Footy
Nachwuchs-Boom: Campus-Boss erklärt den Kompany-Effekt bei Bayern
FCBinsideFCBinside·VonVjekoslav Keskic

Nachwuchs-Boom: Campus-Boss erklärt den Kompany-Effekt bei Bayern

Vincent Kompany hat beim FC Bayern eine neue Dynamik in der Nachwuchsförderung ausgelöst. Immer wieder ermöglicht der 40-Jährige Talenten aus dem eigenen Campus, bei den Profis zu trainieren oder erste Einsatzminuten zu sammeln. Nach Ansicht von Campus-Boss Jochen Sauer ist das kein Zufall.

„Vincent ist auf jeden Fall nahe dran. Es ist natürlich beeindruckend, wie vielen Talenten er in der vergangenen Saison die Chance für erste Einsätze gegeben hat“, erklärte Sauer im Interview mit SPOX.

Dass Kompany ein besonderes Gespür für junge Spieler besitzt, hatte er allerdings bereits lange vor seinem Wechsel zum FC Bayern unter Beweis gestellt. Ausgerechnet bei einem ehemaligen Münchner Talent spielte der Belgier eine entscheidende Rolle.

Kompany half Zirkzee bei seiner Entwicklung

Joshua Zirkzee galt einst als eines der größten Talente am Bayern-Campus. Den endgültigen Durchbruch bei den Profis schaffte der Niederländer in München allerdings nicht. In der Saison 2021/22 verlieh ihn der Rekordmeister zum RSC Anderlecht – damals trainiert von Kompany.

Für Sauer war diese Zusammenarbeit ein voller Erfolg: „Dass er mit jungen Spielern arbeiten kann, hat er schon in Anderlecht bewiesen. Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass unsere Leihgabe Joshua Zirkzee sich hervorragend weiterentwickelt hat.“

Unter Kompany absolvierte Zirkzee eine starke Saison in Belgien und machte anschließend den nächsten Schritt. 2022 verkauften die Bayern den Angreifer an den FC Bologna. Damit ist Zirkzee rückblickend auch ein Beispiel dafür, wie eine erfolgreiche Entwicklung eines Campus-Spielers dem Verein sportlich und finanziell helfen kann.

Kompany weiß aus seiner eigenen Karriere zudem, welche Bedeutung Vertrauen für junge Spieler besitzt. „Vincent ist beim Topausbildungsklub RSC Anderlecht groß geworden und ist hiervon geprägt. Er hat als Talent bei Anderlecht die Chance bekommen, genutzt und wurde ein Weltklassespieler bei Manchester City“, erklärte Sauer.

Bayern hat beim Campus grundsätzlich umgedacht

Kenan Yildiz
Foto: IMAGO

Der Kompany-Effekt ist allerdings nur ein Teil einer größeren Entwicklung beim deutschen Rekordmeister. Laut Sauer haben Fälle wie Angelo Stiller und Kenan Yildiz dazu geführt, dass die Verantwortlichen den Übergang vom Campus zu den Profis grundsätzlich neu bewertet haben.

Beide wurden beim FC Bayern ausgebildet, schafften ihren Durchbruch anschließend aber bei anderen Klubs. „Stiller und Yildiz haben sicher dazu beigetragen, dass wir den Übergang besser in den Fokus genommen haben“, erklärte Sauer. Entscheidend sei, dass ein Talent überhaupt die Möglichkeit bekomme, sich zu beweisen.

Mittlerweile profitieren die Münchner gleich doppelt von ihrer Nachwuchsarbeit. Spieler wie Jamal Musiala, Aleksandar Pavlovic, Josip Stanisic oder Lennart Karl schaffen den Sprung zu den Profis und ersparen dem Verein kostspielige Transfers. Gleichzeitig erzielt Bayern inzwischen beträchtliche Ablösen mit Talenten, für die es langfristig keinen Platz im Profikader gibt.

Kompany hat diese Entwicklung noch einmal beschleunigt. Gemeinsam mit Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund sorgt er dafür, dass der Campus enger mit der Profiabteilung verzahnt wird.

Für Sauer ist deshalb klar, dass der aktuelle Erfolg nicht über Nacht entstanden ist. Die jahrelange Nachwuchsarbeit trägt zunehmend Früchte – und mit Kompany sitzt nun ein Trainer auf der Bayern-Bank, der bereit ist, den Talenten auch auf höchstem Niveau eine echte Chance zu geben.

Quelle: FCBinsideZum Original

Kommentare