenseitige Respekt inzwischen ist, hat Calmund nun noch einmal deutlich gemacht.
In der neuen Staffel des SPORT1-Formats DEEP DIVE geriet der mittlerweile 77-Jährige regelrecht ins Schwärmen, als er über seinen früheren Kontrahenten sprach.
„Vermutlich der beste Manager aller Zeiten“
„Uli Hoeneß ist vermutlich der beste Manager aller Zeiten“, erklärte Calmund und begründete sein Urteil nicht nur mit den zahlreichen sportlichen Erfolgen des langjährigen Bayern-Managers.
Besonders beeindruckt zeigt sich der frühere Leverkusen-Boss davon, wie Hoeneß den FC Bayern über Jahrzehnte geprägt hat, ohne dabei aus seiner Sicht die Bodenhaftung zu verlieren.
„Einfach angefangen, unwahrscheinlich viele Titel geholt, aber nie vergessen, woher er kommt. Er war da immer da und hat ausgeholfen, wo Not war“, schwärmte Calmund.
Hoeneß übernahm 1979 im Alter von nur 27 Jahren den Managerposten beim FC Bayern und prägte anschließend über Jahrzehnte hinweg die Entwicklung des deutschen Rekordmeisters. Auch nach seinem Rückzug aus dem operativen Geschäft besitzt der Ehrenpräsident weiterhin großen Einfluss in München.
Dass ausgerechnet Calmund eine solche Lobeshymne auf seinen früheren Rivalen hält, ist angesichts der gemeinsamen Vergangenheit durchaus bemerkenswert.
Daum-Affäre führte zum Bruch zwischen Hoeneß und Calmund

In den 1990er- und frühen 2000er-Jahren schenkten sich die beiden Bundesliga-Schwergewichte schließlich nichts. Bayern und Leverkusen kämpften regelmäßig um die Meisterschaft, während Hoeneß und Calmund die Rivalität auch abseits des Platzes mit öffentlichen Wortgefechten befeuerten.
Den Tiefpunkt erreichte das Verhältnis im Jahr 2000. Im Zuge der Kokain-Affäre um Christoph Daum kam es zum vorübergehenden Bruch zwischen Hoeneß und Calmund. Daum stand damals bei Bayer Leverkusen unter Vertrag und sollte neuer Bundestrainer werden.
Lange hielt die Eiszeit zwischen den beiden Managern allerdings nicht an. Auf Initiative des früheren Bundestrainers Berti Vogts kam es schließlich zur Aussprache. Hoeneß und Calmund reichten sich wieder die Hand.
Aus der einstigen Rivalität entwickelte sich über die Jahre eine Freundschaft. Die früheren verbalen Schlachten sind längst Geschichte.
Calmund blickt heute mit großer Anerkennung auf das Lebenswerk seines einstigen Gegenspielers. Größer könnte das Kompliment kaum ausfallen: Für ihn ist Hoeneß „vermutlich der beste Manager aller Zeiten“.










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