Uli Hoeneß hat die UEFA scharf angegriffen. Der Ehrenpräsident des FC Bayern hält die neue, verlängerte Länderspielpause im Herbst für falsch terminiert. Er macht den europäischen Verband für die hohe Belastung der Profis verantwortlich.
Seinen Ärger äußerte der 74-Jährige bei der Vergabe des Bayerischen Sportpreises. Geehrt wurde dort Bayern-Trainer Vincent Kompany für seinen Einsatz gegen Rassismus. Im Gespräch mit der BILD wurde Hoeneß deutlich: „Ich finde es eine Katastrophe von der UEFA, eine zweiwöchige Pause nur vier Wochen nach Saisonbeginn zu organisieren“.
Als Hintergrund nannte er den langen WM-Sommer. „Wir leiden am meisten unter der langen Weltmeisterschaft“, sagte Hoeneß. Die Spieler seien spät zurückgekommen, ehe am 25. August bereits die Bundesliga gestartet sei.
Im Herbst wurden erstmals vier Länderspiele am Stück ausgetragen. Schon vorab hatten viele Vereinstrainer kritisiert, dass die lange Unterbrechung so früh in der Saison liegt. Beim FC Bayern waren 18 Profis für ihre Nationalteams unterwegs.
Hoeneß stellt die Nations League infrage
Nach der Rückkehr der Nationalspieler blieb Kompanys Mannschaft wenig Zeit für die Vorbereitung auf das Derby beim FC Augsburg, das 2:2 endete. Für Hoeneß war das keine Überraschung: „Wir hatten 18 Spieler unterwegs, also ist es völlig normal, dass wir den Rhythmus verlieren.“

Daraus leitete der Ehrenpräsident eine klare Forderung ab. „Die Vereine müssen sich endlich wehren, denn wir zahlen die Spieler, nicht ihre Nationalmannschaften“, sagte er. Die Nations League bezeichnete er als albernen Wettbewerb und schob nach: „Das ist der Witz des Jahres!“
Rückkehr zum alten Modell offen
Laut dem Bericht kehrten die meisten Bayern-Nationalspieler ohne größere Verletzungen zurück. Kritik an der verlängerten Pause kommt demnach auch von anderen Trainern und Verbänden. Ob die Verantwortlichen darauf reagieren und wieder zum früheren Format zurückkehren, ist bislang offen.
Im November fällt die Abstellungsphase kürzer aus, dann sind für die Nationalteams wieder nur zwei Spiele angesetzt. Auf den FC Bayern warten zuvor zahlreiche Pflichtspiele in kurzer Folge. In der Champions League trifft das Team unter anderem auf Viking Stavanger und Arsenal, in der Bundesliga auf RB Leipzig und Borussia Dortmund.











Kommentare