Hertha BSC bittet vor dem Wiedersehen mit Fabian Reese um einen respektvollen Umgang mit seinem früheren Kapitän. Der 28-Jährige kehrt am Samstag (20.30 Uhr) mit dem VfL Wolfsburg nach Berlin zurück, wo der Tabellenführer der 2. Bundesliga den Dritten empfängt.
Auf Anfrage der dpa teilte Hertha mit, dass Reese sich über drei Jahre stets in den Dienst des Vereins gestellt und die Anfeindungen „aus unserer Sicht nicht verdient“ habe. Für die Enttäuschung vieler Fans zeigte der Klub Verständnis. Einen gesonderten Austausch mit der Anhängerschaft oder einen Verhaltenskodex vor dem Spiel soll es aber nicht geben. Geschäftsführer Peter Görlich habe seine Haltung bereits mehrfach deutlich gemacht.
Fabian Reese wird seit seinem Wechsel nach Wolfsburg ausgepfiffen
Reese war im Sommer für acht Millionen Euro von Hertha zum Bundesliga-Absteiger gewechselt und unterschrieb dort bis 2030. In Berlin war er Publikumsliebling und zuletzt Kapitän, in 91 Pflichtspielen kam er auf 35 Tore und 31 Vorlagen. Viele Fans werten den Wechsel zum direkten Konkurrenten im Aufstiegsrennen deshalb als Vertrauensbruch.
Seitdem wird der Offensivspieler in den sozialen Medien angefeindet und in den Stadien regelmäßig ausgepfiffen. Das begann im DFB-Pokal bei der VSG Altglienicke in Berlin und setzte sich beim Karlsruher SC fort, der eine Fanfreundschaft mit Hertha pflegt. Auch die Anhänger von Energie Cottbus pfiffen ihn aus. „Ich nehme diese Pfiffe mit, ich nehme die auch nach Hause mit“, sagte Reese danach.

Zusätzlichen Zündstoff liefert die Frage, wer den Wechsel angestoßen hat. Reese hatte im Sommer angedeutet, Hertha habe ihm aus finanziellen Gründen einen Verkauf nahegelegt. Görlich widersprach dieser Darstellung und betonte, die Initiative sei nicht vom Verein ausgegangen.
Im August hatte sich Reese bei den Hertha-Fans für die Enttäuschung entschuldigt, die sein Wechsel ausgelöst hatte. Am Samstag kehrt er erstmals als Gegenspieler zurück.










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