Es ist eine Geschichte, die sich nicht nur beim HSV, sondern auch bei allen anderen Profiklubs stets zu wiederholen scheint: Spieler, die den Klub verlassen und denen auch nicht besonders groß nachgetrauert wird, laufen woanders zu Höchstleistungen auf.
Dass die SV Elversberg aber aktuell sogar mit vier Ex-HSV-Profis durch die Bundesliga marschiert, ist dann doch eine bemerkenswerte Anekdote. Am letzten Spieltag fegte die SVE Mainz 05 mit 4:1 aus dem Stadion, belegt mit 13 Punkten aus acht Spielen einen bemerkenswerten siebten Platz und der gestartete Höhenflug geht einfach weiter.
IV-Duo besteht aus ehemaligen Hamburgern
Maximilian Rohr ist einer derjenigen, die einen großen Teil dazu beitragen. 2021 verpflichtete der Nord-Klub den Mittelfeldspieler, der sich zuvor mit guten Leistungen beim Regionalligisten Carl Zeiss Jena offenbar in ungewöhnlich hohem Alter noch für höhere Aufgaben empfohlen hatte.
Nach seiner Zeit beim HSV fiel er in Paderborn in ein Karrieretief, aus dem ihn die Elversberger vor zwei Jahren für 100.000 Euro wieder herausholten. Mit der SVE erlebte der mittlerweile 31-Jährige nun den Aufstieg in die Bundesliga und erfüllte sich und seiner Mannschaft den großen Traum vom Oberhaus.

Mittlerweile spielt Rohr in der Innenverteidigung, und auch sein Defensivpartner Lukas Pinckert ist ein Ex-Hamburger. Der Elversberger durchlief zehn Jahre lang alle Nachwuchsmannschaften des HSV, ehe er 2021 zu Viktoria Berlin in die Dritte Liga wechselte. Trotz mehrerer Trainingsbeteiligungen bekam er unter Daniel Thioune beim HSV keine Möglichkeit zum Sprung in den Profikader. Darüber berichtet das Hamburger Abendblatt.
Könnte der HSV ihn grade gut gebrauchen?
Lukasz Poreba war der Kaderumstrukturierung an der Elbe im Jahr 2025 zum Opfer gefallen. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga war er perspektivlos und ließ sich zunächst nach Elversberg verleihen. Der Klub zog nach dem Aufstieg die Kaufoption für 1,5 Millionen Euro und verpflichtete ihn fest. Bei Elversberg ist er ein unauffälliger, stabiler defensiver Mittelfeldmann, der nicht mit Spektakel glänzt, der jungen und offensiven Mannschaft aber eine sichere Bank in der Defensivbewegung bietet.
Auch Jan Gyamerah ist Teil der Elversberger Märchenerzählung. Er stand in dieser Saison beispielsweise bei der knappen Niederlage gegen Bayern auf dem Platz. Wie schon bei seiner Zeit beim HSV zwischen 2019 und 2022 werfen ihn Verletzungen immer wieder zurück. Mit 31 Jahren hat auch er sich nun aber den Traum vom Oberhaus erfüllt.

Die vier Ex-Hamburger tragen also vor allem zur defensiven Stabilität der Elversberger bei, die ansonsten eher kompromisslosen Offensivfußball spielen und immer ein Tor mehr schießen wollen als der Gegner, egal, wie viele es hinten setzt. Die SVE hat bereits jetzt zehn Treffer mehr auf dem Konto als der HSV.
Defensive Stabilität wünscht man sich in der aktuellen Saison beim HSV Woche für Woche herbei. Die vier Ex-Rothosen liefern diese jetzt aber eben für einen anderen Bundesliga-Klub, der ganz hoch hinaus will.









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