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„Lasst mich Fußball spielen!“: Matthäus nimmt Karl nach Jubel-Debatte in Schutz
FCBinsideFCBinside·VonVjekoslav Keskic

„Lasst mich Fußball spielen!“: Matthäus nimmt Karl nach Jubel-Debatte in Schutz

Der auffällige Torjubel von Lennart Karl beim 2:0-Auswärtssieg des FC Bayern gegen Atlético Madrid sorgt weiterhin für Diskussionen. Nach seinem Führungstreffer hatte der 18-Jährige mit einer demonstrativen „Blabla“-Geste für Aufsehen gesorgt. Viele Beobachter interpretierten diese als Reaktion auf die jüngste Kritik von Uli Hoeneß und Max Eberl. Lothar Matthäus sieht die Situation allerdings deutlich entspannter.

Der Rekordnationalspieler nahm das Bayern-Juwel bei BILD  ausdrücklich in Schutz. Aus seiner Sicht war die Geste weder als Provokation gegen die Verantwortlichen noch als Angriff auf die Medien gedacht. Vielmehr habe Karl damit seinen Wunsch nach weniger öffentlicher Aufmerksamkeit zum Ausdruck gebracht.

Hintergrund sind die Diskussionen um Karls Leistungen und seine Außendarstellung. Besonders Hoeneß hatte zuletzt deutliche Worte gefunden und angekündigt, mit dem Youngster ein „ernstes Gespräch“ führen zu wollen. Der Bayern-Ehrenpräsident mahnte mehr Demut an und betonte, dass Karl noch lange kein Superstar sei.

Matthäus verteidigt Karl: „Keine bösartige Geste“

„Man kann es so deuten: Seid ruhig, lasst mich einfach Fußball spielen“, erklärte Matthäus mit Blick auf den umstrittenen Torjubel.

Der Weltmeister von 1990 betonte, dass er darin keine gezielte Provokation erkennen könne.

Die Geste sei „nicht gegen die Medien oder Uli Hoeneß oder Max Eberl“ gerichtet gewesen. Vielmehr gehe es Karl darum, sich auf seine sportlichen Aufgaben konzentrieren zu können. „Er möchte in Ruhe gelassen werden, wie jeder andere“, stellte Matthäus klar.

Dass der 18-Jährige abseits des Platzes anders auftrete als frühere Spielergenerationen, sei aus seiner Sicht kein Problem. „Das gehört heute zum Fußball dazu“, erklärte der ehemalige Bayern-Kapitän.

Bayern wollte Nachfragen offenbar verhindern

Lennart Karl
Foto: IMAGO

Bemerkenswert war allerdings auch der Umgang des FC Bayern mit der Diskussion nach dem Spiel. Wie die BILD berichtet, versuchte Pressesprecher Dieter Nickles in der Mixed Zone offenbar, Nachfragen zur Jubelgeste zu unterbinden.

Eine entsprechende Frage an Tom Bischof soll unmittelbar abgeblockt worden sein. Sportvorstand Max Eberl wollte die Diskussion ebenfalls nicht weiter anheizen. „Lennart Karl ist für uns ein wichtiger Spieler, das haben wir nie in Abrede gestellt“, betonte der 53-Jährige.

Karl habe gegen Atlético „fleißig mitgearbeitet und sich mit dem Tor belohnt“. Die umstrittene Jubelgeste habe Eberl nach eigenen Angaben gar nicht wahrgenommen.

Matthäus kann nachvollziehen, dass die Bayern das Thema möglichst schnell beenden möchten. „Sie wollten Ruhe haben und waren deshalb übervorsichtig“, vermutete der TV-Experte.

Deutlich kritischer bewertete dagegen Mats Hummels die Aktion des Bayern-Youngsters. Der ehemalige Nationalspieler bemängelte bei Amazon Prime, dass der „Blabla“-Jubel mittlerweile viel zu häufig zu sehen sei. „Den sehen wir viel zu oft mittlerweile“, erklärte Hummels und verwies darauf, dass selbst Kinder diese Geste inzwischen nachahmen würden.

Quelle: FCBinsideZum Original

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