Lennart Karl hat sich in Madrid sportlich zurückgemeldet. Eine besondere Rolle eröffnet ihm bei Bayern zusätzliche Chancen auf regelmäßige Spielzeit.
Lennart Karl hat beim 2:0 des FC Bayern bei Atlético Madrid mehr als ein wichtiges Tor erzielt. Der 18-Jährige zeigte auch, wie er gemeinsam mit Michael Olise und Harry Kane in der Startelf funktionieren kann. Für seine nächsten Entwicklungsschritte könnte genau das entscheidend sein.
Auf dem rechten Flügel ist Olise eine der wichtigsten Figuren im Bayern-Spiel. Wer dort auf Einsatzminuten hofft, hat entsprechend starke Konkurrenz. Im Zentrum hinter Kane eröffnet sich Karl dagegen eine weitere Möglichkeit, von Beginn an zu spielen. In Madrid besetzte er diese Position und erzielte den Führungstreffer.
Dabei war sein Auftritt keineswegs von Beginn an überzeugend. Gegen die eng gestaffelte Defensive tat sich Karl vor der Pause schwer und schoss eine gute Gelegenheit über das Tor. Er blieb jedoch aktiv, setzte Robin Le Normand im Strafraum unter Druck und überwand Jan Oblak nach seinem Ballgewinn mit einem Lupfer.
Sein Treffer brachte die Bayern auf die Siegerstraße. Zugleich zeigte die Szene, dass Karl auch in einer Partie, in der ihm zunächst wenig gelingt, über seine Arbeit gegen den Ball entscheidend werden kann.
Im Zentrum entsteht für Karl eine zusätzliche Perspektive
Auch Jürgen Klopp hob bei seiner jüngsten Kadernominierung ausdrücklich Karls Position hervor. „Er hat im Zentrum gespielt. Das ist für uns natürlich auch wichtig, weil der Junge zeigen kann, dass er das beherrscht“, erklärte der Bundestrainer.
Für die Bayern ergibt sich daraus eine interessante Konstellation: Olise kann rechts bleiben, während Karl im Zentrum hinter Kane Anspielstationen schafft und selbst den Abschluss sucht. Sein Einsatz hängt damit weniger davon ab, ob der französische Offensivstar eine Pause bekommt.
Die personelle Situation begünstigt diese Variante. Ismael Saibari fehlt nach seiner schweren Sprunggelenkverletzung längerfristig, Serge Gnabry steht ebenfalls nicht zur Verfügung. Jamal Musiala hat zwar wieder am Mannschaftstraining teilgenommen, für Mainz kommt sein Comeback laut Aaron Danks aber zu früh.
Karl könnte deshalb weitere Gelegenheiten auf der Zehn bekommen. Die Aufgabe bleibt anspruchsvoll: In engen Räumen muss er schneller Lösungen finden und seine Mitspieler einbinden. Seine erste Halbzeit gegen Atlético zeigte, dass ein wichtiges Tor noch nicht alle Schwierigkeiten beseitigt.
Genau darin liegt aber auch die Chance. Wiederholte Einsätze in einer passenden Rolle können ihm helfen, nach seiner Verletzung und den anschließenden Formschwankungen wieder mehr Sicherheit zu gewinnen. Mit seiner erneuten DFB-Nominierung erhält er zusätzlich Rückendeckung.
Sobald Musiala zurückkehrt, wird der Wettbewerb im Zentrum wieder größer. Bis dahin kann Karl Argumente sammeln, die über seine bisherige Rolle als Alternative auf dem rechten Flügel hinausgehen. Der Auftritt in Madrid liefert dafür eine Grundlage – bestätigen muss er sie in den nächsten Spielen.










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