Max Eberl hat mit bemerkenswert deutlichen Worten auf die Zeit von Thomas Tuchel beim FC Bayern zurückgeblickt. Der Sportvorstand erinnert sich an eine Mannschaft, der bei seinem Amtsantritt im März 2024 offenbar die Begeisterung und Leichtigkeit fehlten. Gleichzeitig macht der 52-Jährige deutlich, welchen entscheidenden Anteil Vincent Kompany an der positiven Entwicklung des Rekordmeisters hat.
Im Interview mit dem Mitgliedermagazin 51 des FC Bayern schildert Eberl seine ersten Eindrücke aus dem Münchner Profihaus. Damals befand sich der Verein in einer sportlich schwierigen Phase. Tuchel stand noch an der Seitenlinie, seine Trennung zum Saisonende war allerdings bereits beschlossen.
Was Eberl bei seinen ersten Besuchen erlebte, scheint ihn nachhaltig beschäftigt zu haben. Seine Aussagen lassen sich durchaus als deutliche Kritik an der damaligen Arbeit des heutigen englischen Nationaltrainers verstehen.
Eberl: „Was für eine Lethargie“
„Bei einer Mannschaft wie Bayern ist die Lust mitentscheidend, zusammen etwas Großes zu erreichen. Und darauf hat der Trainer einen Rieseneinfluss“, erklärte der Bayern-Boss.
Anschließend beschrieb Eberl die damalige Stimmung mit ungewöhnlich drastischen Worten. „Als ich nach meinem Start im März 2024 die ersten Male im Profihaus war, habe ich gedacht: Was für eine Lethargie. Wie ein Mantel der Schwere.“
Eine bemerkenswerte Aussage, die vor allem deshalb aufhorchen lässt, weil Tuchel zu diesem Zeitpunkt noch die sportliche Verantwortung trug.
Unter dem früheren Chelsea-Trainer hatte der FC Bayern eine schwierige Saison erlebt. Am Ende der Spielzeit 2023/24 blieb der Rekordmeister erstmals seit 2012 ohne Titel.
Auch abseits des Platzes war die Zusammenarbeit zwischen Tuchel und den Verantwortlichen nicht immer frei von Spannungen.
Kompany hat die Bayern laut Eberl komplett verändert

Umso größer fällt Eberls Lob für Vincent Kompany aus. Der Belgier übernahm die Münchner im Sommer 2024 und sorgte nach Ansicht des Sportvorstands für einen grundlegenden Stimmungswechsel. „Leute, wir sind beim FC Bayern München! Wir können jedes Jahr Meister werden, wir müssen doch Freude haben“, erinnerte Eberl an seine damaligen Gedanken.
Besonders bemerkenswert ist für ihn, dass Kompany diese Veränderung weitgehend mit denselben Spielern herbeigeführt hat. „Das hat Vincent Kompany komplett wiederbelebt. Viele Spieler sind dieselben – aber sie wirken wie ausgewechselt.“
Tatsächlich hat der Belgier den FC Bayern seit seiner Verpflichtung sportlich wieder auf Erfolgskurs gebracht. Zwei deutsche Meisterschaften, ein DFB-Pokalsieg und der Einzug ins Champions-League-Halbfinale stehen mittlerweile zu Buche.
Interessant ist Eberls Rückblick allerdings auch aus einem anderen Grund. Obwohl die Trennung von Tuchel bereits beschlossen war, versuchte der Sportvorstand im Frühjahr 2024 zwischenzeitlich, den damaligen Trainer doch noch von einer Fortsetzung der Zusammenarbeit zu überzeugen.
Zuvor hatten mehrere Wunschkandidaten, darunter Xabi Alonso, Julian Nagelsmann und Ralf Rangnick, den Münchnern abgesagt.
Letztlich kam es nicht zur Kehrtwende. Stattdessen verpflichteten die Bayern Kompany für rund elf Millionen Euro Ablöse vom FC Burnley.
Aus heutiger Sicht betrachtet Eberl diese Entscheidung offenbar als wichtigen Wendepunkt. Seine Aussagen zeigen, dass für den Sportvorstand nicht nur die sportlichen Ergebnisse entscheidend sind, sondern auch die Atmosphäre innerhalb der Mannschaft.
Und genau in diesem Bereich sieht er zwischen der damaligen Tuchel-Zeit und der heutigen Kompany-Ära einen gewaltigen Unterschied.










Kommentare