Der Machtkampf zwischen der UEFA und FIFA-Präsident Gianni Infantino erreicht die nächste entscheidende Phase. Der europäische Fußballverband steht offenbar kurz davor, einen Gegenkandidaten für die Präsidentschaftswahl im März 2027 zu präsentieren. Bereits in der kommenden Woche könnte die Entscheidung fallen. Damit würde die Opposition gegen den Schweizer konkretere Formen annehmen.
Wie der Guardian berichtet, haben sich die Gespräche zwischen der UEFA und verbündeten Verbänden zuletzt intensiviert. Ein möglicher Herausforderer soll zunächst dem UEFA-Exekutivkomitee sowie den Präsidenten der nationalen Verbände vorgestellt werden.
Allerdings gibt es Überlegungen, den Namen erst möglichst kurz vor Ablauf der Nominierungsfrist am 18. November öffentlich zu machen. So soll verhindert werden, dass die FIFA frühzeitig eine Kampagne gegen den Kandidaten startet.
Als möglicher Herausforderer war zuletzt auch Arsène Wenger gehandelt worden. Der frühere Trainer des FC Arsenal und heutige FIFA-Direktor für globale Fußballentwicklung genießt in Teilen des europäischen Fußballs einen guten Ruf. Nach Informationen des Guardian ist der Franzose allerdings nicht ernsthaft in den Auswahlprozess eingestiegen.
Wer stattdessen gegen Infantino antreten könnte, ist bislang nicht bekannt. Klar ist jedoch, dass eine Kandidatur allein aus Europa kaum Aussicht auf Erfolg hätte. Für einen Wahlsieg wären 106 Stimmen erforderlich.
Dafür müsste ein Herausforderer neben der Unterstützung der europäischen Verbände auch zahlreiche Stimmen aus Asien, Afrika und dem nord- und mittelamerikanischen Kontinentalverband Concacaf gewinnen.
Besonders schwierig ist die Ausgangslage, weil der Präsident der Asiatischen Fußball-Konföderation, Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa, zuletzt seine Unterstützung für Infantinos vierte Amtszeit erklärt hat.
Boykott statt Gegenkandidatur?
Trotz der schwierigen Mehrheitsverhältnisse hält die UEFA an ihrem Widerstand fest. Hintergrund ist unter anderem der gescheiterte Investorenplan FIFA Forward Enterprise (FFE), der die Führung des Weltverbandes erheblich unter Druck gesetzt hat.
Die Europäer verlangen Aufklärung und haben in den USA gerichtliche Schritte eingeleitet, um Unterlagen zu dem Vorhaben zu erhalten. Diese könnten die Grundlage für eine mögliche Strafanzeige in der Schweiz wegen mutmaßlicher finanzieller Misswirtschaft bilden. Die FIFA weist die Vorwürfe zurück.

Innerhalb der UEFA wird allerdings auch diskutiert, ob ein Boykott oder eine Enthaltung bei der Wahl wirkungsvoller sein könnte als eine eigene Gegenkandidatur. Ein geschlossenes Fernbleiben europäischer Verbände könnte die Abhängigkeit der FIFA von den Einnahmen aus Europa verdeutlichen.
Für UEFA-Präsident Aleksander Čeferin wird die Zeit damit knapp. Bis zum 18. November muss ein Kandidat offiziell seine Bewerbung erklären. Die Wahl findet im März 2027 in Rabat statt. Die kommenden Wochen dürften somit entscheidend dafür sein, ob die UEFA tatsächlich einen aussichtsreichen Herausforderer gegen Infantino ins Rennen schickt.









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