Nach der XXL-Länderspielpause ist Schalke-Trainer Miron Muslic mächtig bedient. Der 44-Jährige findet deutliche Worte und denkt über Konsequenzen nach.
15.000 Kilometer unterwegs, aber nur 86 Minuten auf dem Platz: Die Länderspielpause hatte es für einige Profis des FC Schalke 04 ordentlich in sich. Trainer Miron Muslic zeigt sich angesichts der enormen Belastung wenig begeistert. Vor dem Auswärtsspiel beim SC Freiburg am Sonntag (17:30 Uhr) findet der 44-Jährige deutliche Worte.
Besonders Adil Aouchiche dürfte die vergangenen Wochen in den Knochen spüren. Der Mittelfeldspieler war mit Algeriens Nationalmannschaft unterwegs und legte dabei rund 15.000 Reisekilometer zurück. Sportlich hielt sich sein Einsatz dagegen in Grenzen: Gegen Burundi und Niger sammelte er insgesamt lediglich 86 Spielminuten. Für Muslic ist das ein grundsätzliches Problem. „Die Spieler haben mehr Zeit in Flugzeugen verbracht, als auf dem Platz“, bemängelte der Schalke-Coach am Freitag (9. Oktober) auf der Pressekonferenz.
Insgesamt neun Schalker waren für ihre Nationalteams im Einsatz. Besonders gefordert war Nikola Katic, der alle vier Partien Bosniens bestritt. Lediglich gegen Schweden durfte der Verteidiger in der 87. Minute vorzeitig Feierabend machen. Dass sämtliche Profis „fit und gesund“ zurückgekehrt sind, dürfte Muslic zwar erleichtern. An seiner grundsätzlichen Haltung ändert das allerdings nichts.
Schalke-Trainer Muslic und BVB-Coach Kovac schlagen Alarm
„Es kann nicht im Sinne der Spieler sein, wenn man in zehn, elf Tagen vier Länderspiele hat. Ich denke, da geht es vielen Bundesliga-Trainern ähnlich“, kritisierte der Schalke-Coach. Für das Duell mit Freiburg könnten die Reisestrapazen nun personelle Konsequenzen haben. Muslic erwägt, bei seiner Startelf die Belastung einzelner Nationalspieler zu berücksichtigen.

Dass der Schalke-Trainer mit seinen Bedenken nicht allein ist, zeigt ein Blick nach Dortmund. Auch BVB-Coach Niko Kovac ärgerte sich über den Spielplan: „Für die Klubs ist das im Grunde inakzeptabel. Uns fehlt nach zweieinhalb Wochen völlig der Rhythmus.“
Schalkes kommender Gegner kennt die Problematik ebenfalls. Freiburg stellte sogar zwölf Nationalspieler ab. Linksverteidiger Jordy Makengo war mit der DR Kongo unterwegs und absolvierte ähnlich viele Reisekilometer wie Aouchiche. Damit stehen beide Trainer vor derselben Aufgabe: Nach drei Wochen Unterbrechung müssen ihre Mannschaften möglichst schnell wieder in den gewohnten Spielrhythmus finden.











Kommentare