Vincent Kompany musste beim Champions-League-Kracher gegen den FC Arsenal ordentlich improvisieren. Gleich mehrere wichtige Offensivspieler standen dem Trainer des FC Bayern nicht zur Verfügung oder waren angeschlagen. Der Belgier überraschte deshalb mit einer ungewöhnlichen Personalentscheidung: Alphonso Davies rückte auf den linken Flügel und belohnte das Vertrauen mit einem Treffer. Nach dem 2:2 gegen die Londoner verriet Kompany, dass ursprünglich auch eine andere Lösung im Raum stand.
Die personelle Ausgangslage war für den Rekordmeister alles andere als optimal. Michael Olise fehlte gesperrt, Jamal Musiala stand verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. Zudem war Luis Díaz nach dem jüngsten Bundesliga-Spiel gegen RB Leipzig körperlich angeschlagen und zunächst keine Option für die Startelf.
Kompany musste seine Offensive deshalb kurzfristig umbauen. Während Davies normalerweise auf der linken Abwehrseite zum Einsatz kommt, durfte der Kanadier gegen Arsenal deutlich weiter vorne ran. Eine Entscheidung, die sich auszahlen sollte.
Kompany dachte über Brown als Offensivlösung nach
Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gab der Bayern-Coach interessante Einblicke in seine Überlegungen vor dem Champions-League-Duell. „Lucho war ein großes Fragezeichen, Michael war nicht dabei. Jamal war ebenfalls nicht verfügbar. Wir haben darüber nachgedacht, Nene Brown im Angriff einzusetzen“, verriet Kompany.
Letztlich entschieden sich die Münchner allerdings gegen diese Variante und setzten stattdessen auf Davies.
Der 25-Jährige brachte mit seinem enormen Tempo eine wichtige Qualität ins Angriffsspiel der Bayern. Besonders beim zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 zeigte sich, warum Kompany auf den Kanadier gesetzt hatte.
Nach einem herausragenden Zuspiel von Harry Kane nutzte Davies seine Geschwindigkeit und erzielte den wichtigen Treffer gegen die Londoner.
Davies als Linksaußen? Kompany hatte den Plan bereits im Kopf

Für Kompany war der Einsatz von Davies in der Offensive keineswegs eine spontane Notlösung. „Wir wussten, dass wir Phonzy in Situationen wie dieser auf dieser Position einsetzen können und dass er uns dort helfen kann. Darüber haben wir uns mit Max und Christoph ausgetauscht. Im Moment haben wir genügend Verteidiger. Deshalb haben wir uns entschieden, ihn dort aufzustellen.“
Die Entscheidung war demnach auch mit Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund abgestimmt worden.
Dass Davies perspektivisch eine ernsthafte Alternative für den linken Flügel darstellen könnte, machte Kompany ebenfalls deutlich. „Wir wussten, dass so ein Moment irgendwann kommen würde, und haben die Gelegenheit genutzt.“
Der Kanadier hat seine offensiven Qualitäten in der Vergangenheit immer wieder unter Beweis gestellt. Seine Geschwindigkeit, Dynamik und Durchschlagskraft machen ihn auch auf einer weiter vorgeschobenen Position zu einer interessanten Option.
Gegen Arsenal ging der Plan zumindest teilweise auf. Davies überzeugte mit seinen Vorstößen und war einer der auffälligsten Münchner Offensivspieler.
Ob Kompany künftig häufiger auf diese Variante zurückgreift, dürfte vor allem von der personellen Situation abhängen. Mit Olise, Musiala und Díaz verfügt der FC Bayern grundsätzlich über hochkarätige Alternativen.
Das Arsenal-Spiel hat allerdings gezeigt, dass Kompany bei Bedarf auf eine weitere offensive Waffe zurückgreifen kann.











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