Der Torjubel von Lennart Karl beim Erfolg des FC Bayern gegen Atlético Madrid sorgt weiter für Gesprächsstoff. Nachdem der 18-Jährige mit einer auffälligen Geste auf seinen Treffer reagiert hatte, wurde über eine mögliche Botschaft an seine Kritiker spekuliert. Die Bayern möchten die Diskussion um die Karl-Geste vermeiden.
Karl hatte die Münchner am Dienstagabend mit einem sehenswerten Lupfer gegen Atlético-Keeper Jan Oblak in Führung gebracht. Anschließend führte der Offensivspieler seine Hände in Richtung Kopf und sorgte damit für Diskussionen über die Bedeutung seines Jubels.
Hintergrund sind die jüngsten öffentlichen Auseinandersetzungen um das Bayern-Talent. Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte Karls Auftreten kritisiert, auch Sportvorstand Max Eberl äußerte sich zuletzt kritisch. Spielerberater Michael Ballack wiederum verteidigte seinen Schützling. Ob Karl mit seiner Geste tatsächlich auf diese Debatte reagieren wollte, ist weiterhin unklar.
Bayern-Pressechef versucht, Karl-Fragen zu unterbinden
Wie die BILD berichtet, kam es nach dem Champions-League-Spiel in der Mixed Zone zu einer bemerkenswerten Szene.
Als ein Journalist Tom Bischof auf den Torjubel seines Mannschaftskollegen ansprach, reagierte Bayern-Pressechef Dieter Nickles demnach zunächst mit Kopfschütteln. Anschließend soll er den Reporter lächelnd mit erhobenem Zeigefinger ermahnt haben.
Noch deutlicher wurde Nickles offenbar vor dem anschließenden Interview mit Manuel Neuer. Laut dem Bericht richtete er sich mit einer klaren Bitte an die anwesenden Journalisten.
„Manu, ohne den Jubel, okay?“, soll der Bayern-Sprecher gesagt haben.
Die Szene legt nahe, dass die Münchner Verantwortlichen die Diskussion um Karls Geste nicht weiter anheizen wollten.
Eberl und Bischof halten sich bei Karl-Geste zurück

Auch die Reaktionen der Bayern-Profis und Verantwortlichen fielen zurückhaltend aus.
Sportvorstand Max Eberl erklärte bereits unmittelbar nach dem Spiel, dass er die auffällige Geste des Youngsters nicht wahrgenommen habe. „Ich habe es ehrlicherweise gar nicht gesehen, weil ich mich auch gefreut habe“, sagte der 53-Jährige auf Nachfrage in der Mixed Zone.
Stattdessen lobte Eberl die sportliche Leistung des Nachwuchsspielers und betonte dessen Bedeutung für die Mannschaft.
Auch Bischof, der zu den engsten Freunden Karls innerhalb des Bayern-Kaders gehört, konnte die Bedeutung des Jubels nach eigenen Angaben nicht erklären.
Damit bleibt weiterhin offen, ob der 18-Jährige mit seiner Geste tatsächlich auf die jüngste Kritik aus den eigenen Reihen reagieren wollte.
Sportlich hat Karl jedenfalls eine deutliche Antwort gegeben. Mit seinem Treffer gegen Atlético trug der Offensivspieler maßgeblich zum wichtigen Auswärtssieg der Münchner bei.
Abseits des Platzes dürfte die Diskussion um das Bayern-Juwel allerdings noch nicht beendet sein. Gerade die Reaktion der Presseabteilung zeigt, wie sensibel das Thema inzwischen beim deutschen Rekordmeister behandelt wird.









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