Die Diskussion um die Torwartposition beim FC Bayern nimmt weiter Fahrt auf. Nach dem folgenschweren Fehler von Manuel Neuer beim 2:2 gegen den FC Augsburg wurden zuletzt Stimmen laut, die einen dauerhaften Wechsel zu Jonas Urbig fordern. Lothar Matthäus hält davon allerdings wenig. Der Rekordnationalspieler ist überzeugt, dass Neuer weiterhin die klare Nummer eins beim deutschen Rekordmeister bleibt.
Rückendeckung erhält der 40-Jährige auch von der sportlichen Führung. Vor dem Abflug zum Champions-League-Spiel bei Viking Stavanger stellte Sportvorstand Max Eberl die Hierarchie im Münchner Tor noch einmal unmissverständlich klar.
„Manuel Neuer ist unsere Nummer eins und wird es auch bleiben“, betonte Eberl.
Eine Aussage, die Matthäus ausdrücklich begrüßt. In seiner aktuellen Sky-Kolumne machte der ehemalige Bayern-Kapitän deutlich, dass er diese Einschätzung teilt.
Matthäus sieht keinen Grund für einen Torwartwechsel
Für Matthäus steht fest, dass ein einzelner Fehler nicht ausreichen darf, um die bisherige Rollenverteilung infrage zu stellen. „Neuer ist die Nummer eins, Jonas Urbig wird seine Spiele bekommen“, erklärte der 65-Jährige.
Eine solche Gelegenheit erhält Urbig bereits am Dienstagabend in der Champions League. Gegen Viking Stavanger wird der 23-Jährige den leicht angeschlagenen Neuer vertreten und damit erneut auf internationaler Bühne zum Einsatz kommen.
Matthäus hält große Stücke auf den jungen Schlussmann. Seiner Einschätzung nach wäre Urbig bei zahlreichen anderen Vereinen bereits Stammtorhüter.
„Mit Urbig haben die Münchner eine Nummer zwei, die bei den meisten anderen Klubs die Nummer eins wäre“, betonte der Sky-Experte.
Auch mit Blick auf die deutsche Nationalmannschaft traut Matthäus dem Bayern-Talent einiges zu. Bei entsprechender Spielpraxis könnte Urbig seiner Meinung nach sogar dauerhaft eine wichtige Rolle beim DFB übernehmen.
Bundestrainer Jürgen Klopp setzte den Münchner bereits in den vergangenen beiden Länderspielen ein.
„Urbig wird jetzt nicht auf Einsätze pochen“

Trotz seiner großen Wertschätzung für Urbig erwartet Matthäus keinen Machtkampf zwischen den beiden Bayern-Torhütern.
Der 23-Jährige kenne seine aktuelle Rolle und wisse, dass Neuer weiterhin das Vertrauen der Verantwortlichen genießt. „Urbig wird sich Hoffnung auf Einsätze machen, aber er weiß genau, wie die Rollenverteilung ist“, erklärte Matthäus.
Der Rekordnationalspieler ist überzeugt, dass der junge Torhüter die Situation richtig einschätzen wird. „Weil er intelligent ist, wird Urbig jetzt nicht auf Einsätze pochen, nur weil Neuer einen Fehler gemacht hat“, betonte der ehemalige Bayern-Star.
Aus seiner Sicht spielt auch das persönliche Verhältnis zwischen den beiden Schlussmännern eine wichtige Rolle. Neuer unterstützt seinen potenziellen Nachfolger seit dessen Wechsel nach München bei seiner Entwicklung.
Matthäus rechnet mit schneller Wende in der Neuer-Debatte
Besonders kritisch sieht Matthäus die teilweise heftigen Reaktionen auf Neuers jüngsten Patzer.
Der ehemalige Bayern-Kapitän hält es für durchaus möglich, dass sich die öffentliche Stimmung innerhalb kürzester Zeit wieder verändert.
„Wenn Neuer in den nächsten Spielen wieder drei Weltklasseparaden macht, fordern die 80 Prozent, die gestern noch anonym gegen ihn abgestimmt haben, morgen schon wieder seine Vertragsverlängerung“, erklärte Matthäus.
Damit spielt der Sky-Experte auf die Schnelllebigkeit der öffentlichen Diskussion an.
Für den FC Bayern ist die Torwartfrage damit vorerst geklärt. Neuer bleibt die Nummer eins, während Urbig weiterhin behutsam aufgebaut werden soll.
Das Champions-League-Spiel in Stavanger bietet dem 23-Jährigen nun die nächste Gelegenheit, seine Qualitäten unter Beweis zu stellen. An der grundsätzlichen Hierarchie dürfte sein Einsatz allerdings zunächst nichts ändern.









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