Footy
Nach Hoeneß-Kritik: Eberl schaltet sich in die Causa Karl ein
FCBinsideFCBinside·VonManuel Behlert

Nach Hoeneß-Kritik: Eberl schaltet sich in die Causa Karl ein

Lennart Karl erlebt beim FC Bayern derzeit eine schwierige Phase. Nachdem der Youngster in der vergangenen Saison mit starken Leistungen, spektakulären Dribblings und sehenswerten Toren für Begeisterung gesorgt hatte, läuft es für ihn aktuell deutlich weniger rund. Zuletzt wurde sogar Uli Hoeneß auf die Entwicklung des Offensivtalents aufmerksam. Sportvorstand Max Eberl nimmt den jungen Bayern-Star nun allerdings ausdrücklich in Schutz.

Die Zahlen sprechen derzeit nicht für Karl. In der laufenden Saison kommt der Offensivspieler auf weniger als 300 Einsatzminuten und lediglich einen Scorerpunkt. Sein bislang einziger Treffer gelang ihm beim Sieg gegen die SV Elversberg, als er die Münchner mit 1:0 in Führung brachte.

Hinzu kommen die Folgen seiner Muskelverletzung, die ihn im Sommer die Teilnahme an der Weltmeisterschaft kostete. Nach der längeren Zwangspause hat Karl bislang nicht zu seiner gewohnten Leichtigkeit zurückgefunden.

Eberl: „Ganz normaler Prozess eines Jungprofis“

Auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel gegen den SC Freiburg wurde Eberl auf die Formschwäche des Youngsters angesprochen. Der 53-Jährige zeigte sich wenig besorgt. „Was mit Lenny passiert, ist ein ganz normaler Prozess eines Jungprofis. Jeder und vielleicht auch Lenny erwartet, dass es immer so weitergeht, wie es in der vergangenen Saison gelaufen ist. Das ist auch ganz normal“, erklärte der Bayern-Sportvorstand.

Für Eberl gehört es zur Entwicklung eines jungen Spielers, dass nach einem erfolgreichen Durchbruch auch schwierigere Phasen folgen.

Dabei dürfe man die besonderen Umstände des vergangenen Sommers nicht außer Acht lassen. Die Verletzung und die verpasste Weltmeisterschaft hätten Karl zusätzlich belastet. „Aber er hatte die Verletzung, er hat die WM verpasst und das macht natürlich etwas mit einem Spieler.“

Bayern setzt weiterhin fest auf Karl

Lennart Karl
Foto: IMAGO

Trotz der überschaubaren Einsatzzeiten und der zuletzt schwächeren Leistungen gibt es beim Rekordmeister keine grundsätzlichen Zweifel am Potenzial des Offensivtalents. „Wir unterstützen ihn dabei und sind überzeugt, dass er das Niveau wieder erreichen wird“, betonte Eberl.

Damit schlägt der Sportvorstand einen etwas anderen Ton an als Ehrenpräsident Uli Hoeneß, der zuletzt angekündigt hatte, das persönliche Gespräch mit Karl suchen zu wollen.

Sportlich könnte der Youngster in den kommenden Wochen wieder stärker gefragt sein. Mit Luis Díaz fällt eine wichtige Offensivkraft länger aus, während Jamal Musiala weiterhin an seinem Comeback arbeitet.

Angesichts des anspruchsvollen Spielplans mit Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League werden die Münchner auf zusätzliche Optionen in der Offensive angewiesen sein.

Für Karl bietet sich damit die Chance, sich wieder für mehr Einsatzzeit zu empfehlen. Eberl macht allerdings deutlich, dass die Bayern ihrem Talent die notwendige Geduld entgegenbringen wollen. Eine vorübergehende Formkrise soll nichts an der langfristigen Überzeugung des Vereins ändern.

Quelle: FCBinsideZum Original

Kommentare