Michael Ballack fordert beim Deutschen Fußball-Bund ein grundsätzliches Umdenken im Umgang mit ehemaligen Nationalspielern. Nach Ansicht des früheren DFB-Kapitäns gelingt es dem Verband nicht ausreichend, die Erfahrung großer Spielerpersönlichkeiten auch nach deren Karriere für den deutschen Fußball zu nutzen.
Dabei spricht Ballack auch aus eigener Erfahrung. Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn habe es vonseiten des Verbandes keinen Versuch gegeben, ihn für eine mögliche Trainerkarriere zu gewinnen.
„Mich hat zum Beispiel niemand vom DFB nach meinem Laufbahnende angesprochen, den Trainerschein zu machen. Der Verband sollte hier deutlich mehr Anreize schaffen“, erklärte der 49-Jährige im Gespräch mit der Sport BILD.
Für Ballack geht es dabei nicht nur um seine eigene Person. Auch ehemalige Nationalspieler wie Toni Kroos oder Bastian Schweinsteiger nennt er als Beispiele für Persönlichkeiten, deren Erfahrung für den DFB wertvoll sein könnte.
Ballack: „Derzeit geht viel an Wissen verloren“
„Er sollte versuchen, die besten Spieler – wie etwa einen Toni Kroos oder zuvor Bastian Schweinsteiger, die ihre Karriere beendeten – für sich zu gewinnen“, forderte Ballack.
Dem ehemaligen Bayern-Profi ist bewusst, dass frühere Topspieler finanziell nicht auf einen Job beim Verband angewiesen sind. Genau deshalb müsse der DFB andere Argumente liefern.
„Aber man sollte sie mit Begeisterung und Inhalten packen. Denn für den deutschen Fußball wäre es enorm wertvoll, wenn die großen Persönlichkeiten ihr Wissen an die jüngeren Generationen weitergeben. So wie es Rudi Völler noch macht.“
Aktuell sieht Ballack genau dort ein Problem: „Derzeit geht viel an Wissen verloren.“ Deshalb brauche es seiner Meinung nach mehr ehemalige Spitzenleute in verantwortungsvollen Positionen. Dabei müsse es sich ausdrücklich nicht immer um Trainerjobs handeln.
FC Bayern für Ballack das „beste Beispiel“

Wie eine solche Einbindung ehemaliger Spieler funktionieren kann, zeigt für Ballack ausgerechnet sein früherer Klub. Den FC Bayern bezeichnete er als „bestes Beispiel“.
„Dort hat es mit Uli Hoeneß (als Manager) und Karl-Heinz Rummenigge (als Präsident) über viele Jahre herausragend geklappt“, erklärte der frühere Mittelfeldspieler.
Auch auf die neue sportliche Führung der Nationalmannschaft blickt Ballack mit Zuversicht. Jürgen Klopp habe während seiner Trainerkarriere auf seinen bisherigen Stationen viel bewegt und bringe die notwendige Erfahrung und Anerkennung für die Aufgabe mit.
Entscheidend sei nun, dem neuen Bundestrainer die notwendige Zeit einzuräumen. „Man muss seine Ansätze und Methoden akzeptieren“, forderte Ballack.
Die Voraussetzungen hält der frühere Bayern-Star grundsätzlich für gut. Klopp genieße große Akzeptanz und könne Menschen mit seiner Art erreichen. Gleichzeitig seien genügend gute Spieler vorhanden.
Für Ballack reicht ein neuer Bundestrainer allein jedoch nicht aus. Auch strukturell müsse der DFB dafür sorgen, dass die Erfahrung früherer Nationalspieler künftig stärker genutzt wird – nach dem Vorbild des FC Bayern.










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