Welch eine Dramatik! Borussia Dortmund sah nach einer 2:0-Führung in der 2. Runde des DFB-Pokal schon wie der sichere Sieger gegen Werder Bremen aus. Guirassy in der sechsten Minute und Chukwuemeka (17.) trafen für den BVB. Doch der eingewechselte Füllkrug glich binnen drei Minuten aus (65., Foulelfmeter, 68.). In der Nachspielzeit sorgte Sabitzer per direktem Freistoß noch für die Entscheidung (90.+3).
BVB-Trainer Kovac veränderte seine Startelf gegenüber dem 1:0 gegen Eintracht Frankfurt in der Bundesliga auf vier Positionen. In der Dreierkette ersetzte Gadau wie erwartet den gesperrten Bensebaini. Zudem rückten Beier, Bellingham und Chukwuemeka neu in die Anfangsformation. Auf der Bank Platz nehmen mussten zunächst Svensson, Sabitzer und Fabio Silva. Bremen ließ seinen Top-Torjäger Füllkrug zunächst draußen und verzichtete auf den Einsatz des Ex-BVB-Stürmers von Beginn an.
Nachdem sich der Pyronebel verzogen hatte, bewiesen die Dortmunder Durchblick. Bereits nach sechs Minuten lag der Ball im Bremer Kasten. Beier passte den Ball von links flach nach innen, wo Ryerson das Auge für den besser postierten Guirassy hatte. Der Torjäger der Borussia ließ sich die Chance nicht nehmen und vollstreckte souverän zum 1:0.
Der BVB dominierte die Partie und hatte sich die Führung redlich verdient. Bremen lief dagegen meist nur hinterher. Es dauerte nur elf weitere Minuten und es stand 2:0 für die Schwarz-Gelben. Bellingham legte eine Flanke von Veerman mit dem Kopf auf Chukwuemeka ab, der mit einem strammen Schuss aus 15 Metern Heim im Werder-Tor keine Chance ließ.
Nach dem furiosen Beginn der Hausherren ließ das Spieltempo nach rund einer halben Stunde etwas nach. Während sich Bremen im Spielaufbau weiterhin schwertat, attackierte die Borussia den Gegner unverändert früh und konsequent in dessen Hälfte.
Nach 33 Minuten wurde es erstmals richtig gefährlich im Dortmunder Strafraum. Dinkci bediente Grüll mit einem präzisen Steilpass. Dieser zog Richtung Strafraumgrenze ab, setzte den Schuss jedoch ein Stück zu hoch an. Der Ball rauschte knapp über die Latte.
Die Schwarz-Gelben verpassten noch vor der Pause die Vorentscheidung. In der 38. Minute schlug Gadou eine butterweiche Flanke aus dem Halbfeld genau an die Fünfmeterlinie. Dort behielt Guirassy im Luftduell gegen Friedl die Oberhand, setzte den Kopfball aus aussichtsreicher Position jedoch über den Kasten.
Aufholjagd der Gäste nicht belohnt
Die Dortmunder dominierten auch nach der Pause. Nmechas Schlenzer verfehlte nur knapp das rechte Eck (54.). Chukwuemeka nach Doppelpass mit Guirassy legte sich den Ball zu weit vor (56.).

Nach einer Stunde reagierte Werder-Trainer Thioune auf den Rückstand und tauschte gleich viermal. Die Torschützen aus dem 2:2 in der Bundesliga, Reis und Füllkrug, kamen auch in die Partie.
Der Vierer-Wechsel sollte sich auszahlen, denn plötzlich schlugen die Grün-Weißen zurück. Zunächst versenkte Füllkrug einen Foulelfmeter zum 1:2 (65.). Nur drei Minuten nach dem Anschlusstreffer spurtete der Bremer Mittelstürmer allein auf Kobel zu und donnerte die Kugel rechts unten zum 2:2 in die Maschen.
Die Gäste wurden nun immer mutiger. Weiser verlud Gadou und zog gegen die Laufrichtung von Kobel ab. Der Ball verfehlte nur hauchdünn das leere Tor (75.). Bei den Dortmundern war im Angriffsspiel mittlerweile die spielerische Linie verlorengegangen. Die Bremer fanden dagegen immer besser in die Begegnung und gewannen allmählich Oberwasser.
In den letzten Minuten der Begegnung drehte der BVB noch einmal auf. Gadou passte flach nach innen. Svensson grätschte in den Ball, traf aber nur Bremens Verteidiger Pieper (89.).
Als alle schon mit einer Verlängerung rechneten, schlug Sabitzer zu. Einen Freistoß von halblinks drehte er in das linke obere Eck. Hein flog vergebens. Der Lucky Punch zum 3:2 in der Nachspielzeit (90.+3).
Fazit: Borussia Dortmund zeigte zwei völlig unterschiedliche Gesichter. Einer dominanten ersten Hälfte folgte im zweiten Spielabschnitt ein unerklärlicher Einbruch, den Füllkrug mit einem Bremer Doppelschlag eiskalt bestrafte. Der BVB verlor seine Linie und hätte durch Wieser fast sogar das 2:3 kassiert. Erst in der Schlussphase fanden die Dortmunder zu ihrer spielerischen Linie zurück, erhöhten den Druck und belohnten sich durch Sabitzer spät.
BVB: Kobel – Gadou, Anton, Schlotterbeck – Ryerson (71. Svensson), Bellingham, Veerman (71. Sabitzer), Beier – Nmecha, Chukwuemeka (71. Nwaneri) – Guirassy (84. Fábio Silva)
SVW: Hein –Arthur, Pieper, Friedl, Schweigens – Stalmach (59. Reis), Regeer – Dinkci (59. Weiser), Chuki, Grüll (59. Lynen) – Itten (59. Füllkrug)
Tore: 1:0 Guirassy (6.), 2:0 Chukwuemeka (17.), 2:1, 2:2 Füllkrug (65., Foulelfmeter, 68.), 3:2 Sabitzer (90.+3)










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