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Bayern geht mit Ndiaye ins Risiko – und könnte dafür belohnt werden
FCBinsideFCBinside·VonManuel Behlert

Bayern geht mit Ndiaye ins Risiko – und könnte dafür belohnt werden

Der FC Bayern setzt im Mittelfeld auf die Jugend. Nach dem Abschied von Leon Goretzka soll ausgerechnet der erst 18 Jahre alte Bara Sapoko Ndiaye mehr Verantwortung übernehmen. Der Senegalese bringt ein Profil mit, das es im Münchner Kader in dieser Form kaum ein zweites Mal gibt. Dennoch ist der Plan nicht ohne Risiko.

Nach seiner Leihe in der vergangenen Saison haben die Bayern Ndiaye nun fest von Gambinos Stars verpflichtet und langfristig bis 2031 gebunden. Für den Youngster beginnt damit allerdings kein vollständiger Neustart.

Ndiaye kennt den Verein, seine Mitspieler und die Abläufe an der Säbener Straße bereits. Noch bevor sein permanenter Wechsel endgültig unter Dach und Fach war, trainierte er mit der Mannschaft und kam in der Vorbereitung auch in Testspielen zum Einsatz.

Das dürfte ihm den Übergang erheblich erleichtern. Gleichzeitig haben die Münchner offenbar konkrete Vorstellungen davon, welche Rolle der 18-Jährige künftig übernehmen soll.

Nach dem Abschied von Goretzka ist Ndiaye als zusätzliche Alternative für das zentrale Mittelfeld eingeplant. Ein direkter Goretzka-Ersatz ist er aufgrund seines Alters und seines unterschiedlichen Spielprofils allerdings nicht.

Ndiaye bringt Bayern ein neues Element

Goretzka lebte in München über Jahre von seiner Physis, seinen Läufen in den gegnerischen Strafraum und seiner Kopfballstärke. Gerade in seinen besten Bayern-Jahren tauchte der deutsche Nationalspieler regelmäßig in Abschlusspositionen auf.

Ndiaye interpretiert seine Rolle anders. Zwar besitzt auch der Senegalese eine ausgeprägte Box-to-Box-Dynamik, seine Aktionen finden aber verstärkt im eigentlichen Mittelfeld statt.

Eine seiner auffälligsten Qualitäten ist das Andribbeln mit dem Ball. Ndiaye kann mit Tempo Räume überbrücken und verliert selbst bei hoher Geschwindigkeit kaum an Dynamik. Dadurch besitzt er die Fähigkeit, gegnerische Linien nicht nur mit Pässen, sondern auch mit eigenen Läufen zu überwinden.

Hinzu kommt sein Zug zum Tor. Bietet sich aus der zweiten Reihe eine Abschlussmöglichkeit, scheut Ndiaye nicht davor zurück, diese zu nutzen.

Zum fertigen Aufbauspieler macht ihn das noch lange nicht. Das muss von einem 18-Jährigen allerdings auch niemand erwarten. Viel entscheidender ist, dass Vincent Kompany mit Ndiaye ein zusätzliches Element für sein Mittelfeld bekommt.

Bayerns Plan beinhaltet ein Risiko

Bara Ndiaye
Foto: IMAGO

Die entscheidende Frage lautet dennoch: Gehen die Bayern mit diesem Plan ein zu großes Risiko ein?

Mit Goretzka hat ein äußerst erfahrener Mittelfeldspieler den Verein verlassen. Anstatt einen etablierten Ersatz zu verpflichten, wollen die Verantwortlichen einem 18 Jahre alten Talent mehr Möglichkeiten geben.

Genau das passt allerdings zum eingeschlagenen Münchner Kurs. Der Profikader soll bewusst nicht überladen werden, damit Talente überhaupt realistische Chancen auf Spielzeit erhalten. Ndiaye könnte einer der größten Profiteure dieser Strategie werden.

Dass ihm der Wille für diesen Weg nicht fehlt, zeigt seine bisherige Karriere. Der Traum vom Profifußball war für Ndiaye lange mit deutlich größeren Hürden verbunden als für viele europäische Nachwuchsspieler.

Über Senegal Elite Stars führte sein Weg zu Gambinos Stars. Deren Verbindung zum Nachwuchsnetzwerk Red&Gold Football, dem Joint Venture des FC Bayern und Los Angeles FC, öffnete schließlich die Tür nach München.

Mehrere Probetrainings folgten, ehe die Bayern den Mittelfeldspieler nach seinem 18. Geburtstag zunächst auf Leihbasis verpflichteten. In dieser Zeit konnte Ndiaye die Verantwortlichen davon überzeugen, dass er mit dem deutlich höheren Tempo und den Anforderungen beim deutschen Rekordmeister zurechtkommt.

Nun folgt der nächste Schritt.

Ndiaye muss Goretzka dabei nicht eins zu eins ersetzen. Vielmehr setzen die Bayern darauf, dass der Youngster seine eigenen Qualitäten einbringt und sich Schritt für Schritt entwickelt. Sollte dieser Plan funktionieren, hätten die Münchner nicht nur einen spannenden Mittelfeldspieler aufgebaut, sondern gleichzeitig bewiesen, dass der bewusst kleinere Kader jungen Spielern tatsächlich neue Möglichkeiten eröffnet.

Ein Risiko bleibt. Doch genau darin liegt für Bayern und Ndiaye auch eine große Chance.

Quelle: FCBinsideZum Original

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