Der Ton gegenüber Gianni Infantino wird immer rauer. Auch der DFB und dessen Präsident wählen inzwischen deutliche Worte gegen den FIFA-Präsidenten.
Fünf Monate vor der angestrebten Wiederwahl gehen dem Schweizer langsam aber sich die Unterstützer aus. Zuletzt kündigte auch der Fußballverband seines Heimatlandes an, den amtierenden Präsidenten nicht für eine weitere Amtszeit wählen zu wollen. Der Funktionär ist wegen mehrerer Fehltritte immer mehr in die Kritik geraten.
Gianni Infantino ist als Fifa-Chef nicht mehr tragbar. Er hat dem Fußball sehr geschadet“, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf im Gespräch mit dem Tagesspiegel: „Ich habe mich zuletzt bereits klar von ihm distanziert. Im DFB-Präsidium haben wir jetzt auch offiziell einstimmig beschlossen, Infantino im März beim Fifa-Kongress nicht wiederzuwählen.“ Man müsse den FIFA-Boss „vom Platz stellen“, blieb Neuendorf im Fußball-Duktus. „Beim DFB sind wir uns einig: Gianni Infantino hat nach den Vorgängen während und nach der letzten WM jegliches Vertrauen verspielt.“
DFB-Präsident Neuendorf fordert Distanz zum „System Infantino“
Während der WM hatte die FIFA eine Rotsperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun zur Bewährung ausgesetzt, sodass der Angreifer gegen Belgien (1:4) doch auflaufen konnte. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor persönlich bei Infantino angerufen und „angeregt“, die Sperre nochmal zu prüfen. „Für mich war danach klar: Das ist vollkommen inakzeptabel. Spätestens nach diesem Vorgang musste man sich von der Person und von dem distanzieren, was ich das ‚System Infantino’ nenne“, betonte Neuendorf.

Nach dem Ende der Weltmeisterschaft sorgten zudem Pläne Infantinos für Aufsehen, wonach die FIFA-Turniere künftig über eine eigene Firma vermarktet und so für Investoren geöffnet werden sollten. Der Gegenwind aus den Kontinentalverbänden war jedoch so heftig, dass Infantino von seinem Plan abrückte. Das Tischtusch zwischen dem Schweizer und Teilen der Fußball-Welt ist seitdem jedoch irreparabel zerschnitten. Derzeit versuchte der FIFA-Boss, durch angekündigte Reformen seine Wiederwahl zu retten. Neuendorf bezeichnete diesen Vorstoß als „durchschaubares Manöver.“









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